Frankenthal Nicht nur das ständige Rot ärgert
Zur Westumgehung Kirchheim haben sich RHEINPFALZ-Leser Gedanken gemacht. Kritisiert wird vor allem die Einmündung der von Süden (aus Richtung Kirchheim) kommenden B 271 alt in die von Norden (Grünstadt) nach Südosten (Herxheim) verlaufende B 271 neu. Wilhelm Scheidt sagt: „Die Ampel, selbst der Linksabbiegepfeil, ist auch nachts permanent an. Ich hab’ da schon ganz oft bei Rot halten müssen, obwohl dort rein gar nichts los war.“ Der Grünstadter fragt, ob das sein muss. Wäre die Ampel zumindest vom späten Abend bis zum frühen Morgen aus, würde man Energie sparen, und die Luft würde nicht durch die Abgase nutzlos davorstehender Autos verpestet, meint er. Auf Anfrage erklärt die stellvertretende Dienststellenleiterin des LBM Worms, Alexandra Bonaventura: „Prinzipiell wird empfohlen, Ampeln nicht abzuschalten, da sich dadurch die Unfallgefahr erhöht. Dies ist gerade bei Anlagen auf der freien Strecke der Fall.“ Aufgrund der LED-Technik sei der Stromverbrauch gering, erläutert sie weiter. Wilhelm Scheidt stellt aber nicht nur den Dauerbetrieb, sondern die gesamte Ampel infrage: „Die hat sicherlich viel Geld gekostet und muss ja auch regelmäßig gewartet werden.“ Bei der B 271 neu handele es sich um einen stark frequentierten Streckenabschnitt, so Bonaventura. Wegen der Verkehrssicherheit sei eine Ampel an der Einmündung erforderlich. Die Ampel habe circa 29.000 Euro gekostet, für die jährliche Wartung fielen 1100 Euro an. Taxiunternehmer Peter Herbst versteht nicht, weshalb es an besagter Kreuzung aus Richtung Süden überhaupt eine Linksabbiegespur gibt. Da biege nie jemand ab, hat er beobachtet. Für ihn ist das logisch: „Niemand fährt aus Kirchheim raus, um dann nach links abzubiegen und über die Westumgehung wieder nach Kirchheim hineinzufahren beziehungsweise Kleinkarlbach anzusteuern.“ Und nach Herxheim gelange man aus Kirchheims Zentrum auch leichter als über die B 271 neu. „Die Ausgaben für die Linksabbiegespur waren vollkommen sinnlos. Grüße vom Landesrechnungshof“, schimpft Herbst. Die stellvertretende LBM-Leiterin erwidert: „Bei der B 271 neu handelt es sich um eine überregionale Straßenverbindung mit entsprechend hohem Verkehrsaufkommen.“ Es sei sehr genau vorgegeben, wie die Anschlussstellen bei so einer Straße gestaltet werden müssen. Die Richtlinie sehe aus Gründen der Sicherheit in diesem Fall auch in der untergeordneten Straße, der B 271 alt, die Einrichtung einer Linksabbiegespur vor. Zudem müssten die Verkehrsströme getrennt werden, wenn – wie im vorliegenden Fall – die Rechtsabbieger in Richtung Norden auf eine zusätzliche Spur geleitet würden, so die Diplom-Ingenieurin. Aufgrund der zu erwartenden geringen Anzahl von Fahrzeugen, die Richtung Südosten wollen, wäre es zwar denkbar gewesen, an dieser Stelle das Linksabbiegen nicht zu ermöglichen. „Das hätte aber zur Folge, dass bei eventuellen Sperrungen auch kein Umleitungsverkehr über die Einmündung abgewickelt werden könnte“, so Bonaventura. Auf die zusätzlichen Ausgaben angesprochen, sagt sie: „Die Mehrkosten zur Herstellung der Linksabbiegespur sind schwer zu beziffern, da diese in die Anschlussstelle integriert ist und keine separate Bauleistung darstellt.“ Über den Flächenansatz berechnet gehe sie von einem Mehraufwand von rund 5000 Euro aus. Peter Herbst findet, man hätte an der Einmündung besser einen Kreisel gebaut: „Dann hätten die Lkw, die von der Autobahn falsch abfahren, prima wenden können.“ Bonaventura erläutert: „Ein Kreisverkehr entspricht nicht der vorhandenen Streckencharakteristik der B 271 neu und war von daher nicht Gegenstand einer möglichen Variantenplanung.“ Aus Sicherheitsgründen sollten für Kraftfahrer möglichst gleichbleibende Elemente der Streckengestaltung vorgesehen werden, „die auch bei Dunkelheit und schlechten Sichtverhältnissen schnell erkenn- und erfassbar sind“.