Frankenthal
Frankenthal: Stadt hofft bei Gestank aus Kläranlage auf technische Lösung
Die Gestank, der in zurückliegenden Monaten und Jahren immer mal wieder von der Kläranlage Lambsheim in Richtung der Frankenthaler Vororte Eppstein und Flomersheim geweht wurde, ist „nicht hinnehmbar“. Das habe die Stadt dem Anlagenbetreiber deutlich gemacht, unterstrich Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) im Planungs- und Umweltausschuss.
Mittlerweile sei eine technische Umrüstung der Anlage zur Trocknung von Klärschlamm angelaufen, sagte Knöppel. Schriftlich hatte die Verwaltung dem Fachausschuss nicht nur eine Chronik des Ausbaus der Anlage in Lambsheim zusammengestellt, die 2012 mit Technik zur Trocknung von Klärschlamm ausgerüstet wurde. Eine Übersicht listet zudem auf, was seit 2017 an Meldungen über Geruchsbelästigungen beim kommunalen Vollzugsdienst und bei der Frankenthaler Feuerwehr eingegangen ist. Dabei wird festgehalten, dass dies kein vollständiges Bild sein könne, „da viele Beschwerden auch bei anderen Stellen vorgebracht wurden“.
17 Fälle in drei Jahren
2017 sind sechs gemeldete Fälle von Geruchsbelästigung dokumentiert; in fünf davon „konnten Gerüche an der Kläranlage festgestellt werden“, heißt es dazu. 2018 gab es 28 erfasste Beschwerden; davon waren nur sechs Fälle eindeutig der Kläranlage zuzuordnen. 2019 listet die Verwaltung 16 Eintragungen auf. Sechsmal war die Anlage in Lambsheim als Quelle zu belegen; sieben Fälle konnten Düngeaktionen von Landwirten zugeordnet werden. Ein Problem sei, dass Meldungen nur „zeitverzögert“ beim Bereich Ordnung und Umwelt eingingen, heißt es in der Übersicht dazu. Wenn man dem nachgehe, könne der aktuelle Zustand „von den Feststellungen Stunden zuvor abweichen“.
Die für die Aufsicht zuständige Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt habe der Frankenthaler Verwaltung auf Anfrage bestätigt, dass die Lambsheimer Anlage dem „Stand der Technik“ entspreche, berichtete Knöppel im Ausschuss. Nach den Vorgaben des Wasserhaushaltsgesetzes könne selbst bei Geruchsbelästigungen niemand die Einstellung des Betriebs verlangen, heißt es in den schriftlich vorgelegten Erläuterungen zu diesem Thema. „Es können nur Vorkehrungen verlangt werden, die die nachteiligen Wirkungen ausschließen, sofern sie nach dem Stand der Technik durchführbar oder wirtschaftlich vertretbar sind.“
Knöppel: Wir bleiben dran
Bei der fünften Besprechung mit der Lambsheimer Seite und der SGD im Juli seien Sofortmaßnahmen vereinbart worden, heißt es im Verwaltungsbericht weiter. Dazu gehörten eine „Sensibilisierung des Bedienungspersonals“, die Begrenzung der Zeiten für „Befüllungsvorgänge“ und geänderte Laufzeiten für die Lüfter im Gebäude, wo Klärschlamm getrocknet wird. Die seitdem gesammelten Daten deuteten darauf hin, dass sich die Lage gebessert haben könnte. „Wir bleiben dran“, sicherte Bürgermeister Knöppel zu. Von „erheblichen Zumutungen für die Bevölkerung“ sprach OB Martin Hebich (CDU). Offenbar habe der Planer der Anlage die Situation nicht richtig eingeschätzt.