Frankenthal „Ohnmächtige Wut“

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Immer wieder sorgen die defekten Aufzüge am Hauptbahnhof Frankenthal und dem Haltepunkt Süd für Ärger. Auch der Seniorenbeirat der Stadt hat das in seiner Sitzung am Mittwoch in der alten Kantine des Rathauses kritisiert.

Anton Pollich vom Arbeitskreis Mobilität des Seniorenbeirats beklagte, dass die Deutsche Bahn es nicht schaffe, die Aufzüge in Frankenthal und Ludwigshafen in Betrieb zu halten. Die Leute stünden mit Tränen in den Augen da und könnten mit ihrem Rollator nicht die Treppen bewältigen, müssten wieder umkehren. Nicht nur Alte, sondern alle Menschen mit Mobilitätseinschränkung seien betroffen. Beschwerden an die Bahn hätten keine erkennbare Wirkung. Selbst die Stadtverwaltung bemühe sich ohne Erfolg um eine Beseitigung dieses Problems. Pollich will nun den Landesseniorenbeirat und die Landtags- und Bundestagsabgeordneten mit ins Boot holen, um auf die Bahn entsprechenden Druck auszuüben. „Ich habe eine ohnmächtige Wut“, sagte der Vertreter des Ortsbeirates Flomersheim im Seniorenbeirat. Erfreuliches hatte dagegen die Beiratsvorsitzende Ria Weisenbach zu berichten. Schon 22.284 Euro seien für die Anschaffung der Geräte des im Metznerpark geplanten Bewegungsparcours zusammengekommen. Der städtischen Fachabteilung Bauen, Planen und Wohnen liege ein Angebot mit einer Auftragssumme von 25.533 Euro vor. Angeschafft werden sollen je ein Beintrainer, Ganzkörpertrainer, Rückentrainer, ein Rudergerät und eine Schulter-Rückenstation. Dazu komme ein Standardschild, das die Geräte erkläre. Ria Weisenbach unterstrich, dass der Parcours für alle Frankenthaler sei. Ob jung oder alt, auch Kinder dürften da spielen. Ruth Frankenbach verwies auf das noch ungeklärte Problem von „nicht ganz ruhigen und sich wohlverhaltenden Menschen“ im Metznerpark. Hier habe sich eine Gruppe von Leuten breit gemacht, die bis tief in die Nacht lärmten. Schmierereien, Abfall in der Anlage und Hundekot seien unschöne Begleiterscheinungen. Hier müsse das Ordnungsamt mehr Streife laufen – auch im Interesse der Heimbewohner im Hieronymus-Hofer-Haus, die nachts nicht schlafen könnten. Karl-Heinz Blumenschein, der für den VdK im Beirat sitzt, findet es vor allem schlimm, dass dort die Hunde ausgeführt würden. Eine Beschädigung der Geräte sei eher nicht zu befürchten. Die seien sehr robust gebaut. Als neue Bewegungsbegleiterin stellte sich Gabriele Ryborsch vor. Sie sitzt auf Vorschlag des Ortsbeirates Studernheim im Seniorenbeirat und hat beim Rheinhessischen Turnerbund eine entsprechende Ausbildung absolviert. In einem großen Koffer hatte sie allerhand Hilfsmittel mitgebracht, die das Bewegungstraining unterstützen und die Muskulatur trainieren. Die Übungen sollten im öffentlichen Raum stattfinden, sagte Ryborsch. Ruth Frankenbach schlug vor, den Metznerpark dafür zu nutzen. Dort bietet sie jeden Montag von 10 bis 11 Uhr eine Qi-Gong-Stunde an. Ria Weisenbach berichtete von der Tagung „Dem Menschen nah – Miteinander im Quartier“, die sie zusammen mit Brigitte Sauer von der Stadtverwaltung in Bad Kreuznach besucht hat. Dort sei für ein Umdenken geworben worden. Die Zukunft der Pflege liege im Quartier. Nachbarn, Bekannte und Verwandte sollten sich um Menschen, die noch zu Hause leben und dort gepflegt werden können, kümmern. „Das ist ein Gestaltungsauftrag, der uns alle betrifft“, sagte die Vorsitzende des Seniorenbeirates. Die Kommune müsse sich darüber klar werden, was zu tun sei, damit die Senioren gut leben könnten. Einen guten Schritt in diese Richtung habe der Frankenthaler Stadtrat gemacht. Ein Vorschlag des Seniorenbeirates, Versorgungssicherheit im Sinne des Bielefelder Modells, eines Konzepts zum selbstbestimmten Wohnen auch von Senioren, schon in Städtebau und Planung zu berücksichtigen, sei positiv aufgenommen worden. |enk

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