Frankenthal
Fußball: Kritik an Spielplan bei Bezirksliga-Tagung
Als einen der vier Neulinge hat Klaus Karl (Weingarten), Staffelleiter der Fußball-Bezirksliga, bei der Vorrundenbesprechung in Lustadt den SC Bobenheim-Roxheim begrüßt. Der SC war zuletzt in der Saison 2009/10 Bezirksligist und zeitweise in die B-Klasse abgerutscht. Jetzt spielt das Team wieder in dieser attraktiven Liga.
Die Sitzung neigte sich schon dem Ende zu, da sprach Jürgen Wanger, der Spielleiter der Bobenheim-Roxheimer, ein heikles Thema an. „Ich glaube, die Urlaubszeit wurde bei der Spielplangestaltung zu wenig berücksichtigt“, monierte Wanger. Explizit sprach er den frühen Beginn der Serie am ersten August-Wochenende sowie zwei vorgeschaltete Runden im Verbandspokal an. Eigentlich unerklärlich, dass sich nicht mehr Unmut regte, denn die Hinserie endet bereits am 1. Dezember. „Die Termine werden uns vom Regionalverband vorgegeben“, erklärte der Klassenleiter. Dennoch sollte es eine Überlegung wert sein, die Hinserie von Mitte August bis Mitte Dezember zu spielen.
Einen leichten Anstieg hat es bei den Gelb-Roten (61 nach 57 in der Saison 2017/18) und Roten Karten (42 nach 41) gegeben. Die Gelbe Karte wurde 971-mal gezeigt nach 1052-mal in der Runde davor. Der VfR Frankenthal belegt in der Fair-Play-Tabelle mit 61 Gelben, vier Gelb-Roten und vier Roten Karte den elften Platz. „Die Zahlen in der Bezirksliga sind nicht erfreulich, aber gerade noch im Rahmen. Allerdings musste sechsmal unsportliches Verhalten von Trainer, Betreuern oder Physiotherapeuten beanstandet werden“, bemängelte der Staffelleiter. Karl betonte, dass er weiterhin bei Roten Karten den Sünder nach Spielen und nicht nach Wochen sperren werde. Wenn ein Spieler künftig die Gelb-Rote Karte sieht, dann ist er für zwei Kalendertage gesperrt. „Damit wird verhindert, dass ein Akteur in der zweiten Garnitur die Gelb-Rote Karte sieht und hinterher in der ersten Mannschaft aufläuft“, verdeutlichte Karl.
VfR in Zuschauertabelle 13.
In der vom Klassenleiter vorgelegten Zuschauertabelle, die auf den Angaben der Unparteiischen basiert, rangiert der VfR mit durchschnittlich 93 Besuchern auf dem 13. Platz. Das könnte sich in der kommenden Saison ändern, denn mit dem Nachbarn SC Bobenheim-Roxheim, dem FSV Schifferstadt oder dem Ludwigshafener SC kommen zugkräftige Gegner ins Ostparkstadion.
Schiedsrichter-Verbandslehrwart Thorsten Braun (Maikammer) sprach über diverse Regeländerungen, die zur neuen Saison in Kraft treten. So gilt die jahrzehntelange Regelung, dass der Unparteiische Luft sei, nicht mehr. Wird ein Referee angeschossen, gibt es einen Schiedsrichterball. „Bei der Mauerbildung beim Freistoß müssen die Stürmer künftig mindestens einen Meter Abstand zur Mauer haben“, sprach Braun eine weitere Änderung an. Eine Mauer gilt als solche, wenn drei Mann nebeneinander stehen.
Handspiel bleibt Dauerbrenner
Der Dauerbrenner Handspiel soll eindeutiger geregelt werden. „Es ist aber in vielen Fällen immer noch eine Auslegungssache. „Wir hoffen, dass es besser wird“, erklärte Braun. „Erzielt ein Akteur mit der Hand ein Tor, oder ist er direkt vor der Torerzielung mit der Hand am Ball, dann zählt der Treffer nicht. Auch dann nicht, wenn das Handspiel unabsichtlich war“, informierte Braun. Als Handspiel gilt das „Vergrößern der Körperfläche“ oder wenn der Arm des Spielers über Schulterhöhe gehalten wird, auch wenn der Kicker angeschossen wird. „Das Handspiel ist in vielen Fällen immer noch eine Auslegungssache. Wir hoffen, dass die Entscheidungen transparenter werden“, sagte Braun, betonte aber: „Ich bin skeptisch.“
Unter Beobachtung stehen die Trainerbänke. Für Fehlverhalten kann es Gelbe und Rote Karten geben. Kann der Schuldige nicht ermittelt werden, sieht der Trainer als Ranghöchster die Karte.
