Frankenthal Jazzpreis geht an Tamara Lukasheva

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Das Tamara Lukasheva Quartett aus Köln hat am Wochenende den Neuen Deutschen Jazzpreis gewonnen, den die IG Jazz Rhein-Neckar unter der Leitung jährlich wechselnder Kuratoren vergibt. Bei einer zweitägigen Veranstaltung in der Alten Feuerwache Mannheim wurde zudem ein Kompositionspreis verliehen: dem Mannheimer Saxofonisten Nicolai Pfisterer.

Als Stimmakrobatin von großem Format empfahl sich Tamara Lukasheva. Mit ihrem Quartett erspielte sie sich den mit 10.000 Euro dotierten Bandpreis und gewann auch den mit 1000 Euro honorierten Solistenpreis. Die Folklore ihrer ukrainischen Heimat war ein vitaler Einstieg für die Sängerin, die Brücken zwischen Ethno-Anleihen und avantgardistischen Erkundungen schlug. Ihre Vokalakrobatik war sehr lebendig und emotional, ihren geflüsterten, geschwärmten oder in höchste Diskantregionen gewirbelten Tiraden gab sie viel Energie mit. „Mannheim tanzt“ heißt die vom Publikum auserkorene Siegerkomposition. Man hätte sie so im Jungbusch verorten können: Orientalische Rumba erklang da neben weiteren Tänzen und schönen Melodien aus der großen weiten Multikulti-Welt. Ungewöhnlich waren auch die anderen Beiträge. „Nimroods, dimroots“ von Heiko Duffner etwa hätte auch Tom Waits sehr zur Ehre gereicht. Die britische Sängerin Norma Winstone war heuer Kuratorin. Die 1941 geborene Grande Dame des Jazz-Gesangs, die ihre große Zeit in der englischen Avantgarde-Szene und in der Band von Mike Westbrook hatte, trat mit dem Saxofonisten Klaus Gesing und dem Pianisten Glauco Venier auf. Das Trio bot herbe, ausdrucksvolle Gesänge in balladesker Melancholie, umgeben von filigranen Linien und expressiven Harmonien. |öhl

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