Frankenthal „Ich denke nicht ans Aufhören“

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Der Nachwuchs ist das Aushängeschild der HSG Eckbachtal. 13 Jugendmannschaften vertreten die Farben der HSG. Was den Erfolg des Vereins ausmacht und welche Schwierigkeiten dieser auch bisweilen mit sich bringt, erklärt Klaus Gehrbrandt, Jugendleiter der HSG Eckbachtal, im Interview.

Nach der langen Saison folgten auch schon direkt die neuen Qualifikationsturniere. Sind Sie erleichtert, dass erst mal Pause ist, oder wissen Sie mit den freien Wochenenden nun nichts anzufangen?

(Lacht) Na ja, es ist ja nicht so, dass ich sonst nichts zu tun hätte. Meinen Job als Jugendleiter mache ich quasi nur nebenher. Hauptberuflich bin ich in der BASF tätig, und so ganz nebenbei betreiben wir noch eine Pension. Zwar werden mir die nächsten Wochen die Spiele der Jugendmannschaften fehlen, aber es tut auch gut, den Akku wieder aufzuladen. Auch in der kommenden Saison ist die HSG mit drei Teams in der Pfalzliga vertreten, lediglich die männliche B-Jugend scheiterte knapp. Sind Sie enttäuscht, dass es nicht wieder mit allen Teams geklappt hat? Sicher wären wir wieder gern mit allen vier Jugendmannschaften von der D-Jugend bis zur A-Jugend in der Pfalzliga vertreten gewesen. Wir waren letzte Saison schon etwas stolz, dieses Kunststück geschafft zu haben. Das ausgerechnet die männliche B-Jugend knapp scheiterte, schmerzt schon etwas. Schließlich betreue ich die Mannschaft so ganz nebenbei noch als Co-Trainer. Es war schon ärgerlich. Wir haben uns mehr ausgerechnet. Am Ende fehlte lediglich ein Tor in der ersten Runde, und wir wären dabei gewesen. Das zweite Wochenende hätte schlimmer nicht ausfallen können. Irgendwie wollte nichts gelingen. Gibt es neue Ziele eine Klasse tiefer? Oh ja, die gibt es, denn nun fordern wir von der Mannschaft ganz klar einen Platz unter den ersten Zwei in der Bezirksklasse. Gelingt dies, wären wir zur Rückrunde in der Verbandsliga vertreten. Und dann mal schauen, was dort möglich ist. Die Jungs können durch diesen Prozess auch reifen. Die HSG hat nicht nur die großen Jugenden am Start. Mit wie vielen Mannschaften ist die HSG Eckbachtal im Jugendbereich vertreten? Das ist eine ganze Menge. Wir haben gleich 13 Jugendmannschaften, wobei die jüngsten in Turnierform starten. Auch eine weibliche E-Jugend-Mannschaft haben wir wieder. Wie schaffen Sie das? Im Umfeld gibt es immer weniger Vereine, die über eine komplette Jugend verfügen. Die HSG kann sich kaum noch rettenGibt das nicht Probleme mit den Trainingszeiten? Da haben wir wirklich Glück, dass wir durch die HSG gleich über fünf Hallen verfügen dürfen. Noch gelingt es uns, und darauf sind wir wirklich stolz, dass alle 13 Jugendmannschaften über eigene Trainingszeiten verfügen. Lediglich bei der männlichen A-Jugend machen wir eine Ausnahme. Diese ist aber gewollt. Die Jungs trainieren einmal die Woche im Anschluss an ihre eigene Hallenzeit mit der ersten und einmal mit der zweiten Herrenmannschaft. Dadurch erhoffen wir uns ein besseres Kennenlernen. Und der Sprung in den aktiven Bereich soll erleichtert werden. Was macht die HSG so attraktiv? Manchmal wären wir schon froh, es wären mehr Jugendmannschaften in der unmittelbaren Region, doch es ist, wie es ist. Wir sprechen keine Spieler direkt an, allerdings spricht es sich herum, dass wir nicht nur Handball bieten. Wir unternehmen immer wieder etwas mit unseren Jugendspielern, zum Beispiel die Fahrten in die Schweiz. Die Schweizer besuchen uns auch regelmäßig. Das zieht natürlich. Wir achten darauf, dass sich unsere Trainer regelmäßig fortbilden. Wie lange sind Sie schon Jugendleiter bei der HSG? Eckbachtal ohne Sie kennt man gar nicht. Puh, ja, ich mach’ das jetzt schon seit 2008. Arno Schuhmann (Abteilungsleiter der HSG, die Redaktion) fragte mich einfach, und da ich bis zwei Monate zuvor noch selbst im Tor stand, war meine Pause recht kurz. Aber es macht mir riesigen Spaß, und ich darf auch eigene Ideen einbringen und umsetzen. Wäre dies nicht der Fall, weiß ich nicht, ob ich so lange dabeigeblieben wäre. Aber ans Aufhören ist zurzeit noch nicht zu denken. Können Sie bei so vielen Jugendteams die Gesichter noch zuordnen? Das war zu Beginn wirklich nicht leicht für mich. Ich habe mir tatsächlich alle Mannschaften auf den Rechner gezogen und mir die Namen einzeln notiert. Ich wollte nicht nur der Mann an der Front sein, den alle ansprechen. Ich wollte von Beginn an alle Jugendlichen und Kinder mit Namen ansprechen. Entweder ganz oder gar nicht, lautete schon damals meine Devise. Mit wie viel Zeit und Aufwand ist so ein Amt zu messen? Gibt es da ein paar Zahlen? (Überlegt kurz) Ja, so gute 500 bis 600 Stunden gehen da schon drauf im Jahr, nicht nur in der Halle, auch am Rechner daheim. Ich schätze mal, so circa 1500 E-Mails gibt es pro Jahr zu bearbeiten. Spielverlegungen, Passanträge, Hallenzeiten. Und dann gilt es immer noch, auf die Wünsche der Trainer einzugehen. Ist zwar nicht immer leicht, aber irgendwie schaffen wir es am Ende immer wieder. Und wie bleibt ein Jugendleiter fit? Na ja, irgendwie hält die ganze Arbeit einen ganz schön in Schwung. Und dann treffen sich ein paar Ältere und Ehemalige regelmäßig zum Fußball. Hier tobe ich mich dann auch immer noch etwas aus.

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