Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Ärger um Lärm und Müll: Was Nachbarn und Vermieter sagen

„Maximal noch ein Jahr“: Die Firma Immodica stellt als Eigentümer der Wohnungen eine Besserung der angespannten Situation in Aus
»Maximal noch ein Jahr«: Die Firma Immodica stellt als Eigentümer der Wohnungen eine Besserung der angespannten Situation in Aussicht und verweist dabei auf ihre Baupläne.

Ein Streit wegen nächtlichen Lärms eskaliert im Mai in der Frankenthaler Innenstadt derart, dass am Ende die Polizei wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt. Die Nachbarn sind verängstigt, der Eigentümer der Häuser, in denen Bauarbeiter untergebracht seien, sagt, er ermahne die Männer immer wieder. Und stellt ein Ende der Situation in Aussicht.

„Wir wissen, dass es in der Stadt nicht ruhig ist“, betonen die Familien, die ihre Namen nicht veröffentlicht sehen wollen. Auch gegen Feiern im Garten hätten sie grundsätzlich nichts einzuwenden. Dass das bei der engen Hinterhofbebauung auch laut werden kann, wissen sie. „Aber man sollte doch Rücksicht nehmen und miteinander reden.“ Genau das scheint in der Samstagnacht im Mai, die gegen 23 Uhr mit einem größeren Polizeieinsatz im Bereich Welschgasse/Sterngasse endete, nicht mehr möglich gewesen zu sein. Am Ende sprachen laut Polizeibericht die Fäuste. Nasenbluten und ein gebrochener Zahn bei einem Anwohner sind ebenso wie eine beschädigte Eingangstür am Haus der Feiernden die Bilanz.

Am Wochenende habe zu dieser Zeit von Freitag bis Sonntagmittag durchgehend Party geherrscht, sagt eine Nachbarin. Grillen, laute Musik, unüberhörbare Gespräche und Tanz. Bereits gegen 20 Uhr habe sie das Gespräch mit den feiernden Männern gesucht. Die Antwort: Provokationen und Beleidigungen. Einer der Feiernden habe auf ihren minderjährigen Sohn losgehen wollen, der sie begleitet und das Gespräch gefilmt habe, schildert die Frau. In der Folge seien Sätze in Richtung ihres Balkons gefallen wie: „Wir kommen rüber und treten Euch die Tür ein.“ Als ein Angehöriger der Familie sich erneut zu dem Haus aufmacht, um die Situation zu klären, kommt es zu besagtem Streit.

Nachbarin: „Ich habe Angst“

Die Polizei, die mit zwei Funkstreifenwagenbesatzungen im Einsatz ist, kontrolliert laut Bericht anschließend in dem Anwesen sechs Männer zwischen 21 und 51 Jahren. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, gestalteten sich aber schwierig, heißt es auf Anfrage Ende Juni. Ob der Fall, wie angekündigt, letztlich tatsächlich an die Staatsanwaltschaft Frankenthal übergeben wird, ist offen. Ihr Sohn rechne seit dem Vorfall damit, dass irgendwann eine Scheibe oder die Tür eingeschlagen werde, sagt die Nachbarin. Und eine weitere Anwohnerin ergänzt: Die Abendrunde mit dem Hund mache der Gatte. „Ich habe Angst.“

Der Vorfall ist nach Schilderungen aus den angrenzenden Häusern der traurige Höhepunkt von einer ganzen Reihe von Beschwerden. Zwischen Januar und Anfang Mai war der Kommunale Vollzugsdienst (KVD) sechs Mal vor Ort, bestätigt die Verwaltung. Fünfmal sei es um Lärmbelästigung gegangen, einmal sei die Vernachlässigung der Straßenreinigungspflicht der Grund gewesen. Illegal abgestellter Müll am Straßenrand ist für die Nachbarschaft ein weiteres Ärgernis. Ihre Befürchtung: Dadurch könnten Ratten angelockt werden. Der Verwaltung sei bekannt, dass im Bereich von Welschgasse und Sterngasse häufiger illegal Müll abgestellt werde, heißt es auf Anfrage. Der Eigen- und Wirtschaftsbetrieb (EWF) habe die Größen der Müllbehälter überprüft. Da bei einer Kontrolle des KVD Personen festgestellt worden seien, die nicht an dieser Adresse gemeldet seien, könnten größere Mülltonnen Abhilfe schaffen. Mit dem Vermieter habe man wegen der nicht gemeldeten Personen Kontakt aufgenommen.

Vermieter: „Ist mir nicht egal“

Eigentümer der besagten Immobilie ist die Frankenthaler Immobilienfirma Immodica. Makler Rosario Modica sagt auf Anfrage, man wisse von den Problemen. Er ermahne die Bewohner der vier Wohnungen, die den großen Hof und den Garten gerne zum Feiern und Grillen nutzen, immer wieder, sich an die Ruhezeiten zu halten und Rücksicht zu nehmen. „Mir ist wichtig, dass die Nachbarn wissen: Es ist mir nicht egal“, sagt er. Er wirbt aber auch um Verständnis für die Mieter – Modica spricht von zehn bis zwölf Personen, die für Firmen auf dem Bau arbeiten und fest in der Welschgasse leben. Für diese Leute sei es unmöglich, eine Wohnung zu finden. Weil er auf den Grundstücken der Häuser ein größeres Bauprojekt plane, laufe der Mietvertrag jeweils nur ein Jahr. Modica ist optimistisch, dass sich die Situation schon bald ändert. „Maximal noch ein Jahr“ solle es bis zum Baustart dauern.

Im Juni habe sie vereinzelt laute Musik bei offenen Fenstern gehört, Anfang Juli sei bis spät am Abend laut im Hof gesungen worden, berichtet die Nachbarin. Zweimal habe sie in den zurückliegenden Wochen das Ordnungsamt informiert. Zuletzt sei ihr jedoch aufgefallen, dass es am Wochenende leiser geworden sei. Die Bewohner säßen zwar im Hof, hätten die Musik jedoch leise oder ganz ausgeschaltet. „Ich hoffe, dass es so bleibt und die lauten Abende die Ausnahme sind“, sagt die Frankenthalerin.

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