Die Vereinsvertreter einigten sich darauf, dass bei gleicher Trikotfarbe der Gast wechselt. Unverändert bleiben die Eintrittspreise: 4,50 Euro respektive 3,50 Euro für die ermäßigte Karte. Frauen haben freien Eintritt. Apropos Einnahmen. Da der 1. FC Kaiserslautern wieder im Verbandspokal teilnimmt, hat der Verband eine Änderung vorgenommen. „Bei Spielen, in denen die Polizei erhöhte Sicherheitsmaßnahmen fordert, werden die Mehrkosten halbiert. In der vergangenen Saison haben die Heimvereine die Kosten alleine getragen. Da wurde das vermeintliche Traumlos zum Minusgeschäft“, erläuterte Karl.
Termine
- 1. Spieltag (2. bis 4. August): TuS Frankweiler/Gleisweiler/Siebeldingen - Südwest Ludwigshafen, VfB Haßloch - FSV Schifferstadt (beide Freitag, 19.30 Uhr), FC Lustadt - SC Bobenheim-Roxheim (Samstag, 17 Uhr), TuS Knittelsheim - 08 Haßloch, VfR Frankenthal - ASV Maxdorf, TSG Jockgrim - VTG Queichhambach, BSC Oppau - ESV Ludwigshafen, Ludwigshafener SC - FG 08 Mutterstadt (alle Sonntag, 15 Uhr).
- 2. Spieltag (9. bis 11. August): Queichhambach - Frankweiler/Gleisweiler/Siebeldingen (Freitag, 19.30 Uhr), ESV Ludwigshafen - Jockgrim (Samstag, 18 Uhr), Bobenheim-Roxheim - Oppau, Südwest Ludwigshafen - Frankenthal, Schifferstadt - Knittelsheim (alle Sonntag, 15 Uhr), Mutterstadt - Lustadt, Maxdorf - VfB Haßloch, 08 Haßloch - Ludwigshafener SC (alle Sonntag, 15.15 Uhr).
Kommentar
Die Saisonterminierung ist ein heißes Thema. Aufgrund unterschiedlicher Interessen kann man es nicht allen Recht machen.
Es gibt aber einige Punkte, die im Vordergrund stehen müssten. Zum Beispiel die Urlaubszeit. Auch wenn es die klassischen Ferienmonate nicht mehr gibt, gehen doch viele Menschen im August in Urlaub. Wer schulpflichtige Kinder hat, ist an die Ferien gebunden. Da fragt sich nicht nur Jürgen Wanger, der Spielleiter des SC Bobenheim-Roxheim, warum die neue Saison im Amateurbereich schon am 4. August beginnen muss. Von vorgeschalteten Pokalrunden ganz zu schweigen. Der Frühstart hängt damit zusammen, dass die Hinserie bereits am 1. Dezember endet. Doch warum ist schon so früh Schluss? Die harten Winter gehören in Zeiten der Klimaerwärmung der Vergangenheit an. Sicher gibt es im Dezember mal tiefe Temperaturen, und es fällt Schnee – das ist aber eher die Ausnahme. Zweiter Streitpunkt ist die lange Winterpause, die sich über volle drei Monate erstreckt, denn es geht erst im März weiter.
Deshalb der Vorschlag: Saisonstart Mitte August und Hinrundenende Mitte Dezember. Die längere Sommerpause könnten alle Beteiligten richtig genießen. Derzeit ist es so, dass spätestens vier Wochen nach Rundenende die Vorbereitung wieder beginnt. Das macht keinem Spaß. Den Spielern nicht, und auch dem Trainerteam nicht. Und sollten Begegnungen in der Hinserie ausfallen, gibt es im April und Mai genügend Nachholtermine. Bisher ist noch jede Saison planmäßig zu Ende gegangen.