Sport allgemein
Große Resonanz bei Frankenthaler Angeboten an landesweiten Bewegungstagen
24 Stühle sind in der Halle der VT Frankenthal im Kreis aufgestellt, ein Stuhl mit einem Sitzkissen, dahinter ein Stuhl ohne. Später kommt noch ein weiteres Stühlepaar dazu, da noch 13. Teilnehmer auftaucht. „Yoga auf und mit dem Stuhl“ heißt das erste der drei Angebote, zu dem die VT Frankenthal am Samstag innerhalb der landesweiten Bewegungstage eingeladen hat.
„Wer ist noch ohne“, fragt Stephanie Kleber, die bei der VT für das Kurs- und Workshopmanagement zuständig ist und den Yoga-Schnupperkurs leitet. Sie verteilt so genannte Bolster (Nackenrollen) und Yogablöcke, die dazu helfen, die Balance zu finden und bestimmte Positionen (Asanas) zu halten. Als alle eingedeckt sind und auf ihren Stühlen sitzen geh es los. „Guten Morgen, mit so vielen habe ich gar nicht gerechnet“, bekennt sie.
Nicht im vierten Gang anfahren
Loslassen und Entspannen, Atmung und Bewegung miteinander zu verbunden , sich der eigenen Atmung bewusst werden, darum soll es in den kommenden 45 Minuten gehen. Erste Aufgabe ist aber, die optimale Sitzposition und Körperhaltung zu finden. „Sie fahren ihr Auto ja auch nicht im vierten Gang an. Als richtet die Lendenwirbelsäule auf, hebt das Brustbein, mit dem Kopf zurück und legt mal ganz entspannt die Hände auf die Oberschenkel“, weist Stephanie Kleber an.
Aus den Lautsprechern strömen schwebende Klangschleifen in den Raum. Auch Klebers Stimme klingt beruhigend. „Dann möchte ich, wenn es keine Angstzustände hervorruft, bitten die Augen zu schließen, den Schambeinknochen wahrzunehmen und dann von unter vom Steißbein über das Kreuzbein die Lendenwirbelsäule, die Brustwirbelsäule und die Halswirbelsäule mal in ihrer ganzen Länge wahrzunehmen und aufgerichtet zu sein. Die Augen sind geschlossen, der Atem fließt jetzt ganz entspannt wenn möglich durch die Nase ein und durch den leicht geöffneten Mund auch nach außen“, leitet die Übungsleiterin die Teilnehmer an.
Bewegungen abspeichern
„Da kommt man schön ins Schwitzen, auch wenn’s leicht aussieht“, sagt eine Frau, die sich ihre Flasche Wasser holt und einen großen Schluck daraus nimmt. Nach 35 Minuten hört man draußen im Foyer schon die Stimmen der Interessenten am nächsten Schnupperkurs. Währenddessen geht es beim Yoga schon in die Phase der Endentspannung. „Der Körper muss zur Ruhe kommen, damit er die Bewegungen abspeichern kann“, erklärt Stephanie Kleber.
„Ich fand das sehr entspannend. Eine schöne Anregung, vor allem für Leute, die im Büro arbeiten“, sagt Andrea Hoffmann. Die 53-Jährige nimmt auch am Line Dance teil. Der habe sich ab 1952 in den USA entwickelt, erklärt Übungsleiterin Lotte Daum den 27 Teilnehmern, darunter einige Huch im Alter von unter 30 Jahre. Unter ihrer Regie geht es jetzt etwas flotter zur Sache. Um diesen Gruppentanz ausführen zu können, müssen erst einmal die aus verschiedenen Schrittfolgen bestehenden Choreographie, die eigens für die jeweiligen Lieder geschrieben werden, eingeübt werden. „Vor, vor, tip, rück, rück, tip“, so beginnt die Anleitung zur ersten Choreographie, die später zur „Rockin all over the world“ von Status Quo getanzt wird. Wie bei aller sportlicher Betätigung gilt auch hier: die Wiederholung macht den Meister.
Knackiger Abschluss
„Ich tanze auch so schon und fand das interessant, das mal auszuprobieren. Es hat Spaß gemacht“, sagt die 20 Jahre alte Anita Baumann. Die Bewegungstage hält sie für eine gute Idee. „Ich finde es eine coole Idee, in Sachen reinzuschuppern, die man nicht so kennt. Ich finde auch, die Schwelle, hierherzukommen ist nicht so groß als wenn man bei einem Verein reinschnuppert“, betont sie. „Ich mache bereits Square Dance . Lince Dance habe ich schon lange nicht mehr probiert und ich wollte wissen, ob das immer noch so ist wie früher“, schilderte Johanna Burger. Auch sie schätzt die Möglichkeiten, die die Bewegungstage bieten. „Man lernt verschiedene Sachen kenne, unter denen man sich eigentlich nichts darunter vorstellen kann, wen man den Namen hört“, sagt die 24-Jährige.
Nach dem knackigen Abschluss mit „Drums alive“, einer Aerobic-Variante, bei der man sich trommelnd um große Gymnastikbälle bewegt, ist dieser Bewegungstag auch für Rosi Brücker zu Ende. Die 77-Jährige hat alle drei Angebote wahrgenommen. „Mir hat alles Spaß gemacht, und würde auch sofort weitermachen, wenn es Kurse gibt“, sagt sie. „Ich bin megazufrieden: es waren wesentlich mehr Leute als gedacht, die Stimmung war sehr gut und alle haben immer mitgemacht. Ich freue mich wirklich aufs nächste Jahr“, betonte Stephanie Kleber.