Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Frankenthal: Neue CD von Michael „Josef“ Weiler erstmals als Duo mit Dennis Hauk

Kreative Symbiose: Michael Weiler (rechts) und sein langjähriger Musikerkollege und Produzent Dennis Hauk.
Kreative Symbiose: Michael Weiler (rechts) und sein langjähriger Musikerkollege und Produzent Dennis Hauk. Foto: BOLTE

Wie aus einer übervollen Schublade eine Platte wird, demonstrieren Michael „Josef“ Weiler und Dennis Hauk mit „Das Meer lässt uns nicht schwimmen“. Es ist das erste Duo-Projekt der beiden, die seit Jahrzehnten zusammenarbeiten. Der perfekte Soundtrack – nicht nur zum Ausmisten.

„Ich mach’ mir zu allem, was mir auffällt, Notizen, hab’ immer Zettel bei mir. Die schmeiß’ ich in eine Schublade und wenn die kaum noch zugeht, ruf’ ich den Dennis an und sag’: ,Wir müssen mal wieder ins Studio.’“ So erklärt Josef Weiler seine Arbeitsweise. Seit knapp 40 Jahren steht er auf den Bühnen der Region, unter anderem als Sänger der Schdounz und der Coverdales sowie als Mitglied des 1. Frankenthaler Männerchors 03. Fünf Soloplatten hat er veröffentlicht, seine sechste ist nun erschienen. Dass er „Das Meer lässt uns nicht schwimmen“ unter dem Namen Weiler und Hauk gemeinsam mit seinem langjährigen Kompagnon und Produzenten Dennis Hauk aufgenommen habe, sei überfällig gewesen. „Es gibt kaum einen Musiker, mit dem ich so eine kreative Symbiose eingegangen bin wie mit dem Dennis. Wir verstehen uns blind und er gibt immer so viel Input, dass ich mir das unmöglich alles selbst auf die Fahne schreiben kann.“

Urpfäzer Weiler singt Hochdeutsch

Ein dickes Lob aus dem Munde eines Mannes, der schon zig Jahre in der Vorderpfalz mit allem und jedem Musik gemacht hat, bei etlichen Projekten wie dem Kurt-Dehn-Rock-Tribute „Die Kurtisanen“ federführend war – und eigentlich immer irgendwo auf irgendeiner Bühne auftaucht. Lokaler Rockadel, wenn man so will. Und selbst im reiferen Alter lässt sich so einer noch auf Wagnisse ein. Denn damit auch wirklich jeder versteht, was sich da so in der Schublade angesammelt hat, wurde „Das Meer lässt uns nicht schwimmen“ von Weiler in glasklarem, absolut akzentfreiem Hochdeutsch eingesungen. Kann man durchaus mal erwähnen, angesichts der Tatsache, dass der Mann im Alltag so vor sich hin Pfälzert als gäbe es einen Preis für die hingebungsvollste Pflege der Muttersprache zu gewinnen. „Mal davon abgesehen, dass Pfälzisch mittlerweile wirklich jeder macht, hätte Dialekt zu dieser Form von Texten definitiv nicht gepasst“, erklärt Weiler.

Texte sind „moderner Dadaismus“

Denn auch da zeigt sich der Mann als Grenzgänger und bekundet, dass es sich bei seiner Lyrik um „modernen Dadaismus“ handle: assoziativ, durchsetzt mit Wortspielen und einer skurrilen Form von Humor. Ob es um die allgemein grassierende Verbotskultur geht oder um Verschwörungstheorien, Weiler nimmt alles auf die Schippe. Das erinnert tatsächlich ein wenig an die Texte von Marius Müller-Westernhagen aus dessen „Pfefferminz“-Zeit. Und ähnlich eingängig sind auch die Songs des Duos. Musikalisch verwurzelt – wen wundert es angesichts Weilers Vergangenheit – in handgemachtem Rock mit Pop-Appeal, vermischt mit Glam und Rhythm’n’Blues.

Hauck zuständig für komplette Produktion

Zuständig dafür war Dennis Hauk. Der sorgte für die Arrangements und für die melodische Umsetzung, spielte vom Schlagzeug über Bass bis zur Gitarre alle Instrumente selbst ein und war für die komplette Produktion, inklusive Mix, zuständig. „Ich konnte mich da ziemlich austoben. Josef hat mir die Melodiebögen vorgesungen, ich hab die Arrangements geschrieben und erste Aufnahmen gemacht. Dann hatten wir eine Basis und von der aus haben wir dann die Songs weiterentwickelt“, erläutert Hauk. Bei der Gitarrenarbeit wurde er von Weiler unterstützt. Und gerade da war dem Duo wichtig, möglichst viele verschiedene Sounds zu kombinieren, sodass „unsere Gitarren klingen als wären sie miteinander verwoben“. Hat geklappt. Was also ist die Bilanz einer übervollen Schublade, „die nimmie zugeht“: Anderthalb Jahre Produktionszeit, 15 Titel, knapp eine Stunde Spieldauer. Ausmisten dauert weit kürzer – bereitet aber nicht halb so viel Vergnügen, wie sich „Das Meer lässt uns nicht schwimmen“ anzuhören.

Noch Fragen?

Weitere Infos auf der Homepage www.hoopymusic.de. „Das Meer lässt uns nicht schwimmen“ gibt es bei allen Onlineshops und Streamingportalen wie iTunes, Google Play, Amazon, Spotify und in Frankenthal beim Musikhaus Musicant.

Schräger Humor, moderner Dadaismus: die Platte „Das Meer lässt uns nicht schwimmen" des Duos Weiler und Hauk.
Schräger Humor, moderner Dadaismus: die Platte »Das Meer lässt uns nicht schwimmen« des Duos Weiler und Hauk. Foto: Hauk/Frei
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