Frankenthal Kreishandwerker mit neuer Spitze

Zwei der „Neuen“: Hauptgeschäftsführer Jochen Heck (links) und Christian Hanemann, stellvertretender Kreishandwerksmeister.
Zwei der »Neuen«: Hauptgeschäftsführer Jochen Heck (links) und Christian Hanemann, stellvertretender Kreishandwerksmeister.

Gute Auftragslage 2017, viele Gesellenprüfungen, weniger nicht bezahlte Rechnungen – bei der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz in Ludwigshafen konnte Jochen Heck zum Antritt gute Nachrichten vermelden. Er ist neuer Hauptgeschäftsführer des Dienstleistungszentrums (DLZ) Handwerk.

Es war der Nachmittag der „Neuen“ in den Räumen der Sparkasse Vorderpfalz. Nicht nur Jochen Heck ist seit März in führender Position bei den Handwerkern und folgt auf Rainer Lunk. Bereits zum Ende des Jahres 2017 hatte Kreishandwerksmeister Hans Ziegle seinen Posten abgegeben an Heinz-Werner Süss. Er konnte krankheitsbedingt nicht kommen. Stattdessen begrüßte sein Stellvertreter Christian Hanemann die Anwesenden – darunter die ebenso neue Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). Das DLZ unterstützt seine Mitglieder in vielerlei Hinsicht – unter anderem in juristischen Belangen. 142 Vertretungen vor dem Arbeitsgericht sind für das vergangene Jahr zu verzeichnen. Das seien 100 Fälle weniger als in den Vorjahren, sagte Heck. Gesunken ist auch die Anzahl der nicht bezahlten Rechnungen: 371 im Vergleich zu 439 im Vorjahr. Insgesamt sei eine Summe von 191.337 Euro offener Forderungen eingetrieben worden. Heck spricht von einer „guten Auftragslage mit zahlungsfähigen Kunden“, was wiederum mit der guten Konjunktur in Verbindung zu bringen sei. 814 Zwischen- und Gesellenprüfungen wurden 2017 absolviert, was nur fünf Prüflinge weniger als im Vorjahr sind. Heck hofft, dass damit der Abwärtstrend bei der Anzahl der Auszubildenden gestoppt ist. Getrübt wird die DLZ-Statistik allerdings durch die sinkende Anzahl der Mitglieds-Betriebe. War das Zentrum 2016 noch für rund 3700 Unternehmen zuständig, waren es im vergangenen Jahr noch 3518 Betriebe. Eine große Herausforderung für alle Handwerker sei die EU-Datenschutz-Grundverordnung, so Heck. Ein Problem ganz anderer Art, das vor allem in Ludwigshafen ansässige oder arbeitende Betriebe betrifft, ist das Thema „Hochstraßen“. Oberbürgermeisterin Steinruck berichtete deshalb vor Ort noch einmal von den Planungen zur Sanierung der Trasse Süd und zum Abriss der Trasse Nord. „Das sind Wirtschaftsadern“, betonte sie – gerade in Hinblick auf die Arbeit der Handwerksbetriebe. Sie verband das mit dem Versprechen: „Sie kommen weiter zu Ihren Kunden und können weiter Ihren Kundenstamm ausbauen.“ Beunruhigt zeigten sich einzelne Anwesende auch durch mögliche drohende Dieselfahrverbote – schließlich sind viele Betriebe auf dieselbetriebene Autos angewiesen. Steinruck betonte, dass Fahrverbote möglichst verhindert werden sollen. Die SPD-Politikerin versprach außerdem, sie wolle, „wo immer es der gesetzliche Rahmen erlaubt“, städtische Aufträge an regionale Handwerker vergeben. Diese Aussage sorgte für Raunen im Saal. Jutta Steinruck forderte die Anwesenden auf, ihr zu sagen, wie die Situation verbessert werden könnte. Jochen Heck erklärte im RHEINPFALZ-Gespräch, dass es bei der Auftragsvergabe mehrere schwierige Punkte gebe. Unter anderem seien die Auftrags-„Pakete“ der Stadt in den letzten Jahren teils so groß geworden, dass kleinere Betriebe nicht mehr darauf bieten können.

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