Handball
Nicht nur die Niederlage schmerzt die HSG Eckbachtal
Für die HSG Eckbachtal kommt es aktuell ganz dick: Gegen die mHSG Friesenheim/Hochdorf III verloren die „Gekkos“ nicht nur ein wichtiges Spiel im Tabellenkeller der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar in eigener Halle mit 20:27 (10:14). Mit Jochen Schloss und Maximilian Schreiber verletzten sich zudem zwei wichtige Spieler, die vermutlich die nächsten Wochen fehlen werden. Die Gäste holten dagegen nach der Serie von drei Unentschieden den ersten Saisonsieg.
Vor dem Spieltag lagen die Kontrahenten fast gleichauf. Die Gastgeber mit 2:12 Zählern auf Rang 15, Friesenheim/Hochdorf III mit 3:11 Punkten auf Rang 13. Nun steckt die HSG Eckbachtal am Tabellenende fest. Die Gäste hingegen konnten durch den Erfolg Boden gutmachen.
Dementsprechend war die Gemütslage: Nik Dreyer, verantwortlicher Trainer der Gäste, war zufrieden, sein Gegenüber, Thorsten Koch, dagegen etwas zerknirscht. Kein Wunder, zeigte seine Mannschaft seiner Ansicht nach „die schlechteste Angriffsleistung“ bislang in der Saison. Einzig Torhüter Tobias Schipper wollte Koch von der Kritik ausnehmen.
Dreyer freute sich, dass seine Mannschaft endlich die gewünschte Disziplin an den Tag gelegt hat. „Heute spielte meine Mannschaft die von mir geforderten Pässe.“ Das habe der Abwehr der HSG Eckbachtal Schwierigkeiten bereitet. Der Gäste-Trainer lobte das Zusammenspiel zwischen seiner Abwehr und dem Torhüter. „Wir haben gelernt, dass 80 Prozent in der Oberliga nicht ausreichen, um zum Erfolg zu kommen.“
Schlechter Auftakt
Für die Hausherren war schon der Auftakt des Spiels denkbar ungünstig. Der sonst so sicherere Siebenmeterschütze Jochen Schloß vergab die 1:0-Führung. Nach dem 0:1 traf dann auch noch Gäste-Spieler Moritz Schultz Torhüter Tobias Schipper beim Abschluss mitten im Gesicht. Schipper konnte jedoch weitermachen und stand auch in der Folge seinem Gegenüber, Ragnar Vollbrecht, von der Leistung her nicht nach. Allerdings wurde der Gästetorwart auch weniger hart geprüft. Zu schwach waren die Würfe der „Gekkos“. „Es fehlte einfach der letzte Funken Wille auf dem Weg zum Tor“, beklagte Koch.
Früh zeichnete sich ab, dass es kein torreiches Spiel geben würde. Nach der Anfangsviertelstunde stand es lediglich 5:5. Als die Gäste nach dem dritten von sechs Treffern des agilen Moritz Schultz erstmals einen Fünf-Tore-Abstand (8:13) herstellten, schien das Spiel fast gelaufen. Doch Treffer von Silas Rogawski und Adrian Rampp gaben den „Gekkos“ Hoffnung. 10:14 stand es zur Halbzeit.
Sofort nach dem Wiederanpfiff erhöhte Friesenheim/Hochdorf III auf 10:15, ein Treffer von Sebastian Wieland, der die „Gekkos“ zu lähmen schien. Fortan verwalteten die Gäste den Vorsprung. Trotzdem agierte Friesenheim/Hochdorf III nach wie vor energischer, ließ sich auf keine Diskussionen mit den Schiedsrichtern ein, die aus Sicht beider Fanlager ab und an falsch lagen. Klassisch: Als die Gastgeber noch mit den Schiedsrichtern diskutierten, spielten die Gäste einfach den Freiwurf und erzielten einen Treffer. Nach den Ausfällen von Jochen Schloß und Maximilian Schreiber wurde die Sieben von Trainer Koch immer jünger. Als fast nichts gar nichts mehr ging, versuchte Koch es mit einem siebten Feldspieler. Seine Mannschaft zahlte diese Versuche teuer – mit zwei Gegentreffern ins leere Tor.
Bei den Gästen präsentierte sich Malte Dorra in guter Form. Nicht nur, dass er sieben Treffern zum Erfolg beitrug, er zeigte auch Spielwitz bei seinen Anspielen. Ein direkt verwandelter Freiwurf kam für die Moral der „Gekkos“ denkbar ungünstig, den Gäste hingegen gab er Auftrieb.
Betze als Alternative
Schipper meinte nach dem Spiel etwas enttäuscht: „Das war mit Abstand die verdienteste Niederlage, die ich in meiner Karriere erlebt habe.“ Gästetrainer Nik Dreyer freute sich: „Endlich haben wir einmal die Großzahl der Torgelegenheiten für uns genutzt, auch wenn ich noch einige Fehlwürfe gezählt habe.“
Gekko-Trainer Thorsten Koch, frisch aus dem Urlaub, meinte nur: „Heute wären wir am besten alle auf den Betze gefahren und hätten Handball Handball sein lassen.“ Koch ist seit Jahren Fan des Hamburger SV.