Frankenthal Mehr Vertragsabschlüsse bei den Stadtwerken
Die Energiewende vor Ort stemmen: Das ist für Stadtwerke-Geschäftsführer Volkmar Langefeld und den Frankenthaler Oberbürgermeister Nicolas Meyer (FWG) die große Zukunftsaufgabe. Um dafür die nötigen Mittel zu haben, wurde 2023 erstmals ein Teil des Gewinns, konkret rund 2,5 Millionen Euro, thesauriert, das heißt nicht ausgeschüttet, sondern als Eigenkapital im Unternehmen behalten. Für Langefeld ist das „ein klares Bekenntnis zum Fernwärmeausbau“. Gemeinsam mit dem Chemiekonzern BASF und der Stadt Ludwigshafen plant Frankenthal ausgehend von der Kläranlage bei Mörsch als Wärmequelle die Verlegung eines viele Kilometer langen Netzes zur Versorgung von Haushalten in der Region. Dafür muss die gesamte Infrastruktur in den kommenden Jahren fit gemacht werden. Die Gesamtkosten für das Fernwärmeprojekt waren im Sommer mit rund 300 Millionen Euro beziffert worden.
Bäder mit 3,4 Millionen Euro Minus
Möglich war die Rücklage 2023, weil der städtische Energieversorger das Geschäftsjahr deutlich besser als 2022 abgeschlossen hat. Einen Grund dafür sieht Langefeld in einem „sehr aktiven Vertrieb“. Er spricht von fünf Prozent mehr Vertragsabschlüssen – in Summe etwa 800 Kunden –, insbesondere im Gewerbebereich. Hier versorge man inzwischen gerade im Bereich Wohnungsverwaltung Kunden aus Frankenthal zusätzlich auch außerhalb des Stadtgebiets. Die Baugesellschaft Frankenthal (BGF), zu 25,1 Prozent in Händen der Stadt, zähle mit ihren knapp 2000 Wohnungen im Bestand nicht dazu, heißt es auf Nachfrage. In der Folge der Gaskrise sei es zudem gelungen, viele Privatkunden zurückzugewinnen. „Bestandskunden hatten trotz Gasmangel kaum Preissteigerungen“, betont Langefeld. Der Strom- und Gasverbrauch sei – unter anderem, weil Kunden Energie sparen und vermehrt private Fotovoltaikanlagen genutzt werden – 2023 leicht gesunken, die Umsatzerlöse sind um zehn beziehungsweise 12 Millionen Euro gestiegen. In der Grundversorgung sollen die Preise 2025 konstant bleiben, kündigt er an. Weiter defizitär waren 2023 die von den Stadtwerken betriebenen Bäder mit einem Minus von 1,8 (Hallenbad) und 1,6 (Strandbad) Millionen Euro.