Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Impfbus: Menschen warten trotz Kälte geduldig auf die Spritze

Zwischen Erkenbertruine und Rathaus: der Impfbus des Landes bei seinem Einsatz in Frankenthal.
Zwischen Erkenbertruine und Rathaus: der Impfbus des Landes bei seinem Einsatz in Frankenthal.

Vom Start am Morgen bis zum Annahmeschluss um 17 Uhr: Trotz herbstlicher Kälte haben am Donnerstag rund 500 Menschen mehr als eine Stunden lang gewartet, um sich am Impfbus hinterm Rathaus ihre Dosis spritzen zu lassen. Wer sie brauchte, bekam auch unbürokratische Hilfe.

Ungemütlich ist es am Donnerstagmorgen auf dem Rathausplatz: grau, neblig, kalt. Bei ganz vielen ist der Wunsch, sich am Impfbus des Landes die Erst-, Zweit- oder Drittimpfung zum Schutz vor Corona abzuholen, aber offensichtlich größer als die Furcht, sich dabei noch eine deftige Erkältung einzufangen. Schon um 10 Uhr, als das mobile Impfzentrum bei seinem Stopp in Frankenthal den Betrieb aufnimmt, bildet sich eine lange Warteschlange, die bis zur Bahnhofstraße reicht. Und das ändert sich bis zum Annahmeschluss um 17 Uhr nicht, wie Johannes Jochem auf Rückfrage der RHEINPFALZ am Abend berichtet.

Lob für Geduld

Um die Mittagszeit schätzt der Leiter des mobilen Impfteams, das der Speyerer Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) stellt, die Dauer, die vom Anstellen bis zum finalen Piks im Bus vergeht, auf etwa anderthalb Stunden. So genau könne man das nicht sagen, erklärt Jochem. Manche der Menschen brauchten keine großen Informationen mehr – da sei das ganze Prozedere in drei bis vier Minuten erledigt. Andere hätten Ängste und brauchten das Gespräch mit dem Arzt – dann könne es halt auch mal zehn Minuten lang dauern.

Der DRK-Teamleiter lobt die Geduld der Wartenden, während er an seinem Platz unter den Rathaus-Arkaden Laufzettel und Impfpässe derjenigen sortiert, die schon geimpft sind und nun noch für die Viertelstunde zur Beobachtung auf Stühlen sitzen. Eine der Dosen, die der Impfbus mitgebracht hat, zu ergattern – das wollen nach Johannes Jochems Angaben nicht nur Frankenthaler. Es sind Menschen aus Ludwigshafen darunter oder Mannheimer, die in der Pfalz arbeiten – eine bunte Mischung.

„Booster“ gefragt

Pensionär Jochem, der als Ehrenamtler sonst mit dem mobilen Impfteam vor allem in Alten- und Pflegeheimen unterwegs ist, hat mit seinen zwölf Leuten den Termin in Frankenthal übernommen, weil das Land angesichts der zunehmend bedrohlichen Infektionslage die Anzahl der Impfbusse hochfährt. Das Gros der etwa 500 Personen, die am Donnerstag geimpft werden, holt sich den „Booster“ – die dritte Auffrischungsdosis, wenn die zwei ersten ein halbes Jahr zurückliegen. Der Mann vom Roten Kreuz ist unter dem Strich aber überrascht, dass doch auch viele Leute noch die Erstimpfung verlangen.

Und manchmal ist am Impfbus auch unbürokratische Unterstützung gefragt: bei Verständnisproblemen oder wenn – wie in einem Fall – der Stempel von der ersten Immunisierung im Impfpass fehlt. Johannes Jochem kümmert sich auch um diesen Fall, will zumindest versuchen, ob er die Ärztin ausfindig machen kann, die im Oktober in einem anderen Bus der Frau die Spritze verabreicht hat. Ihr Problem: Ohne Stempel gibt es die begehrte Bescheinigung über die vorerst vollständige Impfung nicht.

Dass bei der Impfquote in Frankenthal noch Luft nach oben ist, das zeigen am Donnerstag veröffentlichte Zahlen des Landes: Demnach haben in der Stadt – bezogen auf die gesamte Bevölkerung – 64,6 Prozent vollständigen Impfschutz. Unter den Frankenthalern, die älter sind als zwölf Jahre, liegt dieser Wert bei 73,1 Prozent.

Über den ganzen Rathausplatz reichte die Warteschlange.
Über den ganzen Rathausplatz reichte die Warteschlange.
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