Frankenthal
Liste ZukunFT: Wahlkampf ohne Programm
Statt zu einer eigenen Veranstaltung einzuladen, werben die Mitglieder der vom Ex-FDP-Kreisvorsitzenden Jürgen Maring und Marketingstratege Andreas Schneider (Agentur BFW Mannheim) ins Leben gerufenen Initiative in der Fußgängerzone und andernorts in der Stadt für ihre Ideen. Oder besser: Sie wollen zuerst einmal zuhören, was Bürger beschäftigt, wie Schneider betont, der auch an der erfolgreichen Wahlkampfstrategie von Oberbürgermeister Nicolas Meyer (FWG) mitgearbeitet hat. Die Anliegen der Frankenthaler werde die neue Liste ZukunFT im Falle einer Wahl in den Stadtrat am 9. Juni dort einbringen.
Schneider und seine Mitstreiter, zu denen unter anderem der Linken-Stadtrat David Schwarzendahl gehört, der sich inzwischen dem Bündnis Sahra Wagenknecht angeschlossen hat, sehen sich als überparteiliche bürgerliche Stimme. Man habe „ausschließlich Frankenthal im Fokus“. In vier Kompetenzteams engagieren sich seit vergangenem Jahr etwa 40 Aktive zu den Themen Wirtschaft, Soziales, Stadtentwicklung sowie Kultur und Freizeit. „Täglich kommen neue dazu“, sagt Schneider, der selbst ebenso wie Initiator Maring auf einem der hinteren Listenplätze kandidiert.
Unter den Top drei sind neben dem Ex-FDP-Mitglied Viktor Schleicher mit Sandra Kober und Michaela Urnauer zwei Frankenthalerinnen, die bislang keine Berührungspunkte mit Kommunalpolitik hatten. Genau das sei Konzept des unabhängigen Vereins. Niemand müsse Mitglied werden oder sich anderweitig binden.
Man sehe die Liste ZukunFT als Antwort auf eine weit verbreitete Politikverdrossenheit, sagt die Eppsteinerin Urnauer. Konkret habe sie unter anderem bereits das Anliegen aus der Grundschule im Vorort nach personeller Unterstützung beim Schwimmunterricht an die Stadtspitze herangetragen. Seit etwa drei Wochen sei man im Wahlkampf im Stadtgebiet unterwegs. Statt eines Programms gibt es einen Flyer, der die Ziele des ehrenamtlichen Vereins und dessen Spitzenkandidaten für den Stadtrat darstellt. Plakate sollen dieser Tage erst folgen. Auch hier wolle man sich „von der Materialschlacht“ der Mitbewerber abheben, sagt Schneider.