Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Frankenthal: Landesverbände präsentieren 500 Kaninchen bei gemeinsamer Schau

Mit Rhönkaninchen war Züchter Bernd Market aus Bad Kreuznach in Frankenthal dabei. Foto: BOLTE
Mit Rhönkaninchen war Züchter Bernd Market aus Bad Kreuznach in Frankenthal dabei.

Reichlich Anerkennung und Preise gab es bei der ersten Dreiländer-Jungtierschau der Kaninchenzüchter aus den Landesverbänden Saarland, Rheinland-Pfalz und Rheinland-Nassau am Wochenende in Frankenthal. Gastgeber waren die Hasenbock-Züchter Am Kanal.

Es ist heiß am Samstagnachmittag. Nur wenige Besucher schlendern durch die Halle. Rund 500 Tiere halten in ihren mobilen Ausstellungsgehegen Siesta, flirten mit dem Nachbarn, suchen Erfrischung im Wasserschüsselchen oder futtern. Ein Ziepen ist zu hören. „Das ist die Hitze, die macht den Tieren zu schaffen“, erklärt Ausstellungsleiter Michael Rühl. Kaninchen schwitzen wie der Hund über die Zunge. Besprühen? Nein, das nasse Fell könnte zu einer gefährlichen Unterkühlung führen. Ein Ruhebrett, etwa in 30 Zentimetern Höhe angebracht, wäre hilfreich. Auf dem könnte das Tier der Wärme des Strohbodens entkommen.

Wenn die Klimaveränderung fortschreite, alljährlich extrem heiße Sommer Normalität würden, dann „können wir die Zucht aufgeben“, meint Rühl. Kaninchen seien nicht für Hitze geschaffen, Hitze bedeute für die Tiere Stress, wirke sich nachteilig auf die Zucht aus. Rühl verweist auf südliche Länder, wo Kaninchenzüchter Exoten seien. Der 54-jährige Mettenheimer ist im Vorstand des Silberclub Vorderpfalz in Frankenthal und auch Mitglied des Frankenthaler P 14 – „eines als sehr gastfreundlich bekannten Vereins, bei dem sehr viele, auch überregionale Schauen stattfinden“, sagt Rühl.

Drei Verbände, eine Veranstaltung

Die Jungtierschau der drei Landesverbände finde zum ersten Mal gemeinsam statt. „2018 in Mainz waren es 160 Tiere“, sagt Rühl. Nachdem die Landesverbände Saarland und Rheinland-Nassau selbst keine Jungtierschauen veranstalteten, alle drei Verbände in der Ausrichtung von Schulungen, die am Wochenende Bestandteil der Schau waren, zusammenarbeiteten, habe eine gemeinsame Veranstaltung nahegelegen.

Rund 500 Tiere verschiedener Rassen und Farbenschläge von rund 60 Züchtern in der Altersspanne zehn bis 80 Jahre waren in Frankenthal zu sehen. Darunter auch gefährdete Rassen wie das Luxkaninchen und die Schwergewichtler Deutsche Großsilber. Es gibt große, mittlere, kleine und Zwergrassen bei den Kaninchen. „Der Trend geht zu den kleinen Tieren“, sagt Michael Rühl, weil heute die Fleischverwertung nicht mehr im Vordergrund stehe.

Ziel der Schau und der Züchter sei es, erklärt Rühl, Tiere zu präsentieren, die dem Ideal des „vollkommenen Kaninchens der jeweiligen Rasse und des Farbenschlags möglichst nahe kommen“. Ein Streben, das Jahr für Jahr von den Züchtern wieder neu in Angriff genommen werde. Michael Rühl hat mit vier Jahren die Zucht begonnen. „Für mich gibt es nichts Schöneres. Es steckt viel Arbeit drin, es macht aber auch Riesenspaß.“ Bei beruflichem Stress seien die Kaninchen für ihn pure Erholung.

15 Große Preise verteilt

Bei der Dreiländer-Jungtierschau gab es allein 15 Große Preise, zwei gingen an Jugendliche. Die höchste Auszeichnung, die Präsidentenmedaille, errang Michael Rühl mit seinen Kleinsilber. Weitere 113 Züchter und vier Vereine wurden für ihre Leistungen prämiert. Die Beindersheimer Kleintierzüchter errangen als Verein Platz drei. Prämiert wurden als besonders schöne Tiere zwei Rammler und drei Häsinnen: eine davon aus der Zucht von Michael Rühl und eine zweite, ein Lohkaninchen braun, von Ken Stutzmann (Beindersheim). Er landete beim Großen Preis auf Platz sechs.

x