Frankenthal
Gewerbegebiet: Gegenwind für Lambsheimer Pläne
Aus Frankenthaler Sicht gibt es einige Aspekte, die dem von Lambsheimer Seite vorangetriebenen Bebauungsplan „Gewerbegebiet Im Brand, II. Abschnitt“ entgegenstehen, erläuterte Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) vergangene Woche in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses.
Das vorgesehene Areal liegt östlich von Lambsheim im Überschwemmungsgebiet der Isenach. Andernorts an diesem Wasserlauf werde für viel Geld Rückhalteraum für mögliche Hochwasserereignisse geschaffen. Das sei mit Plänen für ein erweitertes Gewerbegebiet schwer zu vereinbaren, argumentierte der OB. Er habe darüber hinaus Zweifel daran, dass dieses Vorhaben in dieser Form zulässig sei, sagte Hebich. Zudem sei nicht erkennbar, wie ein entsprechender Ausgleich für den vorgesehenen Eingriff erfolgen soll.
Aufregung in Vororten
Besonders in den möglicherweise betroffenen Frankenthaler Vororten ist die Aufregung wegen der Lambsheimer Überlegungen offenbar groß: Die Flomersheimer Ortsvorsteherin Heike Haselmaier (CDU) prophezeite nasse Zeiten für ihr Dorf, wenn das Gelände Im Brand für eine Bebauung aufgeschüttet werde. Sie bat die Verwaltung deshalb auch im Namen ihres Eppsteiner Kollegen Uwe Klodt (SPD), „da ein Auge drauf zu haben“. Haselmaier rief die Bilder aus dem Jahr 2016 in Erinnerung, als im Südwesten der Frankenthaler Gemarkung wochenlang Staunässe zu beobachten war.
Gerhard Bruder, Fraktionsvorsitzender der Grünen und stellvertretender Ortsvorsteher in Flomersheim, wunderte sich über die immer wieder aufkeimenden Diskussionen um Überschwemmungsgebiete. Wenn diese ausgewiesen würden, dann müsse man sie auch so behandeln. Ähnlich skeptisch äußerten sich auch SPD-Politikerin Kirsten Sielaff und Linken-Sprecher David Schwarzendahl. Den Entwurf einer Stellungnahme zu dem Vorhaben, die auf mögliche Nachteile für Frankenthal hinweist, segnete der Ausschuss ab.
Versandhändler interessiert
Wie im Juni berichtet, befindet sich das nun überplante Gelände im Eigentum der Gemeinde Lambsheim. Die rund 65.000 Quadratmeter liegen zwischen Eppsteiner Weg und Brandweg und sind schon länger als potenzielles Gewerbegebiet ausgewiesen. Im Umwelt- und Bauausschuss der Ortsgemeinde war seinerzeit schon von einem Interessenten die Rede, der in Lambsheim investieren möchte: ein Versandhändler für medizinische Produkte. Der bei der Verwaltung eingereichten Vorplanung zufolge ist der Bau einer 27.000 Quadratmeter großen Halle im Gespräch.