Frankenthal / Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Metaller demonstrieren mit Autokorso durch zwei Städte

Flagge zeigen: Die Abschlusskundgebung des Warnstreiks der IG Metall fand auf dem Festplatz an der Benderstraße in Frankenthal s
Flagge zeigen: Die Abschlusskundgebung des Warnstreiks der IG Metall fand auf dem Festplatz an der Benderstraße in Frankenthal statt.

Die IG Metall möchte den Druck auf die Arbeitgeber in der aktuellen Tarifrunde erhöhen. Rund 60 Gewerkschafter haben sich am Dienstag an einem Autokorso beteiligt. Angesteuert wurden Betriebe in Frankenthal und Ludwigshafen.

Lautes Hupen begleitete auf dem Festplatz an der Benderstraße die Forderungen ihrer Funktionäre. Die Metaller befinden sich laut Birgit Mohme, 1. Bevollmächtigte des Ortsvorstands, in der zweiten Warnstreikwelle. Sauer sind die Gewerkschafter, das wurde in den Reden der Abschlusskundgebung deutlich, dass die Arbeitgeber überhaupt nicht auf die Forderungen der IG Metall eingegangen seien. Sie vermuten, dass die Arbeitgeber die Corona-Pandemie ausnutzen wollen, weil sie glaubten, dass die Beschäftigten in dieser Zeit weniger frei agieren und deren Aktionen weniger kraftvoll ausfallen könnten.

Ein Paket mit einem Volumen von vier Prozent fordert die Gewerkschaft in der aktuellen Tarifrunde für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie, sagte Mohme. Dabei biete die Gewerkschaft an, dass es auf unterschiedliche Weise genutzt werden könne – zur Erhöhung des Entgelts oder aber zur Sicherung der Arbeitsplätze in den Betrieben. Bisher hätten die Arbeitgeber aber nicht reagiert.

Arbeit früher beendet

Die bisherigen Aktionen der Gewerkschaft seien erfolgreich verlaufen, was an der guten Beteiligung der Beschäftigten abzulesen sei, betonte Mohme. Mehr als 3000 Beschäftigte der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal hätten an „Frühschlussaktionen“ teilgenommen, bei denen die Arbeit eine Stunde früher beendet worden sei. Die Bevollmächtigte kündigte an, dass die Gewerkschaft den Druck weiter erhöhen wolle.

„Der bundesweite Aktionstag am 1. März hat auf die Arbeitgeber Eindruck gemacht. Doch wir müssen den Druck weiter ausüben“, schloss sich Frank Steininger, Sekretär im IG-Metall-Bezirk Mitte, in seiner Rede den Forderungen Mohmes an. Bisher haben die Arbeitgeber seiner Meinung nach nur ein Scheinangebot vorgelegt, dass in diesem Jahr überhaupt keine Erhöhungen des Arbeitslohns vorsehe. Im Gegenteil, es gebe Forderungen, die es den Arbeitgebern erlaube, manche Leistungen automatisch abzusenken. Steiniger nannte als Beispiel das 13. Monatsgehalt.

Kritik an Arbeitgeberseite

Er forderte die Arbeitgeber dazu auf, die Zukunft nicht zu verschlafen und über die Angebote der Gewerkschaften nachzudenken. Dazu gehöre die Absenkung der Arbeitszeit mit einem finanziellen Teilausgleich. Das halte Facharbeiter in den Betrieben. Steininger: „Wir wollen, dass Auszubildende unbefristet übernommen werden. Wir brauchen auch in Zukunft junge Leute in den Betrieben.“ Dass so viele am Autokorso teilgenommen haben, nannte er ein gutes Zeichen an die Arbeitgeber, dass man sich nicht unterkriegen lassen wolle. „Wir werden uns nicht unter Preis verkaufen. Wer arbeitet, der kann auch streiken“, betonte Steininger.

Die Beschäftigten hätten gezeigt, dass sie bereit seien, Belastungen mitzutragen und trotzdem Leistung zu bringen. Deshalb sei es für sie unverständlich, dass sich die Arbeitgeber „bockig und stur stellen“, sagte Eva Schmidt, Betriebsratsmitglied bei KSB. In diese Kerbe schlug Hilmar Feisthammel (Howden): „Wir haben den Laden in der Zeit von Corona am Laufen gehalten. Die Arbeitgeber müssen nun an den Tisch kommen.“

Etwa 60 Autos rollten nach Gewerkschaftsangaben am Dienstagnachmittag durch Frankenthal und Ludwigshafen.
Etwa 60 Autos rollten nach Gewerkschaftsangaben am Dienstagnachmittag durch Frankenthal und Ludwigshafen.
In Ludwigshafen steuerten die Gewerkschafter die Firma Vögele an. Station machten sie außerdem bei Sensus in Friesenheim.
In Ludwigshafen steuerten die Gewerkschafter die Firma Vögele an. Station machten sie außerdem bei Sensus in Friesenheim.
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