Frankenthal Keine Angst, wenn’s pfeift

Ganz schön viele Knöpfe: In einem ersten Workshop zur Veranstaltungstechnik am vergangenen Samstag ließ Horst Lotterhoß (rechts)
Ganz schön viele Knöpfe: In einem ersten Workshop zur Veranstaltungstechnik am vergangenen Samstag ließ Horst Lotterhoß (rechts) die Teilnehmer auch mal selbst am Mischpult rumspielen. Hier von links Aschwin Gopalan, Friedhelm Franzen, Bernd Meininger und Willi Foltz.

Damit bei den Freiluftaufführungen im Herbst auch jeder Darsteller gut zu hören ist, brauchen die Organisatoren der 1250-Jahr-Feier in Lambsheim ein Team an Technikern. Am vergangenen Samstag kamen zu einem ersten Workshop zehn Freiwillige in die Neutorschule. Ziel von Kursleiter Horst Lotterhoß war es, Grundkenntnisse der Veranstaltungstechnik zu vermitteln. Um weitere Helfer zu finden, soll das Angebot im April wiederholt werden.

Welches Mikrofon muss mit welchem Kabel angeschlossen werden? Was passiert, wenn ich einen bestimmten Knopf drücke? Und warum pfeift es plötzlich? Fragen wie diese wurden in den gut dreienhalb Stunden am Samstag geklärt. Das erlernte Wissen konnten die Teilnehmer am Ende direkt anwenden. Zu einer Generalprobe kamen Gisela Eisenhauer, Olga Lenkheit und Patricia Polizzano mit ihrem Kabarettprogramm „Männer und andere Katastrophen“ vorbei. Doch auch wenn sich für den Technik-Workshop tatsächlich nur Männer gemeldet hatten, größere Katastrophen blieben an dem Nachmittag aus. Und die Begeisterung war offensichtlich groß. Als Lotterhoß vorm Abschied fragte, wer nun dabei sei, hätten sich alle gemeldet. „Keine Angst vor den vielen Knöpfen“: Das war einer der Leitsätze von Horst Lotterhoß. Der 59-Jährige arbeitet als Elektromeister beim Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen und sorgt seit zwei Jahrzehnten beim Theater am Türmchen in Lambsheim für den guten Ton. Außerdem unterstützt er das Schlappschnuut-Theater von Ehefrau Ulrike Lotterhoß. Gemeinsam mit seinem Schwiegersohn, der ein eigenes semi-professionelles Tonstudio hat, sitzt er bei Feiern und Bandauftritten in der Region regelmäßig am Mischpult. Weil so ein großes Ereignis wie das Dorfjubiläum und insbesondere das für September geplante Stationentheater nicht im Alleingang bewältigt werden kann, sucht Lotterhoß Mitstreiter. Diese müssen nicht zwingend Vorkenntnisse mitbringen. „Wir freuen uns auch, wenn einer beim Aufbau hilft oder mal ein Kabel verlegt“, sagt der Lambsheimer. Ein erster Einsatz für seine „Männer“ vom Samstag ist bereits in wenigen Wochen: Mitte April gibt es einen Festakt und ein Bürgerfest zur 1250-Jahr-Feier in Lambsheim. Doch die größte Herausforderung wird sicher das Stationentheater im September. An sechs Orten im Dorf sollen Szenen aus der Geschichte Lambsheims gezeigt werden. Für jeden Spielort sucht Lotterhoß ein Team, das sich um Ton und Licht kümmert. In den nächsten Wochen will er Kontakt zu den Regisseuren knüpfen und gemeinsam mit ihnen und seinen Helfern die Stationen begutachten. Wer mitmachen will, sollte ein Interesse für Veranstaltungstechnik mitbringen und im Idealfall gute Nerven, um auch mal ein Geräusch einzuspielen oder das Mischpult zu bedienen. „Man sollte keine Panik bekommen, wenn was schief geht“, sagt Lotterhoß. Und als habe er das demonstrieren wollen, erlebte der erfahrene Tontechniker am Samstagnachmittag gleich selbst eine Panne. Weil ein Verbindungskabel fehlte, konnte er die vorbereitete Präsentation nicht abspielen. „Dann muss man eben improvisieren“, sagt Lotterhoß und lacht. Kontakt Wer sich im Technik-Team für die 1250-Jahr-Feier in Lambsheim engagieren will, kann sich per E-Mail an horst.lotterhoß@freenet.de wenden. Für alle Interessierten gibt es im April einen weiteren kostenlosen Workshop, der Termin steht allerdings noch nicht fest.

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