Frankenthal Freche Sprüche mit Charme

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Sie touren seit zehn Jahren durch Deutschland, und ihr Charme ist ungebrochen: die Herren David Moeufs, Nicolas Schnepfie und Tom Donner mit ihrer Band Mini Moustache. Mit ihrem französischen Flair und ihren frechen Sprüchen haben sie am Samstagabend im Frankenthaler Kulturzentrum Gleis 4 das Publikum begeistert.

Obwohl sie ihre Fans oder solche, die es noch werden wollen, eine Stunde warten ließen, haben die drei – unterstützt von einem Schlagzeuger – das Publikum schnell auf ihrer Seite. Schon ihr Outfit zwischen Anzugträger und Prolet im Unterhemd, aber natürlich mit Moustache (Bart) ist irgendwie witzig. Die „Garçons“ (Jungs) aus Paris, oder Berlin, wie man möchte, bringen ruckzuck gute Laune unter die Leute. Vor allem Sänger David Moeufs, der auch als Moderator mit frechen bis schlüpfrigen Sprüchen für Lacher sorgt, gibt überzeugend den echten Franzosen. Nur ab und an kommt ein Wort über die Lippen, das vermuten lässt, hier ist die Liebe zum Französischen mit starken deutschen Wurzeln verbunden. Oder anders ausgedrückt: Die frankophilen Adern sind stark ausgeprägt. Mit ihrem Disco-Pop sind sie Garanten für gute Laune. Und mit etlichen Songs aus ihrem neuesten Album „Tu es plus sexy avec moustache“ (mit Bart bist du noch mehr sexy) treffen die Musiker genau den Publikumsgeschmack. Die Liebe, die Erotik und natürlich das französische Essen ziehen sich wie ein roter Faden durch ihre Songs. Und so manche „typisch französische“ Eigenart lassen die Künstler Revue passieren. Mit „Petit Bistro“ wird den kleinen Back-Shops in Tankstellen gehuldigt, die es mit der „französischen“ Küche nicht so genau nehmen. Da wird deutsches, französisches und italienisches Gebäck schon mal dezent vermischt. Daraus lässt sich dann ein netter Text knüpfen, wovon sich die Zuhörer am Samstag überzeugen konnten. Ob Madame nun von „Ce soir“ (diesen Abend) oder von „Ouvre ta blouse“ (öffne deine Bluse) oder „J’adore ton corps“ (ich liebe deinen Körper) überzeugt werden sollte – der liebenswert französisch-deutsche Zungenschlag macht den besonderen Charme von Mini Moustache aus. Und ist nicht alles so, wie sie/er es sich vorstellt, was soll’s? Dann heißt es einfach: „C’est la vie“ (so ist das Leben). Die Mischung aus Gute-Laune-Songs und freundlich präsentierter französischer Lebensart, die gern mit Klischees spielt, aber dabei immer liebenswürdig bleibt, macht den Reiz von Mini Moustache aus. Ihr Sound ist eindringlich, manchmal recht basslastig und lässt sich nicht so genau einordnen. Es ist gefällige Musik zwischen Elektro, Pop und Funk und natürlich mit Chansons geschmückt, die zu Frankreich gehören wie der Beaujolais und das Baguette. Nur kommen sie hier modern verpackt daher. Auch ohne Beherrschung der französischen Sprache kann man mit den „Franzosen“ viel Spaß haben. Die wichtigsten Inhalte erklärt David Moeufs mit einigen süffisanten Bemerkungen und erntet für seine Sprüche lachende Anerkennung. Man muss diese Art mögen, sonst hat man das Gefühl, im falschen Film zu sein. Doch mit ein bisschen Laissez-faire und dem Ansinnen, einen fröhlichen Abend zu feiern, ist man bei diesen Herren, pardon, Garçons, richtig. Bevor sie mit ihrer Musik auf Tour gingen, besuchten sie die Mannheimer Pop-Akademie. Und wie sie selbst verkündeten, sind sie inzwischen zwar nicht unter den Top Ten, aber immerhin in so angesagten Clubs wie dem Gleis 4 bekannt, beliebt und irgendwann vielleicht unter den begehrtesten Disco-Hit-Machern. Ihre brandneue CD jedenfalls gefiel dem Frankenthaler Publikum. Und das dürfte nicht nur an dem heißen Titel, sondern auch an der locker leichten Musik mit Texten, direkt aus dem Leben gegriffen, liegen. Da kann man nur sagen, au revoir et à bientôt (auf Wiedersehen und bis bald).

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