Frankenthal
Orkanschäden in Frankenthal halten sich in Grenzen
Gesperrt war zeitweise die Johann-Klein-Straße vor dem KSB-Werk. Vom Berufsbildungszentrum des Unternehmens waren nach Angaben der Feuerwehr am Sonntag gegen 23.15 Uhr „diverse Fassaden- beziehungsweise Dachteile“ auf die Straße geflogen. In dem Gebäude laufen nach Angaben einer Unternehmenssprecherin zurzeit Sanierungsarbeiten. Offenbar sei die Sicherung von Materialien durch die dort eingesetzte Fremdfirma nicht ausreichend gewesen, bedauerte die Sprecherin.
Am Montagvormittag musste die Feuerwehr in die Elisabethstraße ausrücken. Von einem leerstehenden Haus dort waren Dachziegel auf die Straße gefallen. „Weitere offene Stellen“ der Dachabdeckung seien von der Drehleiter aus zu sehen gewesen, berichtete Thomas Bader für die Wehr. Da man den Hauseigentümer nicht habe erreichen können, habe die Stadtverwaltung den Gefahrenbereich entsprechend abgesperrt. Die Straße war dann nicht mehr passierbar.
Fehlalarm zum Auftakt
Als Fehlalarm erwies sich nach Angaben der Wehr die Nachricht am Sonntag um 22.26 Uhr, dass ein großer Ast auf der Wormser Straße liege. Kurz nach 23 Uhr, als der Sturm heftig tobte, stürzte dann ein großer Baum im Bereich der Hildenbrandstraße im Heßheimer Viertel um. Da der Stamm auf Privatgelände gelandet war und sich keine weitere Gefahr abzeichnete, begnügte sich die Feuerwehr damit, dem hier betroffenen Grundstücksbesitzer einige Hinweise zum Thema Sicherheit zu geben.
Bei fünf weiteren Einsätzen in der Nacht und am frühen Vormittag kümmerte sich die Feuerwehr um Metalldachteile und Dachziegel, die sich gelöst hatten, und sicherte die jeweiligen Gefahrenstellen ab. Zudem räumten die Einsatzkräfte zwei umgestürzte Bäume von Straßen. Dazu kamen dann am Vormittag noch weitere fünf Alarmierungen; unter anderem drohten Teile eines Verkehrsschilds „abzustürzen“.
Manche Schüler bleiben zu Hause
Über etliche Einsätze berichtete auch die Polizeiinspektion Frankenthal. „Mehrere kleinere umgestürzte Bäume, heruntergefallene Dachziegeln, umgewehte Verkehrsschilder und ähnliches“ seien durch Beamte von den Straßen geräumt worden. „Zu größeren Schäden oder gar Personenschäden kommt es nach unserem Kenntnisstand nicht“, lautete das Fazit am Montagvormittag.
Auf den Betrieb der Kindertagesstätten in Frankenthal hatte der Sturm nach Angaben von Stadt-Pressesprecherin Xenia Schandin „keine Auswirkungen“. In den Schulen, so ihr Informationsstand vom Vormittag, seien „wenige Kinder“ da. In der Friedrich-Ebert-Grundschule waren nach Angaben von Schulleiterin Marion Duda nur 154 von 345 Schülern gekommen.
Eltern sollen entscheiden
Das Karolinen-Gymnasium aktualisierte seine Informationen auf der eigenen Internetseite am Montag mit der Ankündigung, dass man „den Unterricht den Gegebenheiten anpassen, aber auf jeden Fall die Kinder betreuen“ wolle. Viele Schüler, vereinzelt auch Lehrkräfte hätten vor allem wegen der Störungen im Nahverkehr Schwierigkeiten gehabt , den Schulweg zu meistern. Auch die Friedrich-Schiller-Realschule plus meldete auf ihrer Homepage, dass die Betreuung der Kinder „sichergestellt“ sei, kündigte gleichzeitig aber für Dienstag an, dass „trotz markantem Wetter wieder regulärer Schulbetrieb“ vorgesehen sei.
Die Friedrich-Ebert-Realschule plus informierte per Internet am Montagvormittag, dass alle Kinder gut angekommen seien und bis 13.15 Uhr unterrichtet würden. Für Ganztagsschüler sollte der Unterricht nach dem Mittagessen enden. Weil für Dienstag noch keine „endgültige Entwarnung“ möglich sei, bleibe es dabei, dass Eltern mit Blick aufs Wetter entscheiden sollen, ob der Schulweg zumutbar ist.
Die am Sonntagmittag verfügte Sperrung der Frankenthaler Friedhöfe war schon am Montagmorgen wieder aufgehoben worden. Der Eigen- und Wirtschaftsbetrieb Frankenthal (EWF) hatte laut Stadtverwaltung kaum mit Auswirkungen des Sturmtiefs zu kämpfen, insbesondere die Müllabfuhr habe planmäßig erledigt werden können.