Frankenthal Jagd mit schnellen Szenenwechseln
Bisher waren Hilde Artmeier und ihr Mann Wolfgang Burger jeder für sich als Krimischreiber erfolgreich. Nun haben sie zum ersten Mal im Duo geschrieben. „Ja, wir reden noch miteinander. Mehr als vorher“, sagt Artmeier und lacht. Auch das Genre Thriller sei für beide neu gewesen. „Unsere Krimis sollen möglichst realistisch sein, bei einem Thriller kann man schon mal in die Vollen gehen“, erklärt Burger. Seine Krimiserie spielt in Heidelberg, wo Kripo-Chef Alexander Gerlach ermittelt. Die Krimis von Artmeier sind in Regensburg angesiedelt, wo erst Kommissarin Lilian Graf ermittelte, dann auch die Privatdetektivin Anna di Santosa, die schon mal Spuren durch ganz Europa verfolgt. Vom Exposé bis zu den einzelnen Szenen hat das Ehepaar gemeinsam geplant, dann hat jeder für sich Szenen geschrieben, am Ende haben beide das ganze Manuskript überarbeitet. Das geschah in einem gemeinsamen sechswöchigen Arbeitsurlaub in Schweden. Und das hat beiden offenbar großen Spaß gemacht. Das neue Buch hat den Autoren neue Möglichkeiten eröffnet. „Wir haben beide unsere Krimis aus der Ich-Perspektive geschrieben, da sind bestimmte erzähltechnische Sachen einfach nicht möglich, wie etwa Cliffhanger“, erklärt Burger. Anders dagegen im neuen Thriller: Der wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, zwei Männer und zwei Frauen sind in das Geschehen verwickelt. Und so können die Autoren sich nicht nur das Erzählen aufteilen, sie können auch schnelle Szenenwechsel einbauen und spannende Momente hinauszögern, weil der Erzähler wechselt. „Cliffhanger“ ist ein Begriff aus der Frühzeit der Fernsehserien in Amerika. Da endete eine Episode oft damit, dass der Protagonist bei der Verfolgungsjagd in eine scheinbar ausweglose Situation gerät – zum Beispiel an einer Klippe hängt und sich gerade noch festhalten kann, während sein hämisch grinsender Antagonist droht, ihn in den Abgrund zu stoßen. Schnelle Szenenwechsel und hohes Erzähltempo zielen auf ein jüngeres Publikum. „Wir schreiben beide schon viele Jahre unsere Reihen, unser Publikum ist mit uns alt geworden. Jetzt versuchen wir, auch die Generation Netflix anzusprechen“, sagt Burger. Nach dem Gespräch mit den Autoren kann man sich den Thriller schon ganz gut als eine Art Script für einen Actionfilm vorstellen. Inklusive cooler Sprüche, wie sie für Helden typisch sind, die Bruce Willis oder Jason Statham auf die Leinwand bringen. Neu ist auch die Präsentation des Buches. Das Autorenpaar hat sich einiges einfallen lassen. Per Projektion werden Fotos von Szenen, Landschaften und Situationen gezeigt, und es gibt auch was auf die Ohren: Geräusche sollen die rasante Handlung akustisch in Szene setzen. „Einige Sachen habe ich selbst aufgenommen, anderes aus lizenzfreien Soundsammlungen des Internets heruntergeladen“, erläutert Burger. Als Ingenieur mit Affinität zur Technik sorgt er auch für die Umsetzung vor Ort. „Das hat nicht den Anspruch eines professionellen Sounddesigners, aber es macht Spaß und kommt bei den Zuhörern sehr gut an“, sagt er. Termin „Gleißender Tod“ – multimediale Lesung aus dem neuen Thriller mit den Autoren Wolfgang Burger und Hilde Artmeier am Donnerstag, 4. April, 19 Uhr, in der Gemeindebücherei (Kurpfalztreff) Bobenheim-Roxheim, Pfalzring 39a.