Frankenthal Lange Warteliste bei Kita-Plätzen für Kleinkinder

30 Plätze für jüngere Kinder werden in Frankenthal demnächst frei. Mehr als 80 Familien sind dafür vorgemerkt.
30 Plätze für jüngere Kinder werden in Frankenthal demnächst frei. Mehr als 80 Familien sind dafür vorgemerkt.

Wegen Personalmangels gibt er derzeit in Frankenthals Kindergärten oft Notbetreuung (wir berichteten). Doch es mangelt auch an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren. Dazu hat sich die Familie Stockert aus Eppstein an die RHEINPFALZ gewendet. Trotz ihrer angespannten familiären Situation steht sie am Ende der Warteliste auf einen U3-Platz.

Seit 2013 gibt es bundesweit einen Rechtsanspruch auf Kindergartenplätze für Kleinkinder. Für ihren zweijährigen Sohn hat die Familie aber noch keinen Platz erhalten. Jetzt haben die Stockerts Zwillinge bekommen, die zu früh geboren wurden und daher in der Kinderintensivstation des Diakonissenkrankenhauses in Speyer versorgt werden müssen. „Nun haben wir nicht nur die Situation des ständigen Pendelns nach Speyer, sondern auch noch einen Zweijährigen, den wir in keine außerfamiliäre Betreuung abgeben können. Dies belastet nicht nur uns als Eltern, sondern vor allem unseren Sohn“, sagt Marcel Stockert. Da seine Frau in Elternzeit ist und nicht arbeite, habe die Stadtverwaltung die Anmeldung für einen Kitaplatz weit nach hinten gesetzt. Begründung: Nur, wenn beide Eltern berufstätig sind, könne ein Platz zur Verfügung gestellt werden. Auf Anfrage der RHEINPFALZ äußert sich Sozialdezernent Andreas Schwarz (SPD) schriftlich: „Grundsätzlich ist es sehr bedauernswert, dass wir in Frankenthal nicht in der Lage sind, die umfassende Versorgung der Familien mit Kita-Plätzen sicherzustellen.“ Es seien viele Einzelfälle bekannt, in denen die Nichtaufnahme des Kindes zu schwierigen Situationen und Organisationsproblemen führt. Eine Bewertung und Berücksichtigung der individuellen Gründe sei nicht möglich und würde zu einer Verstärkung der Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Kitaplätze führen. Derzeit stehen nach Angaben des Sozialdezernenten im U3-Bereich insgesamt 81 Kinder auf der Warteliste. Doch in diesem Altersbereich gebe es nur 30 Plätze, die demnächst frei werden. „Leider leben wir weiter in der Verwaltung des Platzmangels in unseren Frankenthaler Kindertagesstätten. Der Ausbau der Einrichtungen in städtischer und freier Trägerschaft kommt leider nur langsam voran“, so Schwarz. Der Arbeitsmarkt gestalte zudem die Suche nach neuen Erziehern sehr schwierig. Die Stockerts würden auch vorerst einen Kitaplatz außerhalb Eppsteins annehmen – wenn ihnen die Stadtverwaltung zusichert, dass ein späterer Wechsel nach Eppstein möglich ist, da der Sohn später die Grundschule in dem Vorort besuchen wird. Auch in diesem Punkt macht Schwarz keine Zugeständnisse: „Mit der Annahme eines Platzes in einer Kindertagesstätte ist der Anspruch auf einen Kita-Platz abgegolten. Ein Wechsel der Einrichtung wird aus zwei Gründen grundsätzlich nicht ermöglicht. Aus fachlicher Sicht ist ein Wechsel nicht empfehlenswert und außerdem wäre dies organisatorisch von unserer Verwaltung nicht leistbar.“ Den Stockerts bleibt also nichts anderes übrig als zu hoffen, dass sich die Situation in den Kitas verbessert. Die geplante Kita in der Eppsteiner Weidstraße soll im Sommer 2019 in Betrieb gehen. Dann wird ihr Sohn drei Jahre alt sein und hat dort eine Chance auf einen der 75 Betreuungsplätze für über Dreijährige. Bis es so weit ist, können sie sich mit einer Tagesmutter behelfen. Auf der Homepage der Stadt gibt es im Bereich Kinder, Jugend und Familie eine Tagespflegebörse.

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