Halbzeitbilanz
Handball: Oberligist HSG Eckbachtal in akuter Abstiegsgefahr
Als Vorletzter gehen die Oberliga-Handballer der HSG Eckbachtal die restlichen 14 Partien der Rückrunde an. Trainer Thorsten Koch ist davon überzeugt, dass seine Truppe die Rolle des Jägers annimmt und auch die Qualität hat, den Klassenverbleib aus eigener Kraft zu schaffen. Derweil werden schon die Weichen für die Saison 20/21 gestellt.
HSG-Coach Thorsten Koch atmet einmal tief durch. Die Weihnachtspause sei genau zur richtigen Zeit gekommen, meint er. „Ich habe die freien Tage genossen.“ Bis 30. Dezember hatten seine Jungs frei, dann ging’s mit einer Einheit bei Athletiktrainerin Vanessa Weiland weiter.
Eine wirkliche Pause sei es nicht gewesen, meint der Übungsleiter. Denn seine Spieler hätten sich selbstständig fit gehalten. Was sich beim Sieg im Pfalzpokal gegen die VTV Mundenheim schon positiv bemerkbar gemacht habe. „Da hat am Ende keiner gepumpt“, betont Koch.
Viel Arbeit für den HSG-Trainer und das Team
„Es kommt viel Arbeit auf uns zu“, betont Koch. Denn die Tabellensituation ist für die „Gekkos“ alles andere als rosig. Die HSG ist aktuell Vorletzter, hat von 16 Spielen nur vier gewonnen und lediglich acht Punkte gesammelt. Das bedeutet, dass zu den Mannschaften, mit denen man sich auf einem Leistungsniveau sieht, ein paar Punkte fehlen.
„Wir sind ungefähr fünf, sechs Punkte hinterher“, sagt Thorsten Koch. Mit sechs Zählern mehr wäre die HSG – abhängig vom Torverhältnis – bestenfalls Neunter, schlechtestenfalls Elfter.
Schwache Spiele nach gutem Auftakt
„Wir sind eigentlich gut in die Runde reingekommen“, erinnert sich der Coach. Nach der erwarteten Auftaktniederlage bei der VTZ Saarpfalz folgten ein 32:24-Heimsieg gegen den TV Offenbach und ein 25:24-Auswärtserfolg bei der HSG Völklingen. „Da dachte ich, dass wir an dem Punkt angekommen sind, an dem wir in der Lage sind, in der Liga etwas zu reißen“, berichtet Koch.
Doch dann seien schwache Spiele gekommen. Vor allem zu Hause – in der vergangenen Saison die große Stärke der „Gekkos“ – lief es nicht. Selbst gegen Aufsteiger HC Dillingen/Diefflen (31:34) gab es eine Pleite. „Da waren Partien dabei, in denen wir nicht den vollen Einsatz über 60 Minuten gebracht haben“, kritisiert Koch. „Wir sind kein Team, das es sich erlauben kann, drei Prozent nachzulassen. Wir können nur mithalten, wenn wir 100 Prozent geben.“ Doch diese kleine Verunsicherung habe man ausgemerzt. Und in den Wochen vor Weihnachten waren auch die Ergebnisse wieder besser.
Planungen für nächste Saison schwierig
Die Krux mit den fehlenden Punkten ist, dass sie es schwierig machen, für die kommende Saison zu planen. Die Verantwortlichen können jetzt, da die Kader für die Runde 20/21 geplant werden, keinem Akteur fest zusagen, dass er in der Oberliga spielen wird. Auch Pfalzliga ist möglich.
In dieser Situation hat Thorsten Koch schon mal ein Zeichen gesetzt. „Ich habe für die kommende Saison zugesagt – unabhängig von der Liga“, betont Koch. Und auch die Mannschaft habe zu einem sehr großen Teil signalisiert, dass sie der HSG die Treue halten werde. Und auch das gelte im Zweifelsfall für eine Liga tiefer.
Aus der A-Jugend kommen etliche Spieler zu den Aktiven
Groß am Kader basteln muss Koch also gar nicht. Er wird wohl eher ein Luxusproblem haben. Denn aus der A-Jugend der HSG kommen rund zehn Spieler, die dann bei den Aktiven eingesetzt werden können. Nisse Nehrdich gehört schon zum Inventar der „Ersten“. Aber auch Marc Bappert, Silas Rogawski, Jan Rullmann oder Torwart Tobias Fischer seien dann zusätzliche Alternativen.
Bei Zugängen von außerhalb ist derzeit noch nichts fix. Ein paar Gespräche habe er geführt, sagt Thorsten Koch, der nach wie vor einen Linkshänder sucht. „Vielleicht ist ja noch jemand irgendwo unzufrieden“, spekuliert er. Fest steht für ihn aber auch, dass er das Mannschaftsgefüge nicht auf Teufel komm raus auseinanderreißt. Wer zur HSG komme, müsse auch eine echte Verstärkung sein. „Und er muss sich darüber im Klaren sein, dass es hier kein Geld gibt.“
Klassenverbleib hat Priorität
Alle Nachwuchsspieler werden wohl nicht in den Kader der ersten Mannschaft vorstoßen. Daher sei die zweite Mannschaft (A-Klasse) auch als U23 konzipiert worden. Da sollen die Jungs Spielpraxis bekommen, um dem ersten Team dann zu einem späteren Zeitpunkt weiterhelfen zu können. Und dann gebe es in der „Zweiten“ ja auch noch Eric Schneider und René Kemeter. Diese seien nicht abgeschoben.
Doch das ist alles noch Zukunftsmusik. Priorität hat laut Koch natürlich der Klassenverbleib in der Oberliga. Um dieses Ziel zu erreichen, werde er wenn nötig im Pokal auch mal mit einer „kleineren Besetzung“ an den Start gehen. „Wir haben aufsteigende Form. Ich glaube, dass wir das Leistungsvermögen haben, in der Liga zu bleiben“, ist Koch von den Qualitäten seiner Truppe überzeugt. „Wir sind die Jäger!“ Eine Mannschaft oder zwei Teams müssen die „Gekkos“ nach Kochs Rechnung noch hinter sich lassen, um den Klassenverbleib sicher zu haben.
Denn noch ist unklar, wie viele Absteiger es aus der Dritten Bundesliga gibt. Der TV Hochdorf und die TSG Haßloch sind da noch nicht aus dem Gröbsten raus. „Und ich habe keine Lust, nach der Runde am Live-Ticker zu schauen, ob wir drin bleiben oder nicht“, meint Koch.
Zur Sache
„Gekkos“ im Pokal gegen HSG Landau/Land
Im Viertelfinale des Handball-Pfalzpokals muss Oberligist HSG Eckbachtal am 15. Februar auswärts antreten. Die „Gekkos“ müssen zum Pfalzligisten HSG Landau/Land. „Da sind wir Favorit. Das können wir nicht von uns wegschieben“, sagt der Eckbachtaler Kapitän Michael Betz. In Albersweiler, wo der Vorletzte der Pfalzliga für gewöhnlich seine Heimspiele austrägt, habe Eckbachtal in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht, sagt Betz. „Es war zwar immer eng, aber wir haben meistens gewonnen oder unentschieden gespielt.“ Und da die jährliche Skitour der Mannschaft heuer ausfalle, sollten da auch nicht zu viele Spieler der Stammbesetzung fehlen. Qualifiziert hat sich die HSG Eckbachtal mit einem Sieg über die VTV Mundenheim. „Das hat uns auf jeden Fall für den Pokal motiviert“, sagt Betz. Und der Wettbewerb liege dem Team auch.