Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Illegale Schlachtung im Hinterhof: Wie eine Veterinärskontrolle eskaliert ist

Zwölf Männer waren laut Stadtverwaltung beim Eintreffen der Behörden gerade dabei gewesen, in einem Hof in der Innenstadt zwei S
Zwölf Männer waren laut Stadtverwaltung beim Eintreffen der Behörden gerade dabei gewesen, in einem Hof in der Innenstadt zwei Schweine zu zerlegen.

Dass in einem Hinterhof in der Welschgasse in der Frankenthaler Innenstadt ein Schwein geschlachtet wird, darüber hatten Anwohner am 22. Dezember das Veterinäramt informiert. Die anschließende Kontrolle eskalierte dann laut Stadtverwaltung.

In dem Hinterhof des Anwesens in der Welschgasse habe man vergangenen Freitag um die Mittagszeit zwölf Personen angetroffen, die gerade damit beschäftigt waren, zwei tote Schweine zu zerlegen. Darüber informiert die Stadtverwaltung auf Anfrage. Der Kommunale Vollzugsdienst (KVD) sei vom Amtstierarzt des Veterinäramts des Rhein-Pfalz-Kreises zur Unterstützung bei der Kontrolle angefragt worden. Als Hauptverantwortlicher und Ansprechpartner habe sich vor Ort ein 52-Jähriger herausgestellt. Von der Belehrung des Amtstierarztes, dass eine „Hinterhofschlachtung“ eine Straftat sei und damit gegen Tierschutzrecht sowie Hygienevorschriften verstoßen werde, habe sich der Mann unbeeindruckt gezeigt. Da der 52-Jährige jegliche Kooperation verweigert habe, sei die Polizei dazugerufen worden. Die Lage im Hinterhof sei daraufhin derart eskaliert, dass einer der Männer von den Beamten in Gewahrsam genommen wurde. Der Hauptansprechpartner wurde vorübergehend fixiert, heißt es im Bericht der Verwaltung.

Laut Polizei hatte ein 31-Jähriger zu einer Axt und einem Messer gegriffen und sich so bewaffnet den Polizeibeamten zuwandt. Die Beamten hätten daraufhin mit dem Einsatz eines sogenannten Tasers (Distanzelektroimpulsgerät) und der Schusswaffe gedroht. Es sei zwar gelungen, den 31-Jährigen mit „einfacher körperlicher Gewalt“ zu überwältigen, da er sich aber weiterhin massiv gegen Handfesseln gewehrt habe, seien kurze Stromstöße mit dem Taser abgegeben worden. Bei dem Mann sei ein Alkoholwert von 2,44 Promille gemessen worden.

Die toten Schweine wurden laut Stadt vom Eigen- und Wirtschaftsbetrieb (EWF) abtransportiert und sollten am Mittwoch, 27. Dezember, von der Tierkörperbeseitigungsanstalt zur Entsorgung abgeholt werden. Ob gegen die Beschuldigten in der Vergangenheit ähnliche Vorwürfe vorlagen, kann die Stadt auf Nachfrage derzeit nicht beantworten. Es habe jedoch auf dem Anwesen in der Vergangenheit Probleme mit illegalem Müll und Lärmbelästigung gegeben. Wie die Stadt auf Rückfrage bestätigt, hatte im Frühsommer im selben Gebäudekomplex bereits ein Vorfall für Schlagzeilen gesorgt. Ein Streit wegen nächtlichen Lärms war so eskaliert, dass am Ende die Polizei wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelte. Ob allerdings dieselben Personen wie damals nun in die illegale Schlachtung verwickelt gewesen seien, könne man nicht sagen.

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