Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Frankenthal: Neubau der Kita Weidstraße in Eppstein wird teurer als geplant

Die Bodenplatte ist gegossen: Eröffnen soll die Kindertagesstätte Weidstraße nach Angaben der Stadt im Frühjahr 2020.  Foto: BOL
Die Bodenplatte ist gegossen: Eröffnen soll die Kindertagesstätte Weidstraße nach Angaben der Stadt im Frühjahr 2020.

Vom Neubau der Kindertagesstätte in der Eppsteiner Weidstraße ist noch nicht viel mehr als das Fundament zu sehen. Trotzdem ist jetzt schon klar: Das Projekt wird teurer als geplant. Der Grund: Baukostensteigerungen und eine für den Auftraggeber Stadt schwierige Marktlage.

Dieses Phänomen kennt man im Frankenthaler Rathaus schon: Von den vier Aufträgen im Gesamtwert von rund 630.000 Euro, die der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag für den Neubau der für sechs Gruppen ausgelegten Kindertagesstätte Weidstraße im Vorort Eppstein vergeben hat, liegen drei der ausgewählten Angebote ein gutes Stück über der ursprünglich von der Verwaltung angesetzten Kostenschätzung. Ähnliches gilt auch für die Vergaben für Arbeiten am Karolinen-Gymnasium und der Carl-Bosch-Schule.

Keine Überraschung für Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU), in dessen Ressort der Hochbau fällt. Kostensteigerungen im Bereich von neun bis zehn Prozent seien in der Baubranche derzeit keine Seltenheit, bei sehr speziellen Gewerken seien auch höhere Aufschläge möglich, erklärte Knöppel dem Ausschuss. Ein Grund für diese Entwicklung liegt auf der Hand: Häufig dauert es eine ganze Weile, bis aus der Kostenschätzung der Verwaltung eine Planung, aus der Planung eine Ausschreibung und aus der Ausschreibung ein konkreter Auftrag wird. Im konkreten Fall Weidstraße stammen die geplanten Summen teils noch aus den Jahren 2016/17.

Kosten steigen auf 4,6 Millionen Euro

Dann gibt es noch kleinere und größere Überraschungen, die am Ende dafür sorgen, dass Projekte der öffentlichen Hand teurer werden als erwartet. Die Kita Weidstraße steht auf einem Grundstück, wo früher mehr oder weniger unkontrolliert Bauschutt und Erdaushub deponiert worden waren. Das Ausheben von rund 5800 Kubikmetern belastetem Material verteuert den Neubau. Die Entwässerung des Geländes nach den Vorgaben der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd schlägt zu Buche, die Nachrüstung mit einer Fußbodenheizung in manchen Gruppenräumen gibt es nicht zum Nulltarif und Ausstattungs- und Lehrmaterial waren in der Ursprungsrechnung allzu optimistisch veranschlagt.

Unterm Strich ist trotz einiger Einsparungen bei anderen Gewerken klar: Das Eppsteiner Projekt wird statt 4,3 Millionen jetzt 4,6 Millionen Euro kosten – weswegen sich die Stadtspitze lieber noch einmal kommende Woche die Zustimmung des Rats holen möchte.

Bei Ausschreibungen oft nur wenige Angebote

Ein anderes Phänomen, das der Stadt das Leben nicht unbedingt leichter macht, wurde im Haupt- und Finanzausschuss ebenfalls angeschnitten: Wolfgang Winsel, Leiter der Zentralen Vergabestelle, berichtete, dass auf viele Ausschreibungen nicht selten nur ein oder schlimmstenfalls gar kein Angebot kommt. Der Hintergrund: die für die Firmen erfreuliche und für die Verwaltung eher schwierige Marktlage am Bau. Weil Angebote zu teuer ausgefallen seien, habe man auch schon Ausschreibungen aufgehoben und wiederholt, sagte Winsel. Bürgermeister Knöppel ergänzte: Und wenn es ganz dumm laufe, fielen Firmen bei Schlüsselgewerken aus und wirbelten damit den gesamten Zeitplan eines Vorhabens durcheinander.

x