FRANKENTHAL
Neue Kita-Gruppe im Pfalzinstitut
Neben der kommunalen integrativen Kita in Eppstein gibt es seit 1976 am Jahnplatz die integrative PIH-Kita. Hier wachsen hörgeschädigte und sprachgestörte Kinder gemeinsam mit Kindern ohne Handicap auf. Die neue Gruppe hat jedoch einen anderen Stammsitz: Nach fünfmonatiger Umbauzeit hat sie Ende Juli ein Internatsgebäude des Pfalzinstituts im Meergartenweg bezogen.
Theo Wieder, der Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz (CDU), erläuterte bei der Einweihung, die aus Gründen des Hygieneschutzes in der Internatsmensa stattfand, die Hintergründe: „Die Kita hat einen starken Zulauf. Am alten Standort gibt es zu wenig Platz für eine weitere Gruppe.“ Im Internat der PIH seien die Schülerzahlen rückläufig, da immer mehr Schüler im Zuge zunehmender Inklusion normale Schulen an ihren Wohnorten besuchen. Derzeit wohnen im Internat 60 Kinder und Jugendliche, die in den Ausbildungseinrichtungen des PIH – der Realschule plus und den Berufsbildenden Schulen – lernen. Platz hätte das Internat aber für 150 Bewohner. Das nun leerstehende Internatsgebäude Zwei sei daher als zweiter Standort des Kindergartens gewählt worden.
Weitere Gruppe möglich
„Ich halte es für denkbar, diesen Weg fortzusetzen“, schaute Wieder in die Zukunft. Die Frage, ob die gesamte Kita auf das Internatsgelände umziehen wird, bewertete er als „Zukunftsmusik“. Wieder stellte in Aussicht, dass in einem Jahr eine weitere neunte Gruppe im Haus Zwei eröffnet wird. Mit 50.000 Euro hat die Stadt Frankenthal das Projekt unterstützt. Insgesamt hat der Bezirksverband Pfalz als Träger des PIH 250.000 Euro für den Umbau gezahlt.
Frankenthals Beigeordneter Bernd Leidig (SPD) bezeichnete die Erweiterung der Kita als „schlüssiges Konzept“. Wegen des herrschenden Mangels an Kitaplätzen sei sie „mehr als willkommen“. Er sei gespannt, wie der Kita-Betrieb an zwei Standorten laufen werde. Dazu erklärte Einrichtungsleiterin Marion Walther den Gästen: „Es sind nicht zwei verschiedene Kitas, alles läuft unter einem Nenner. Es ist uns wichtig, dass ein Wir-Gefühl entsteht.“ Wegen Corona werde allerdings der Kontakt stark eingeschränkt, „gruppenübergreifende Projekte vermeiden wir aktuell“. Walther bedauerte dies, „schließlich baut unser Konzept auf dem Dialog auf, dem höchsten Gut der Kommunikation.“
Regenbogenfarben
Ein Beispiel dieses Dialogs lieferte die Gruppe „Türkis“ mit ihrer Aufführung: Neun Kinder sangen und zeigten in Gebärdensprache ein Lied: „Zusammen mit dir und mir soll ein Regenbogen sein.“ Auf ihren Köpfen trugen die kleinen Sänger Pappbänder in den Regenbogenfarben. „Für Farben sind Hörgeschädigte und Sprachgestörte sehr empfänglich“, begründete Walther die Namensgebung der acht Gruppen. Nach der Eröffnungsfeier gab es Gelegenheit, die neuen Räume zu besichtigen.
15 Kinder besuchen die Gruppe „Türkis“. Insgesamt werden in der Kita 95 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren von 20 Erzieherinnen betreut. Die Sprachförderung erfolgt durch eine Logopädin und eine Förderschullehrerin mit Schwerpunkt Hören. Der Einzugsbereich reicht über den Rhein-Pfalz-Kreis bis nach Speyer und Kaiserslautern.