Motorsport
Marvin Dienst holt beim 24-Stunden-Rennen in Spa Platz zwei im Silver-Cup
Der 24-Stunden-Klassiker auf der legendären „Ardennen-Achterbahn“ ist nicht nur der Höhepunkt der Saison im Endurance-Cup der Serie GT World Challenge Europe. Auch für Marvin Dienst, der seit vielen Jahren für das Team Schütz Motorsport aus Bobenheim-Roxheim in verschiedenen Serien am Lenkrad dreht, stellt es einen Höhepunkt in seiner bisherigen Karriere dar. Er alleine absolvierte im Toksport-Mercedes 265 von 550 Runden. Den Rest teilten sich seine Teamkollegen Paul Petit (Frankreich), Oscar Tunjo (Kolumbien) und Axcil Ramar Jefferies (Simbabwe).
Dabei waren die Voraussetzungen für das Rennen gar nicht gut für das Team aus der Eifelgemeinde Quiddelbach. Es verlor den 28. Startplatz, weil der vierte Fahrer an Bord, der Türke Berkay Besler, erkrankte und das Rennen nicht bestreiten konnte. Als Ersatzpilot reiste kurzfristig Jefferies an. Weil der das Qualifying nicht absolviert hatte, musste der Toksport-Mercedes aus der Box starten. Als letztes Auto von 58 GT3-Rennwagen.
Getriebeschaden am Mercedes
Doch das Quartett, das noch nie zusammen ein 24-Stunden-Rennen bestritten hatte, präsentierte sich in guter Form und ließ sich auch vom starken Regen in den ersten Stunden nicht aus der Konzentration bringen. Die Toksport-Truppe arbeitete sich zügig bis auf Position 30 vor. Spätere Rückschläge wurden wieder aufgeholt. Auch von einem Getriebeschaden am Mercedes-AMG GT3 ließen sich die Vier nicht aufhalten. „Weil eine Reparatur zu lange gedauert hätte, haben wir uns fürs Weiterfahren entschieden. Zum Glück hat die Technik gehalten“, berichtete Dienst.
Am Sonntag ging es dann noch bis auf Platz 13 vor. In der Silver-Cup-Klasse belegte das Team am Ende den zweiten Platz. „Unter diesen Voraussetzungen war das ein klasse Rennen von uns“, befand der Lampertheimer, der in der Nacht Doppel- und am Ende sogar Dreifachstints absolvierte. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, meinte der Routinier. „In den bisherigen Rennen in Monza und Le Castellet haben wir zwar schon gezeigt, was wir drauf haben, konnten das aber noch nicht richtig in Punkte ummünzen. Die Motivation für die restliche Saison ist jetzt natürlich hoch.“
Gesamtsieg entrissen
Dass sich Langstreckenläufe in der Schlussphase kaum mehr von Sprintrennen unterscheiden, bewiesen Come Ledogar, Nicklas Nielsen und Alessandro Pier Guidi im Ferrari 488 GT3. Kurz vor Schluss entriss die Iron-Lynx-Truppe dem Audi Sport Team WRT (Dries Vanthoor, Kelvin van der Linde, Charles Weerts) im strömenden Regen den Gesamtsieg.