Frankenthal Musik im Blut

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Wenn am Wochenende in Bobenheim-Roxheim die erste gemeinsame Kerwe beider Ortsteile gefeiert wird, haben die „Schobberocker“ ein Heimspiel. Klaus Schlosser und sein Sohn Julian werden zusammen mit Sängerin Silke Darst am Sonntag, 27. September, ab 16 Uhr rocken.

Eigentlich kennt fast jeder in der Gemeinde die musikalische Familie aus der Bobenheimer Siedlung. Schon Großvater Werner war begeisterter Musiker. Die Schlossers haben buchstäblich Musik im Blut. Bereits ein Ururgroßvater war Geigenbauer im Erzgebirge. Vier Jahrzehnte war Klaus Schlosser als Alleinunterhalter unterwegs. Seit drei Jahren ist „Junior“ Julian mit im Boot. Das war die Geburtsstunde der Band „Die Schobberocker“. Bis dato eine echte Erfolgsgeschichte. Fast pausenlos gastieren die beliebten Musiker auf pfälzischen Kerwen, Volks- und Vereinsfesten. Auch in der Fasnachtszeit sind die Schlossers rund um die Uhr auf Tour. „Auf der eigenen Kerwe zu spielen, ist dennoch etwas ganz Besonderes – hier kennen wir ja so viele Leute“, so Julian Schlosser. Wenn der 19-Jährige dann am Wochenende mit der E-Gitarre und dem Saxofon auf der Bühne steht, sind Stimmung und gute Laune vorprogrammiert. Mit der Musik angefangen hat der sympathische junge Mann bereits in der Grundschulzeit. „Ich habe damals in Frankenthal Keyboard-Unterricht bekommen. Mein Opa Werner hat mich da sehr gefördert.“ Schon kurze Zeit später hat Julian seine Leidenschaft für das Gitarrenspiel entdeckt und erlernte dieses Instrument zunächst autodidaktisch. Weitergebracht hat ihn später der regelmäßige Besuch von Eike Walters „Heldenschmiede“ in Asselheim. Mittlerweile hat er sich gleich mehrere E-Gitarren angeschafft, darunter auch zwei sechs- und zwölfseitige Instrumente aus Texas. Seine ersten Auftritte absolvierte Julian jedoch als Sänger. An der Seite seines heute 51-jährigen Vaters durfte er dabei alte Gassenhauer trällern. Der junge Bobenheimer kennt sie natürlich noch alle in- und auswendig – „Lili Marleen“ oder „Rote Lippen soll man küssen“, ganz zu schweigen vom Kufsteinlied oder dem Schneewalzer. „Die ersten Auftritte waren wenig spektakulär“, erinnert er sich. Oft habe man bei Seniorennachmittagen oder Vereinsfesten vor allem für die mittlere und ältere Generation gespielt. Mit der Gründung der „Schobberocker“ und dem Einstieg von Sohnemann Julian haben sich die Schlossers nun verstärkt auch ein junges Publikum erschlossen. Für die 30- bis 50-Jährigen hält man Titel von Tina Turner, Joe Cocker oder ACDC parat – für die Jüngeren gibt es ziemlich alle neuen Musikrichtungen, vor allem auch Pop-Rock. Unabhängig vom Alter sei es wichtig, sich auf das Publikum einzustellen. „Wenn man auf der Bühne steht, merkt man schon recht schnell, ob der Funke überspringt“, weiß Julian zu berichten. Meist komme es auf eine gesunde Mischung an. Sicherlich sei es für einen 19-Jährigen auch mit Entbehrungen verbunden, fast jedes Wochenende bis in die späten Abendstunden Musik zu machen. Doch klagen will Julian Schlosser nicht. „Mir macht das wirklich Riesenspaß und meinen Freundeskreis pflege ich zwischen den Terminen und Auftritten“, betont Schlosser. Auch die positiven Rückmeldungen des Publikums bauen ihn auf. Die letzten drei Jahre seien für die „Schobberocker“ richtig gut gewesen. Der Schwerpunkt der Auftritte lag dabei in der Vorderpfalz und im Leiningerland, der Heimat von Sängerin Silke Darst. Sie kommt aus Grünstadt. Die Fangemeinde der Band wird zusehends größer. Immer öfter kommen auch Anfragen von außerhalb der Region. Zuletzt gab es einen zweitägigen Auftritt im ostwestfälischen Herford. Und auch Vater Klaus freut sich: „ Julian hat mich nach so vielen Jahren als Alleinunterhalter regelrecht mitgerissen. Wir können nun musikalisch ganz neue Wege gehen und verstärkt auch jüngere Menschen erreichen.“ Für Julian Schlosser steht heute schon fest, dass er die Musik auch zum Beruf machen wird. Nach dem erfolgreich absolvierten Fachabitur hat er gerade ein Studium in Frankfurt begonnen. Sein Ziel: Audio-Ingenieur. „Irgendwann möchte ich mich dann selbstständig machen, eine Musikschule und einen Musikladen mit Tonstudio eröffnen.“ Etwas Zeit zum Kerwefeiern soll aber auch dann noch bleiben. (wek)

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