Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Oberligist HSG Eckbachtal verschenkt beim 27:27 gegen VTV Mundenheim einen Punkt

Steffen Christmann im Anflug: Dem Kreisläufer der HSG gelangen gegen die VTV drei Treffer.
Steffen Christmann im Anflug: Dem Kreisläufer der HSG gelangen gegen die VTV drei Treffer.

Die HSG Eckbachtal darf weiterhin auf den Klassenerhalt in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar hoffen. In einer über weite Strecken emotional geführten Partie gegen die VTV Mundenheim konnten sich die Schützlinge von Trainer Thorsten Koch allerdings nur über einen Punkt freuen. Beim 27:27 (18:10) waren zwei Zähler möglich.

Nach dem Abpfiff nahm Steffen Christmann Nisse Nehrdich in den Arm. Nehrdich, das junge Talent der HSG Eckbachtal, hatte 20 Sekunden vor dem Abpfiff seine Mannschaft vor einer erneuten Niederlage bewahrt. Der 18 Jahre alte Rückraumspieler donnerte das Leder derart auf das gegnerische Tor, dass der Ball knapp hinter der Torlinie landete. Zwar hatte VTV-Keeper Nico Klein noch die Hände am Ball, aber die beiden Unparteiischen entschieden sofort auf Tor der Gastgeber.

Es war in der Schlussphase dieser emotional geführten Partie das Duell der Torjäger zwischen Nehrdich und Timo Naas. Nach dem 25:25-Ausgleich durch Benjamin Treiber für die VTV, trafen eben nur noch Naas für die Gäste und Nehrdich für die HSG. „Ich habe ihn so reingedreht, dass er hinter der Linie war“, meinte Nehrdich und grinste. So richtig freuen konnte er sich allerdings nicht. „Nach dem Spielverlauf ist es leider ein verlorener Punkt“, haderte der Rückraumspieler.

Zur Pause drohte den VTV eine Klatsche

Bereits zur Pause führten die Gastgeber mit 18:10 und waren auf dem besten Wege, den hohen Favoriten aus Mundenheim mit einer Klatsche auf die Heimreise zu schicken. Denn in der ersten Spielhälfte lief bei den „Gekkos“ fast alles. „Wir hatten eine aggressive Abwehr, und wir hatten auch die Abschlüsse, die wir uns vorgenommen hatten“, meinte HSG-Trainer Thorsten Koch.

Mit Tempo-Handball, aber auch einer taktisch klugen Angriffsstrategie, brachte die HSG die Defensive der VTV völlig aus dem Konzept. „Wir haben in dieser Phase einfach keinen Zugriff gefunden“, meinte VTV-Spieler Simon Schleidweiler. Getragen von einer Welle der Begeisterung der eigenen Fans spielten sich die Mannschaft um Spielmacher Julian Pozywio in einen wahren Rausch und ließ den VTV keine Chance. „Aus meiner Sicht war die Führung auch in der Höhe zur Halbzeit absolut verdient“, meinte Koch.

Gastgeber nach der Pause verunsichert und ideenlos

Zum Haare raufen war aus Sicht des derzeitigen Tabellenvorletzten dagegen die zweite Hälfte. Es häuften sich die Fehler im Spielaufbau, die Konzentration schwand zunehmend, und die HSG brachte mit ihren Fehlern die VTV wieder ins Spiel. Die Gastgeber wirkten verunsichert und teilweise ideenlos. So kam Mundenheim mit fortlaufender Spieldauer dem Ausgleich immer näher. Als Maximilian Schreiber den vierten Wurf in Folge nicht verwandelte, traf im Gegenzug Leo Pfeil zum glücklichen 22:22-Ausgleich für die Gäste. „Die Jungs haben sich einfach nicht mehr an die Absprachen gehalten und haben es dann mit der Brechstange versucht. Das ging natürlich in die Hose“, kritisierte Koch den Auftritt seiner Schützlinge.

Dabei forderte er von der Seitenlinie seine Mannschaft immer wieder dazu auf, konzentriert und geduldig vor dem gegnerischen Angriff aufzutreten und nicht durch unnötige Ballverluste noch die Führung abzugeben. In der Tat waren beide Teams in den letzten zwölf Minuten gleichwertig. Die Führung wechselte ständig hin und her.

Dass die HSG am Ende noch mit einem Punkt aus der Partie ging und damit die weitere Chance zum Ligaverbleib wahrte, daran hatte Nisse Nehrdich wesentlichen Anteil. „Sicherlich haben wir heute einen Punkt verloren, dennoch müssen wir realistisch bleiben. Das hätte uns niemand vor dem Spiel zugetraut. Wir bleiben unserer Strategie treu, wir werden uns konzentriert auf das nächste Spiel vorbereiten und hoffen, weitere Punkte zum Ligaverbleib zu holen“, sagte Koch.

So spielten sie

HSG Eckbachtal: Hahn, Häuselmann (ab 48.) - Nehrdich (6/2), Pozywio, Schloß (4) - Lerzer (4), Staats (3) - Christmann (3) - Schreiber (4), Kluzik (2), Quandt (1), Dopp, Räuber, Hörner

VTV Mundenheim: Klein, Kunz (bei einem Siebenmeter) - Simon Schleidweiler, Naas (8), Schmieder (2) - Benjamin Treiber (3), Pfeil (4) - Aaron Schleidweiler (2) - Yannick Treiber (6/4), Deege, Schneider (1), Pönisch (1)

Spielfilm: 7:3 (10.), 11:5 (19.), 14:7 (24.), 15:9 (28.) 18:10 (30.), 19:12 (33.), 20:16 (41.), 21:19 (44.), 22:22 (48.), 24:24 (56.), 25:26 (59.) 27:27 (60.) - Siebenmeter: 3/2 - 4/4 - Zeitstrafen: 4 - 5 - Beste Spieler: Nehrdich, Schloß - Naas, Klein - Zuschauer: 270 - Schiedsrichter: Bertram (Kirn)/Deyer (Nieder-Olm).

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