Frankenthal Pausenhöfe: Hebich gegen Öffnung
Einzäunen oder offen lassen? Die Frage, ob und wie die Pausenhöfe von Frankenthals Schulen vor Vandalismus geschützt werden sollen, sorgte im Schulträgerausschuss vergangene Woche für Zündstoff.
Dem vorangegangen war der Fall des Pausenhofs der Robert-Schuman-Grundschule Anfang November hatten Unbekannte hier einen Roller abgefackelt. Mitte November verständigten sich die Stadtratsmitglieder mehrheitlich auf eine 1,60 Meter hohe Einzäunung. In den Nachmittagsstunden sollte der Schulhof weiterhin als Spielfläche für die Kinder des Wohngebiets zugänglich bleiben. Der Stadtrat hatte die Stadtverwaltung um einen Bericht über den Ist-Zustand der außerschulischen Nutzung von Pausenhöfen in der Stadt gebeten. Diesen Bericht gab Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) bei der Sitzung des Schulträgerausschusses bekannt. Demzufolge sind derzeit folgende Pausenhöfe für die Öffentlichkeit zugänglich: die Höfe der Grundschulen Robert-Schuman-, Erkenbert- und Carl-Bosch-Schule sowie der Grundschule Eppstein und des Karolinen-Gymnasiums. Die übrigen Schulhöfe weiterführender Schulen sind nur bedingt als öffentliche Spielfläche geeignet, da hier wenig Spielgeräte stehen, heißt es im Bericht. Im Prinzip könnten die Höfe der Grundschulen das städtische Angebot an Spielplätzen bereichern. Allerdings gebe es auch Argumente gegen eine weitere Öffnung, etwa Vandalismus und schlecht einsehbare Ecken. Sabine Schanz, die Rektorin des Albert-Einstein-Gymnasiums, berichtete, dass der Zaun am Eingang des Gymnasiums viel gebracht habe: „Vorher gab es auf unserem Pausenhof Graffiti, Erbrochenes und Ratten.“ Als Schulleiter der Integrierten Gesamtschule Robert-Schuman-Schule plädierte Paul Volz dafür, die Öffnung der Höfe beizubehalten, berichtete jedoch zugleich von herausgerissenen Holzpflöcken an Bäumen auf seinem Schulhof. „Auf dem Hof des Schulgebäudes in Eppstein halten sich die Schäden durch Vandalismus im Rahmen“, vermeldete der Rektor der Grundschule Eppstein-Flomersheim, Peter Fruth. Schwer von außen einsehbar sei das Gelände um das Schulgebäude im Flomersheim. Stadtrat Ulrich Pender (Linke) vertrat die Position, die Schulhöfe generell zu öffnen, „mit regelmäßigen Kontrollen durch die Stadt und aufsuchende Jugendarbeit durch Streetworker. Ansonsten gehen die Jugendlichen woanders hin“. Hebich sprach sich für eine „Nulltoleranzpolitik“ auf Schulgelände aus. „Sie sind kontraproduktiv zum Anspruch von Schulen als geschütztem Lernumfeld.“ Problematisch sei die Nutzung der Höfe überall dort, wo soziale Kontrolle durch direkte Nachbarschaft von Wohnhäusern fehle. „Eine öffentliche Nutzung erfordert den Ausbau der Betreuung und Pflege und somit zusätzliche finanzielle Mittel.“