Frankenthal Pilgerpfad auf dem Weg zur reinen „Schlafstätte“

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Stadtteilkonferenz tagt weiter - hinter verschlossenen Türen

„Der Pilgerpfad entwickelt sich hin zur Schlafstätte. Das Leben spielt sich für viele woanders ab“, sagt Pfarrer Carsten Schulze zur Entwicklung im Frankenthaler Süden. Rund 8600 Bürger leben nach Auskunft der Stadt im Kerngebiet des Pilgerpfads. Obwohl sie weiter stattgefunden haben, wurden die Themen der begleitenden Fachkonferenzen in den vergangenen Jahren nicht mehr nach außen kommuniziert. Wie sieht es heute aus im Pilgerpfad? Sicherheit ist nach wie vor ein Thema. Genannt wurde es auch kürzlich bei der Mitgliederversammlung der CDU Süd. Ordnungsdezernent Bernd Knöppel (CDU) sagt jedoch, dass es dort nichts besonders Auffälliges gebe. Der kommunale Vollzugsdienst fährt ihm zufolge allabendlich in einer Runde neuralgische Punkte im Pilgerpfad an. Knöppel betont „Wenn junge Erwachsene ein Bier trinken, dann können wir aber nicht einschreiten. Anders sieht das bei Vandalismus aus.“ Das subjektive Gefühl der Bürger beim Thema Sicherheit sei vielleicht ein anderes, sagt Schulze. Zu beobachten seien junge Erwachsene, keine Jugendlichen, die im Bereich des Buswendeplatzes am Jakobsplatz „Party machen“. Bei offenen Autotüren werde Musik gehört, die Personen stünden draußen. Vorwiegend Männer aus Osteuropa versammelten sich um den Brunnen auf dem Jakobsplatz. Es gebe Bewohner, die sich vor diesen Ansammlungen fürchteten. Nach deren Schilderungen hätten auch schon Motorradrennen stattgefunden. Im Großen und Ganzen sei das aber zurückgegangen, meint der protestantische Gemeindediakon Ralf Zeeb. Sachbeschädigungen, eingeschlagene Fenster, solche Geschichten kämen ebenfalls noch vor, wenn auch nicht häufig. Ein Thema bei den Fachkonferenzen seien aber die Wildpinkler im Bereich des Kindergartens. In der Diskussion sei neuerdings ein wenig die Parksituation rund um die neue Filiale der Bäckerei Görtz an der Ecke Mahla-/Hans-Fay-Straße. Da gehe es teils schon recht wild zu. Das bestätigt Knöppel. „Im Kurvenbereich sollen jetzt Pfosten eingebracht werden“, sagt er. Jüngst sei bemängelt worden, dass die Schulsporthalle für Auswärtige nur schwer zu finden sei. Deshalb soll laut Knöppel die Beschilderung verbessert werden. Das Leben im Pilgerpfad habe sich verändert. Die Jahrgänge ab den Endsechzigern wohnten im Pilgerpfad, lebten aber woanders, sagt Pfarrer Carsten Schulze. Die Einkaufssituation könnte besser sein, der Wochenmarkt sei quasi tot, berichten Zeeb und Schulze. Ein Standbetreiber, der Eiermann, komme regelmäßig: „Der hat eigentlich einen Orden verdient“, so Schulze. Die Einkaufspassage am Jakobsplatz könnte nach Auffassung von Zeeb und Schulze attraktiver sein. Der Eigentümer mache sich aber Gedanken, wie das zu verbessern sei. Erich Jaschek mache viel für Senioren: „Großen Respekt, was er ehrenamtlich leistet“, so Schulze. Schön findet der protestantische Pfarrer zu beobachten, dass junge Leute nicht wegschauten, falls jemand Hilfe benötige. Der Pilgerpfad sei zwar dicht besiedelt, biete aber viele Grünflächen zum Spazierengehen. Gerade ältere Menschen würden sich hier treffen und unterhalten, Informationen austauschen, da viele von ihnen schon lange hier lebten und sich deshalb kannten.

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