Frankenthal Namen können eingraviert werden
Zwei neue Urnengemeinschaftsgrabanlagen sollen in Kürze auf dem Eppsteiner Friedhof entstehen. Für deren Umsetzung gab der Ortsbeirat am Mittwoch grünes Licht. Sie werden anders gestaltet als die bisherigen Rasenurnengräber, die optisch und von der Pflege her nicht überzeugen konnten. Die Zeit drängt, da es nur noch zwei freie Plätze in bestehenden Gemeinschafts-Grabflächen gibt.
Eine der Anlagen soll im nordöstlichen Teil des alten Abschnitts des Friedhofs in Form eines Baumgrabes geschaffen werden. Die kreisrunde Grabfläche hat nach der Planung 24 Grabfelder. Auf einer Seite des Baumgrabs soll eine Sitzgruppe errichtet werden. Die Kosten für die Anlage einschließlich Sitzgruppe werden mit rund 10.700 Euro beziffert. An der südlichen Sandsteinbegrenzungsmauer – hin zum entwidmeten neuen Teil des Friedhofs – sollen auf einer rechteckigen Fläche weitere 16 Urnenparzellen angelegt werden. In deren Mitte soll eine stufige Ablagefläche für Grabschmuck Platz finden. Die Kosten für diese Anlage betragen rund 7000 Euro. Laut Astrid Anders, Leiterin des Eigen- und Wirtschaftsbetriebs (EWF) der Stadt, soll zuerst die Umsetzung der Baumgrabanlage in Angriff genommen und danach die Grabfläche an der Sandsteinmauer errichtet werden. Beide sollen bis zum Sommer fertig sein. Wie bei einem Ortstermin im Januar von der Mehrheit der Mitglieder des Ortsbeirats gewünscht, wird nun doch auf jedem Grab eine kleine eigene Ablagefläche geschaffen, auf der auch der Name des oder der Verstorbenen eingraviert werden kann. Das hatte die Stadt wegen des Pflegeaufwandes ursprünglich nicht gewollt. Dafür wurden nun die zuvor vorgesehene Stele am Baumgrab und eine Gemeinschaftsplatte an der Sandsteinmauer, an der Platten mit den Namen der Verstorbenen etwas abseits der Grabfelder angebracht werden sollten, aus der Planung gestrichen. Da sowohl Ortsvorsteher Uwe Klodt als auch sein Stellvertreter Hans-Jürgen Baumann (beide SPD) erkrankt fehlten, leitete Josef Büffor (CDU) als dienstältestes Beiratsmitglied die Sitzung. Ein Disput entwickelte sich um das Thema Pflegearbeiten. Heinz Zimmermann (CDU) monierte, dass bei mangelnder Pflege die kleinen Ablageflächen auf den Gräbern zuwüchsen. Beigeordneter Bernd Knöppel (CDU) empfand das als unterschwelligen Vorwurf, der Eppsteiner Friedhof werde mangelhaft gepflegt, und reagierte verärgert: „Wir haben in jüngster Zeit sehr viel gemacht in Eppstein“, sagte er. „Jährlich wurden rund 40.000 Euro investiert.“ Dies geschehe in einer extrem schwierigen personellen Situation. Bei Kosten für ein Urnengemeinschaftsgrab von 675 Euro für den Nutzer und Herstellungskosten von rund 375 Euro blieben noch rund 300 Euro für die Pflege für die Nutzungszeit von 20 Jahren. Das sei schon kaum noch darstellbar. „Wir sind sehr darum bemüht, die Gräber bezahlbar zu halten“, sagte Knöppel. Abgesehen davon bestehe ja die Möglichkeit, sich für ein ganz normales Urnenfeld zu entscheiden, das selbst gepflegt werden könne. Zimmermann konterte, Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) habe 2014 versprochen, die Randsteine auf dem Eppsteiner Friedhof zu begradigen. Er habe damals davon gesprochen, „dass das aus der Portokasse bezahlt wird. Nun haben wir 2018. Hier wurden Versprechungen gemacht, die nicht eingehalten wurden“. Diese Arbeit soll nun, wie Knöppel 2017 versprach, in den nächsten Jahren angegangen werden. Hans Dropmann (CDU) nahm die Verwaltung in Schutz: „Wir in Eppstein haben den schönsten Vorortfriedhof.“ WEITERER BERICHT FOLGT