Frankenthal
Motorsport: Räder beim Team Schütz stehen vorerst still
„Wir befinden uns im Moment auf ,Stand-by’“, sagt Teamchef Christian Schütz. Er bleibt zuversichtlich, obwohl die Corona-Pandemie auch Auswirkungen auf sein Unternehmen hat. Das Hauptstandbein des Rennstalls aus Bobenheim-Roxheim ist der Kundenmotorsport. Und da stehen gerade alle Räder still. „Wir verbuchen derzeit Umsatzeinbußen, weil alle Renn- und Testveranstaltungen abgesagt worden sind“, berichtet Schütz.
Sein Optimismus resultiert aber daraus, dass die Rennsaison so richtig ohnehin erst Ende April losgegangen wäre. Vorsorglich wurde der Start in den Serien, in denen die Schütz-Truppe wieder antreten möchte, verlegt: Die ursprünglich Mitte April geplanten Auftaktrennen im GT Masters und in der GT4 Germany in Oschersleben wurden vom ADAC auf Ende Oktober verschoben und bilden nun den Saisonabschluss. In der „Liga der Supersportwagen“ soll es am 16. und 17. Mai im tschechischen Most losgehen, in der im Rahmenprogramm laufenden Serie GT4 Germany soll die Saison am 6./7. Juni auf dem Red-Bull-Ring im österreichischen Spielberg beginnen. „Das verschafft uns etwas Zeit. Aktuell kann aber niemand sagen, wann die Coronakrise überstanden sein wird“, meint Schütz.
Starkes Engagement im GT4-Sport
Weil sich der GT4-Sport zunehmender Beliebtheit erfreut, will sich das Team dort ab diesem Jahr noch stärker engagieren. So soll in der GT4 Germany neben dem bereits gesetzten Mercedes-AMG ein Porsche Cayman zum Einsatz kommen. Mit zwei weiteren Cayman wollen die Bobenheim-Roxheimer auch in der neuen Serie DTM Trophy im Rahmenprogramm des Deutschen Tourenwagen Masters antreten. „Die DTM ist als etablierte nationale Serie eine interessante Plattform, auf der wir uns präsentieren wollen“, bekennt der Teamchef. Für die Cayman werden noch Gentlemanfahrer gesucht, die neben der erforderlichen Rennlizenz das nötige Kleingeld mitbringen müssen.
Auch in den klassischen Kundensportprogrammen wie der Serie GTC Race/Goodyear 60 oder dem Porsche Sports Cup, die das Hauptstandbein des Unternehmens bilden, wird der Rennstall wieder vertreten sein. „Unsere Kunden sind im Moment natürlich alle etwas enttäuscht. Die würden lieber heute als morgen ins Auto steigen“, sagt Christian Schütz mit Blick auf die grassierende Corona-Pandemie. „Wir sind mit allen in Kontakt und bereiten uns so gut es geht auf die Saison vor.“ Im Moment heißt das vor allem: die komplette Ausrüstung sichten und auf Vordermann bringen und die Rennwagen richten, damit beim verspäteten Saisonstart alles bereit ist.
Dritte Saison mit Marvin Dienst
Eine gute Nachricht hat Schütz für alle Fans, die das Team im ADAC GT Masters, der stärksten nationalen GT3-Serie, verfolgen. Was das Budget anbelangt, sehe es im Moment gut aus, und mit Routinier Marvin Dienst sei man sich über eine Fortsetzung des Engagements einig. Für den Lampertheimer wäre es die dritte Saison im GT Masters in Diensten der Bobenheim-Roxheimer. Die Verhandlungen mit einem zweiten Fahrer seien weit gediehen, meint der Teamchef. „Wir wollen wieder dabei sein.“
Breiter aufstellen will Christian Schütz sein Werkstattangebot. Dort sollen künftig vermehrt auch Straßensportwagen gewartet und optimiert werden. „Die Nachfrage ist gestiegen. Unsere Erfahrung aus dem Rennsport, gerade im Bereich Fahrwerk und Bremsen, wollen wir gerne weitergeben. Wir bieten auch einen Abhol- und Bringservice an“, erläutert Schütz. Auf Mercedes und Porsche beschränkt sei dieser Service nicht. „Alle sportlichen Fahrzeuge sind bei uns willkommen.“
Im Netz