Handball
HSG Eckbachtal: Zu viele personelle Wechsel
Kameradschaft, so lautete die Währung, die bei den Eckbachtaler Gekkos wichtiger ist als der schnöde Mammon. Bei nahezu allen anderen Vereinen in der überregionalen Oberliga erhielten die Spieler wenigstens einmal im Monat einen Umschlag mit Geld. Nur so lässt sich auch erklären, weshalb ehemalige Nationalspieler, oder andere in der Vergangenheit höherklassige agierende Spieler sich in der 4. Liga Woche für Woche für den Handballsport aufopfern. Nicht so bei den Gekkos, dort war tatsächlich der Kasten Bier nach dem Spiel die höchste Währung. Doch am Ende reichte es nach der siebten Saison unter der Führung von Trainer Thorsten Koch in der überregionalen Oberliga nicht mehr aus, und so mussten sich die Eckbachtaler Gekkos, die zudem über den geringsten Etat verfügten, geschlagen geben und den bitteren Gang in die 5. Liga beschreiten.
Koch war sicherlich nicht zu beneiden, denn seinen Wunschkader durfte er nicht einmal während der Saison berufen. Stets war sein Improvisationstalent gefordert, so besteht eine Handballmannschaft in der Regel aus 14 Spielern, doch Koch musste auf 28 Spieler zurückgreifen. Mit Sven Lerzer und Matthias Kassel reaktivierte er gar nochmals „Handballrentner“. Beide durften sich dennoch bei ihren kurzen Einsätzen mit ihren Erfahrungen in die Torschützenliste eintragen.
Koch griff zudem immer öfter auf die eigentlichen A-Jugendspieler Lars Reber, Jonas Molz und die Zwillingsbrüder Adrian und Gabriel Rampp zurück. Ebenso sprangen immer wieder Spieler der zweiten Garnitur, die in der Pfalzliga und somit lediglich eine Etage tiefer um Punkte spielten, ein. Doch am Ende reichte all dieser Einsatz nicht aus, denn die Eckbachtaler Gekkos mussten sich mit 10:50 Punkten aus der Liga verabschieden.
Ärgerlich aus Sicht des Trainergespanns Thorsten Koch und Mohamed Subab, der verhaltene Saisonstart. So gelang trotz guter Gelegenheiten erst im sechsten Anlauf der erste Erfolg . Gleich am ersten Spieltag verpassten sie eine Überraschung gegen den späteren Vizemeister. Der HV Vallendar war zum Saisonstart durchaus schlagbar, doch statt Selbstvertrauen aus der knappen Auftaktniederlage gegen einen Meisterschaftskandidaten zu tanken, musste die Mannschaft zunächst weitere Niederlagen hinnehmen. Das Trainergespann hatte sich eigentlich vorgenommen, gegen unmittelbare Mitabstiegskandidaten zu punkten, dies gelang aber zu selten. Doch es gilt zu berücksichtigen, dass wichtige Akteure immer wieder passen mussten, so konnte der Torgarant Maximilian Schreiber lediglich bei 19 Spielen eingesetzt werden, hiervon bei einigen noch angeschlagen. Der Spieler mit den meisten Einsätzen war Moritz Groß, er fehlte lediglich einmal. Nicht wenige Akteure halfen selten aus, so finden sich mit Felix Noll, Carsten Diehl und Leon Funk gleich drei Spieler in der Statistik mit nur einem Einsatz wieder.
Die eigentlichen Routiniers Jochen Schloss und Georg Ebel fielen lange Zeit verletzt aus und konnten so ihrer Mannschaft nicht wie gewünscht helfen. Dies alles zwang Koch viel zu oft dazu, an den Wochenenden zu improvisieren, nicht selten stand der Kader erst am Spieltag fest. Doch auch wenn die Mannschaft den bitteren Gang in die 5. Liga beschreiten muss, dürfen die Verantwortlichen bei der HSG Eckbachtal positiv auf die Zukunft schauen, denn die Mannschaft bleibt nahezu unverändert beisammen. Philipp Rogwaski, der das Kommando zur nächsten Saison übernimmt, muss lediglich auf Torhüter Rouven Hahn, er wechselt zur TG Osthofen, und Laurenz Pabst verzichten. Pabst legt ein Auslandssemester ein. Ansonsten darf sich Rogawski auf eine eingespielte Mannschaft freuen, zudem fällt die Belastung der bisherigen A-Jugendspieler weg.