Frankenthal Friedhöfe und Wirtschaftsbetrieb ziehen EWF ins Minus
Bei der Abwasserbeseitigung, die nach den ursprünglichen Ansätzen erstmals leicht ins Minus gerutscht wäre, hat sich kurzfristig eine positive Entwicklung ergeben. Die Investitionskosten für den laufenden Betrieb der Kläranlage hat die BASF nach unten korrigiert, sodass sich die Aufwandsseite von 3,1 Millionen Euro auf 2,7 Millionen Euro reduziert. Die zunächst geplante Gebührenerhöhung für Schmutz- und Oberflächenwasser von 15 Prozent könne bei acht Prozent bleiben, erläuterte Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU). Nach der neuen Berechnung ergebe sich für 2023 ein Gewinn von 74.600 Euro.
Fast doppelt so hoch (130.800 Euro) ist der Überschuss, der bei der Abfallentsorgung erwartet wird. Beim Wirtschaftsbetrieb hingegen rechnet der EWF mit einem Defizit von 526.000 Euro. „Hier sind große Reinvestitionen in den Fahrzeugpark und die Arbeitsgeräte notwendig“, führte Knöppel aus. Sie schlagen mit 760.000 Euro zu Buche. Deutliche Verluste schreibt nach wie vor das Friedhofswesen. 395.000 Euro sind für 2023 im Wirtschaftsplan ausgewiesen. Der angestrebte Kostendeckungsgrad von 86,7 Prozent wird wegen unvorhergesehener Preissteigerungen bei den Energiekosten um 11,9 Prozent unterschritten.
Um die Zielvorgabe zu erreichen, müssten die Sätze für die Nutzung der Trauerhallen um 34 Prozent, die Bestattungsgebühren um 13 Prozent erhöht werden. „Dies ist nicht vertretbar, für 2023 bleiben die Gebühren konstant“, unterstrich Bernd Knöppel. Dazu merkte Anne Gauch (Grüne/Offene Liste) an, dass spätestens in einem Jahr mit einer Anpassung gerechnet werden müsse.
Ziel: naturnaher Friedhof
220.000 Euro sollen für die Erneuerung der Sanitärräume für das Friedhofspersonal im Schlachthausweg investiert werden. Ins Stocken geraten sind die Pläne für die Sanierung der Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof. Der beauftragte Architekt habe seine freiberufliche Tätigkeit beendet, sodass über die Vergabe neu entschieden werden müsse, nannte Knöppel als Grund. Jeweils 5000 Euro jährlich sollen für neue Bänke ausgegeben werden. Außerdem ist vorgesehen, auf allen Vorortfriedhöfen die Lautsprecheranlagen zu erneuern. Für das Ziel eines naturnahen Friedhofs will der EWF mehrere Dinge auf den Weg bringen. Gedacht ist an das Aufstellen von Bienenvölkern und Infotafeln, die auch mit einem QR-Code versehen werden sollen. Sukzessive wird der Baumbestand der Kastanienallee zwischen Trauerhalle und Ausgang Mörscher Straße erneuert – Kostenpunkt: rund 35.000 Euro.
Die im kommenden Jahr geplanten Investitionen summieren sich nach Angaben von EWF-Betriebsleiterin Astrid Anders auf knapp 3,4 Millionen Euro. Bei den Personalkosten wird gegenüber 2022 nur ein geringfügiger Anstieg auf rund zwölf Millionen Euro erwartet. Bei den im Plan ausgewiesenen 216,5 Stellen hat es keine Veränderungen gegeben.
Eigenstromanlage geplant
Verstärkt hat sich der EWF für die kommenden Jahre die Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Laut Bürgermeister Knöppel ist im Nachtweideweg eine Eigenstromanlage geplant, die von den Fotovoltaikmodulen auf dem Dach der dortigen Gebäude gespeist werden soll. Die Hybrid-Fahrzeuge und die drei neu anzuschaffenden Autos mit Elektroantrieb können dann dort betankt werden.
Der EWF werde sich darüber hinaus seiner sozialen Verantwortung für junge Menschen stellen, hob Knöppel in seinem Ausblick aufs kommende Jahr hervor. „Wir werden weiterhin in die Ausbildung investieren, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.“ Beispielhaft nannte er die Azubi-Projekte des Betriebs im Garten- und Landschaftsbau. Zusätzlich soll eine Ausbildung zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice sowie für Kreislauf- und Abfallwirtschaft angeboten werden.