Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Mord im Orientexpress – Agatha Christies Kult-Krimi in einer Neuinszenierung im Rosengarten

Ein Toter, viele Verdächtige: Meisterdetektiv Hercule Poirot ermittelt auf engstem Raum, in einem eingeschneiten Zug nämlich.
Ein Toter, viele Verdächtige: Meisterdetektiv Hercule Poirot ermittelt auf engstem Raum, in einem eingeschneiten Zug nämlich.

Agatha Christies „Mord im Orientexpress“, kommt über Pfingsten in einer Inszenierung des preisgekrönten Regisseurs Christoph Drewitz auf die Bühne des Rosengarten.

Es ist alles andere als ein leichtes Unterfangen, das sich Drewitz und sein Team hier vorgenommen haben. Denn bei der Adaption eines auch durch die Verfilmungen so bekannten Klassikers kann man entweder alles richtig machen oder trefflich scheitern. Die Inszenierung feierte im April am Deutschen Theater in München Premiere – mit einem eigens komponierten Soundtrack und einem prominent besetzten Ensemble – und tourt seitdem durch Deutschland. In Mannheim wird das Stück von Samstag an viermal zu sehen sein.

In der Rolle des belgischen Meisterdetektivs Hercule Poirot schlüpfte bei der Premiere der unter anderem aus TV-Serien wie „Tatort“ und „SOKO Stuttgart“ bekannte Schauspieler Carsten Strauch. In Mannheim wird allerdings der 1958 in Kaiserslautern geborene Cusch Jung den Part übernehmen. Christoph Drewitz hat sich die 2017 uraufgeführte Bühnenadaption seines amerikanischen Kollegen Ken Ludwig zu Eigen gemacht, die – so wie die literarische Vorlage – vom Genie und den ironischen Pointen des Ermittlers getragen ist.

„Mord im Orientexpress“ ist aber auch eine Reise ins Herz der Finsternis. Es geht um die Geheimnisse, die in den Figuren der Geschichte verborgen liegen. Der Roman, der 1934 von Agatha Christie veröffentlicht wurde und der britischen Autorin einen märchenhaften Erfolg bescherte, ging mehr als zwei Milliarden Mal über den Ladentisch. Das brachte ihr den Titel der meistverkauften Autorin der Literaturgeschichte ein. Und schon zu ihren Lebzeiten eine Menge Neid. Vor allem unter ihren Berufskollegen.

Verhindern konnte das den Aufstieg der Britin in den Olymp der schreibenden Zunft freilich nicht. Gleich mehrfach wurde der Stoff verfilmt. Albert Finney spielte den Meisterdetektiv 1974 in der Version von Sidney Lumet, Alfred Molina 2001 in einer amerikanischen TV-Produktion und Kenneth Branagh 2017 dann wieder im Kino. Auch David Suchet ermittelte in einer Folge der britischen Fernsehserie „Agatha Christie’s Poirot“ in der Sache. Das Theaterstück steht also vor der Herausforderung, das Neue im Altbekannten zu entdecken. Neben Cusch Jung in der Titelrolle wirken zwölf Darstellerinnen und Darsteller mit, darunter Sebastian Achilles, den man aus Serien-Hits wie „Dogs of Berlin“ und der „Bergdoktor“ kennt. Er mimt den undurchsichtigen Samuel Ratchett, der gleich zu Beginn als Mordopfer endet und wie eine Spinne im Geflecht der Geheimnisse sitzt, die Hercule Poirot mühsam zu entwirren versucht. Die Newcomerin Yasmina Hempel, die in dem Stück die Gräfin Elena Andrenyi spielt, hat unter der Regie von Christoph Drewitz auch schon im Musical „Romeo und Julia – Liebe ist alles“ ihr Talent unter Beweis gestellt.

Die Inszenierung ist eine Produktion des Frankfurter Veranstalters „Show-Slot“, das schon mehr als 500 Musicals und Stücke für den deutschsprachigen Raum auf die Bühne brachte, darunter „Sister Act“, „Flashdance“ oder Charles Dickens’ „Weihnachtsgeschichte“.

Termine

„Mord im Orientexpress“ ist am Pfingstsamstag, 7. Juni, um 19.30 Uhr, Sonntag, 8. Juni, um 14 Uhr und um 18.30 Uhr sowie am Montag, 9. Juni, um 14 Uhr im Rosengarten zu sehen. Tickets (ab 39,90 Euro) unter www.rosengarten-mannheim.de.

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