Frankenthal
Frankenthal: Start für die Frühkartoffelernte
Beim symbolischen Start der Kartoffelernte ist gestern bei Kartoffel Kuhn in Eppstein Hanne Brenner, erfolgreichste Dressurreiterin Deutschlands im Behindertensport, zur Markenbotschafterin der Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“ ernannt worden.
In der Nacht zum Dienstag hat’s geschüttet. „Wir können nicht mit dem Vollernter aufs Feld, das würde den Boden zu stark verdichten“, erklärte Hartmut Magin, der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“. Statt den ersten Doppelzentner auf dem Feld mit der Rodemaschine einzufahren, posierte Dressurreiterin Hanne Brenner auf dem Kartoffelvollernter neben der Halle für die Pressefotos. Magin steht für das bundesweit größte zusammenhängende Anbaugebiet mit mehr als 300 Betrieben in der Vorderpfalz und in angrenzenden Regionen. Hier gedeihen auf knapp 4000 Hektar im milden Klima der Rheinebene die frühesten deutschen Kartoffeln.
„Die Pfälzer Grumbeere sind in Kürze in Deutschlands Supermärkten erhältlich“, kündigte Magin an. Nach dem schlechten Kartoffeljahr 2018 mit seiner langanhaltenden Dürre rechne die Erzeugergemeinschaft in diesem Jahr mit mehr als 100.000 Tonnen Frühkartoffeln. Damit diese schnellstmöglich zu den Verbrauchern kommen, wurden die ersten Annabelle, Berber und Colomba bereits Mitte Februar unter Folie und Vlies ausgepflanzt. „Das sichert unseren Erzeugern im Idealfall einen Erntevorsprung von bis zu drei Wochen gegenüber anderen Regionen in Deutschland und damit einen Spitzenplatz im deutschen Kartoffelanbau“, erklärte der Vorsitzende.
Ernte läuft bis 10. August
Die ersten Frühkartoffelernten begannen in der Süd- und Vorderpfalz bereits Anfang Juni. Die in kleineren Mengen gerodeten Grumbeere waren bislang nur in Hofläden und auf Wochenmärkten in der Region erhältlich. Ab dem offiziellen Startschuss läuft die Ernte in den auf die frühen Qualitäten spezialisierten Großbetrieben an. Bis zu 3500 Tonnen täglich werden bis zum 10. August – dem Stichtag für die letzten Frühkartoffeln – eingefahren. „Das entspricht rund 120 Lkw, die über den Lebensmittelhandel und den Großmarkt bundesweit den Weg zu Verbraucher antreten werden“, so Magin. Der Vorsitzende erwartet eine gute Ernte, denn: „Verhaltene Kälteeinbrüche und wenig Spätfrost haben dazu geführt, dass das Wachstum der Pfälzer Grumbeere in diesem Frühjahr sehr gut verlaufen ist.“
Warum sich die Erzeugergemeinschaft nach Weltschiedsrichter Markus Merk in diesem Jahr für die vierfache Weltmeisterin und Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympischen Spielen, Hanne Brenner, entschieden hat, begründete Magin folgendermaßen: „Brenner reitet für den Reitclub Hofgut Petersau, trainiert und lebt im rheinhessischen Wachenheim und repräsentiert unsere beiden Hauptanbaugebiete Pfalz und Rheinhessen damit nahezu gleichberechtigt.“ Kriterium für die Wahl Brenners sei neben den sportlichen Leistungen ihr ehrenamtliches Engagement: 2013 hat sie den Verein Kleine Glücksritter gegründet, wo schwer kranke Kinder und ihre Geschwister reiten können.
„Regelmäßig im Einkaufskorb“
Die 56-jährige Lüneburgerin, die seit einem Reitunfall vor 33 Jahren teilweise querschnittsgelähmt ist, zog vor elf Jahren mit ihrer Trainerin und Lebenspartnerin Dorte Christensen nach Wachenheim und arbeitet bei Lotto Rheinland-Pfalz als Ausbilderin für Verkäufer in Lotto-Annahmestellen. „Die Rolle als Markenbotschafterin der Grumbeere ist für mich eine Ehre und passt auch zu meinem Leben“, sagte Brenner in ihrer Rede. „Als leidenschaftliche Kartoffelesserin habe ich sie regelmäßig im Einkaufskorb – ein vielfältiges Produkt, das ideal ist, um sich in der Pfalz zu verwurzeln.“ Sie erzählte, dass sie als Kind beim Verlesen der Kartoffeln geholfen habe. Nach ihrer Amtseinführung konnte sich Brenner von der Qualität der diesjährigen Pfälzer Frühkartoffeln überzeugen – die Erzeugergemeinschaft servierte ihr und den Gästen erntefrische Grumbeere als Salat und Pfannengericht.