Frankenthal Gute Phasen, schlechte Phasen

Sven Otto (vorne) und die DJK Eppstein sind in der Spielzeit 17/18 ein paar Mal gestolpert.
Sven Otto (vorne) und die DJK Eppstein sind in der Spielzeit 17/18 ein paar Mal gestolpert.

«FRANKENTHAL.» Platz sieben in der Saison 2015/16, Platz fünf 2016/17, und in der abgelaufenen Runde Platz sechs – die DJK Eppstein zeigte nach dem Bezirksliga-Abstieg in der Saison 2014/15 unter dem neuen Trainer Halil Kaya in der Fußball-A-Klasse zumindest in der Saisonendabrechnung Konstanz. Die fehlte der DJK allerdings im Verlauf der Spielzeit 2017/18, sagt Kaya. Er schnürt in der kommenden Saison für den VfR Frankenthal als Spieler die Fußballschuhe.

„Die Chemie muss stimmen, die Spieler müssen zueinander passen. Denn viele Spiele werden im Fußball nicht nur über das fußballerische Können gewonnen, sondern über den Teamgeist.“ Dieses Personalpuzzle vor einer jeden Saison sei nicht immer leicht, sinniert Kaya. Aber darauf sei in Eppstein Wert gelegt worden bei der Auswahl neuer Spieler. Er sagt nicht, dass es bei der DJK in der vergangenen Saison nicht gestimmt hat in der Mannschaft. Doch es habe eine Zeit gedauert, bis die Mannschaft richtig zusammengefunden habe. Die fußballerische Qualität habe in der Mannschaft im Grundgerüst gesteckt, ist sich Kaya sicher. Was der DJK allerdings gefehlt habe, sei die Qualität in der Breite. „Wir konnten mit unserem kleinen Kader Ausfälle nur schwer kompensieren.“ Mit Christian Brunsch ist einer der wichtigen Spieler im Sturm einen großen Teil der Saison ausgefallen. Der zweite wichtige Stürmer, Marc Mannweiler, war ebenfalls in vielen Spielen nicht einsatzbereit. Dass er trotzdem mit 17 Toren der beste Eppsteiner Schütze in der abgelaufenen Saison war, zeigt, dass es offensiv an Durchschlagskraft gefehlt hat. „Wir haben uns schon Chancen erarbeitet, aber zu wenige davon genutzt.“ Laufe es dann nicht so, werde von außen negative Stimmung hereingetragen, sagt Kaya. Der nun Ex-DJK-Trainer kritisiert wie viele seiner A-Klasse-Kollegen die Einstellung des ein oder anderen Akteurs. Speziell, wenn man mal nicht zum Einsatz komme, gelte es, weiter Gas zu geben, um sich für die nächsten Spiele aufzudrängen. Doch das Fehlen solcher Eigenschaften zeige sich eben erst oft während der Saison. „Es ist auch brutal, wenn die Spieler am Sonntagmorgen für das Nachmittagsspiel noch absagen“, sagt Kaya. Zu wenige Spieler würden auf dem Platz Verantwortung übernehmen, kritisiert Kaya. Das alles habe dazu geführt, dass ergebnistechnisch in der abgelaufenen Saison die Konstanz gefehlt habe. Und dann seien Punkte bei Mannschaften liegen gelassen worden, die die DJK eigentlich hätte schlagen müssen. 44 Zähler waren es am Ende, zehn weniger als der SC Bobenheim-Roxheim auf Platz fünf. Zur Halbzeit war zumindest die Lücke zum SC noch kleiner. Das Spitzenquartett war da schon längst enteilt. Schmerzlich erinnert sich Kaya an die 0:3-Niederlage im ersten Heimspiel gegen den am Ende Vorletzten SV Maudach. Zum Saisonstart hatte es noch einen 3:0-Sieg beim VfR Grünstadt II gegeben. Dann habe der Spielplan die DJK gleich gegen den VfR Frankenthal und den SC Bobenheim-Roxheim geführt – beide Partien wurden verloren. Der Riss zur Spitze war damit früh zu sehen. Die DJK musste hinterherlaufen. „Vielleicht wäre die Runde ja ganz anders gelaufen, hätten wir das Pokalspiel vor dem ersten Meisterschaftsspiel beim VfR Frankenthal gewonnen. Da haben wir richtig gut gespielt“, orakelt Kaya. Zum Glück habe die DJK Eppstein vor der Winterpause eine bessere Phase aufweisen können, sonst hätte es vielleicht nach unten in der Tabelle noch einmal enger werden können, meint Kaya. Denn die Liga war lange Zeit von Platz sechs abwärts dicht beisammen. Eine Niederlagenserie, und vermeintlich sicher stehende Teams wie die Eppsteiner hätten durchaus noch einmal in den Abstiegsstrudel geraten können. Es gab die Momente, da zeigte Eppstein, dass vielleicht mehr hätte drin sein können. Die DJK besiegte als erstes Team die TSG Eisenberg. Das war am 23. Spieltag. Dass dies trotz des kleinen Kaders gelungen sei, wertet Kaya positiv. „Wir waren in den letzten Wochen der Saison oft nur zwölf Mann zum Spiel.“ In Eppstein müsse sich etwas in der Jugendarbeit tun, richtet Kaya den Blick aufs große Ganze. Das habe er öfter angesprochen. Aus der Spielgemeinschaft Isenach Kickers komme zu wenig raus für die DJK. Sowohl an Qualität als auch an Quantität. Die Jugendlichen müssten besser vorbereitet werden auf den Sprung in die Aktiven-Mannschaften. Da sei er, der in der Jugend des 1. FC Kaiserslautern ausgebildet wurde, anderes gewohnt. Über den versöhnlichen letzten Heimspieltag (7:1 gegen den TuS Dirmstein) freut sich Kaya. „Es war ein schöner Abschied vor eigenem Publikum.“ Das Kapitel DJK Eppstein will Kaya nicht endgültig abschließen. „Ich denke, eine Tür ist immer offen.“ Aber er habe es nicht als gut erachtet, dort jetzt unter dem neuen Trainer Tobias Hinkel als Spieler weiterzumachen. „Ich will es noch einmal als Spieler wissen“, sagt der 31-Jährige. Er hat sich Bezirksliga-Aufsteiger VfR Frankenthal angeschlossen (wir berichteten).

x