Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Frankenthaler Doppelhaushalt: Warum in den Abgrund blicken?

Der Doppelhaushalt für die Stadt Frankenthal: Oberbürgermeister Nicolas Meyer hat den Haushaltsplan in den Stadtrat eingebracht.
Der Doppelhaushalt für die Stadt Frankenthal: Oberbürgermeister Nicolas Meyer hat den Haushaltsplan in den Stadtrat eingebracht.

Bei diesem klaffenden Loch im Doppelhaushalt werden das zähe Verhandlungen mit der Finanzaufsicht. Wie gnädig wird sie mit dem immer tiefer verschuldeten Frankenthal sein?

Die roten Zahlen im Haushalt von Frankenthal für die kommenden beiden Jahre sind schwindelerregend. Da mögen die externen Faktoren und Sachzwänge noch so erdrückend sein, bei dieser Dimension muss man erst mal schwer schlucken. Die Stadtspitze hat den Vorsprung, dass sie das prognostizierte Defizit von 60 Millionen Euro bis Ende 2027 bereits verdaut hat und an der Verbreitung der guten Nachrichten arbeitet.

Es soll kurzfristig ohne Steuererhöhungen und Streichung freiwilliger Leistungen gehen, einzelne Gebühren werden moderat angehoben. Das soll die Finanzaufsicht aus Frankenthal besänftigen, während ihr aus Mainz Augenmaß und Großzügigkeit bei der Kontrolle des Zahlenwerks anempfohlen wird.

Dass es ab 2028 nicht mehr so rasant ins Minus gehen soll, ist Wunschdenken, entspricht aber der Aufbruchstimmung, die Frankenthals Oberbürgermeister Nicolas Meyer (FWG) allen Widrigkeiten zum Trotz verbreiten will. Seine Botschaft: Die Stadt mag finanziell an den Abgrund gedrängt werden, er dreht sich lieber um und schaut auf die Sonnenseite. Er sieht die Gelegenheit günstig, im Windschatten das nächste Modernisierungskonzept aufzusetzen.

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