Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Frankenthal: Weihnachtsmarktaussteller zum Teil unzufrieden

Geschmückte Buden und Lichterglanz: der Frankenthaler Weihnachtsmarkt.
Geschmückte Buden und Lichterglanz: der Frankenthaler Weihnachtsmarkt.

Als Restaurant unter freiem Himmel ist der diesjährige Weihnachtsmarkt mit insgesamt 39 Ständen eine gelungene Sache. Da sind sich die meisten Beschicker des Budendorfs auf dem Rathausplatz einig. Hingegen war an den Ständen mit Geschenkideen wenig los. Spärlich frequentiert sind auch die Aktionsbuden um den Rathausbrunnen.

Keine Laufkundschaft

„Hierher kommt kein Mensch“, sagt Martina Hoffmann enttäuscht. Die Frankenthalerin, die das erste Mal auf dem Weihnachtsmarkt ausstellt, versucht am Rathausbrunnen, ihre mit der Bandsäge ausgeschnittenen Sterne und Gestecke an den Mann zu bringen. „Hier gibt es keine Laufkundschaft, da die Essbuden fehlen und die Aktionsbuden oft geschlossen sind“, meint sie. Es sei war eine tolle Sache, für nur zehn Euro Standgebühr pro Tag das Häuschen und den Strom gestellt zu bekommen, „trotzdem rechnet es sich nicht, wenn ich an manchen Tagen nur zehn Euro einnehme“. Vis-à-vis der Dreifaltigkeitskirche bietet ein Aussteller aus dem rheinhessischen Offstein Mineralien an. „Bei mir gibt es weder Glühwein noch Waffeln und Mohrenköpfe. Daher kommt keiner her“, sagt der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung sehen will und 2019 dem Frankenthaler Budendorf den Rücken kehren wird. „Das ist doch nur noch ein Weihnachtsmarkt mit Essen und Getränken“, sagt er.

Umsatz wegen des Regens rückläufig

Das Paar Hans-Ulrich und Susann Laux steht mit seinen Süßigkeiten direkt an der Kirche. „Gebrannte Mandeln, Zuckerwatte und Mohrenköpfe gehen gut. Allerdings ist der Umsatz wegen des vielen Regens rückläufig“, meint Hans-Ulrich Laux, der das Frankenthaler Schaustellergeschäft in der dritten Generation führt. Weihnachtliche Leckereien würden die Marktbesucher wenig konsumieren, „die stehen ja schon im August in den Supermärkten, damit sind die Leute gesättigt“. Ralph Meister aus Beindersheim ist seit 39 Jahren im Advent auf dem Rathausplatz. In der Vergangenheit war seine Familie hier mit einer Glühwein-Stube und einer Hütte mit Knoblauch-Baguette vertreten. „Das läuft immer gut, wobei wir das optimale trockene und kalte Glühweinwetter in diesem Jahr selten hatten“, berichtet er. Nun hat der Schausteller sich ein drittes Standbein zugelegt: die Flammlachs-Hütte. „Wir bieten eine finnländische Spezialität an: Lachs aus Norwegen, mit Meersalz und Kräutern gewürzt und über offenem Feuer gegart. Es braucht noch Zeit, bis das angenommen wird“, sagt Meister und hackt vor den neugierigen Augen der Besucher fachmännisch Holzscheite.

Interesse an Eisbahn stabil

In der Erkenbertruine beschert Michael Jockers mit seinem Familienunternehmen den Bürgern alljährlich die Eiszauber-Bahn. In dieser Saison zum zehnten Mal, sagt er. Das Interesse an der seit 2. November geöffneten Eisbahn bezeichnet er als stabil: „Seit der Weihnachtsmarkt offen hat, kommen mehr Touristen zur Eisbahn, und es wird mehr konsumiert.“ Die 450 Quadratmeter große Eisbahn sei in der Region etwas besonderes, da sie mit Natur- und nicht mit Kunsteis betrieben wird. Zum Zehnjährigen hat Jockers die LED-Beleuchtung mit waagerechten Leuchtsäulen aufgerüstet, im Gastrobereich eine wärmende Feuersäule installiert und Jubiläumstassen angeschafft. Auch das Kinderkarussell auf der Ostseite des Rathauses wird von Familie Jockers betrieben, hier gebe es wenig Laufkundschaft, so Jockers, „aber die Stammkunden kommen“. Das Resümee seitens der Stadtverwaltung sei positiv, erklärt der Beigeordnete Bernd Knöppel (CDU). „Im Vorfeld haben wir mit den Beschickern geredet, dass sie ihre Buden weihnachtlich schmücken. Vom Erscheinungsbild hat der Markt dadurch gewonnen, ebenso durch die neue Wichtelwerkstatt für Kinder.“ Dass die Aktionsbuden am Rathausbrunnen häufig leer stehen, bestreitet er. „Da täuscht der Eindruck. Von Donnerstag bis Sonntag sind sie fast durchgängig belegt. Wir mussten hier auch schon Interessenten absagen.“ Für die Öffnungstage Montag bis Mittwoch müsse man sich noch Gedanken machen, „aber in den Aktionsbuden sind zumeist Vereine und Ehrenamtliche. Und die haben nicht so viel Zeit unter der Woche“. Das Bühnenprogramm sei „unterschiedlich gut“ angenommen worden, Verbesserungen dazu würden bei der Analyse der städtischen Veranstaltung erörtert. Perspektivisch sei angedacht, den Weihnachtsmarkt in Richtung Osten weiterzuentwickeln, angefangen vom Rathausbrunnen über die Arkaden bis hin zur Willy-Brandt-Anlage.

Noch Fragen?

—Der Weihnachtsmarkt ist – außer am 24. und 25. Dezember – bis zum 29. Dezember jeweils von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Die Ausnahme: Am 26. Dezember startet er erst ab 14 Uhr. —Die Eisbahn ist bis einschließlich 6. Januar täglich von 11 bis 22 Uhr in Betrieb. Am 24. und 25. Dezember sowie 1. Januar bleibt sie geschlossen. An folgenden Tagen sind die Öffnungszeiten verkürzt: Am 26. Dezember von 11 bis 21 Uhr sowie am 31. Dezember von 13 bis 18 Uhr.

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