Frankenthal
Frankenthal: Kita-Plätze fehlen für alle Altersgruppen
In den Frankenthaler Kindertagesstätten fehlen Plätze für alle Altersgruppen: Gut 300 sind es bei den Ein- und Zweijährigen. Und auch bei den älteren Kindern bis zum Wechsel in die Grundschule wird es eng. Der neue Kindergarten in Eppstein, der im kommenden Frühjahr eröffnet, löst diese Probleme trotz seiner sechs Gruppen nicht.
„Wir kämpfen mit den starken Jahrgängen und den vielen Zuzügen.“ So schilderte Andrea Schlossarczyk, Leiterin des Familienbüros der Stadtverwaltung, im Jugendhilfeausschuss die angespannte Situation bei den Frankenthaler Kindertagesstätten. Allein für die Einjährigen fehlen aktuell mindestens 100 Betreuungsplätze, bei den Zweijährigen sind es sogar 211 Plätze.
Ähnlich sieht es auch im Ü3-Bereich aus. „Da sind wir fast am Ende“, sagte Schlossarczyk. Gruppenstrukturen zu ändern, helfe nicht viel, da für den sukzessiven Übergang der Zweijährigen Plätze freigehalten werden müssten. Außerdem steige der Bedarf an Ganztagsbetreuung – insbesondere wegen der Berufstätigkeit der Eltern – weiter an. Möglichkeiten zur Aufstockung der Plätze in den bestehenden Einrichtungen seien ausgereizt. Auch die sechsgruppige Kita Weidstraße in Eppstein, die voraussichtlich im Mai 2020 in Betrieb gehen könne, werde nicht sehr viel weiterhelfen, meinte die Abteilungsleiterin.
2640 Kinder mit Rechtsanspuch
Der im Ausschuss vorgelegte Bericht zur Fortschreibung der Bedarfsplanung hält unter anderem fest, dass die Anzahl der Kinder mit einem Rechtsanspruch stärker steigt als noch vor drei Jahren prognostiziert. Ende Oktober hatten 511 Ein- bis Zweijährige, 481 Zwei- bis Dreijährige und 1650 Drei- bis Siebenjährige gesetzlichen Anspruch auf Betreuung in einer Kita. Zur Verfügung stehen in Frankenthal gegenwärtig lediglich 1908 Betreuungsplätze, davon 77 für Einjährige und 270 für Zweijährige.
Weil die Plätze im U3-Bereich nicht ausreichen, erfolgt die Vergabe primär nach dem Alter der Kinder. Vorrangig berücksichtigt werden Eltern, die berufstätig sind, sich in Ausbildung befinden oder studieren. Auf der Warteliste der U3-Börse stehen im laufenden Kindergartenjahr noch 66 Einjährige – bei 33 freiwerdenden Plätzen. Bei den Zweijährigen liegen noch 176 Anmeldungen für 58 zu belegende Plätze vor, sodass 118 Kinder nicht berücksichtigt werden können. Noch problematischer sieht es bei den über Dreijährigen aus. Derzeit stehen in den städtischen Einrichtungen 270 Kinder auf der Warteliste, nur 44 Plätze können im Laufe des Kitajahres belegt werden.
46 Kleine in Tagespflege
In der Tagespflege, wo 15 Einjährige, 17 Zweijährige und 14 ältere Kinder betreut werden, sind die Kapazitäten weitgehend ausgeschöpft. Andrea Schlossarczyk verwies in ihrem Bericht auch auf die steigende Zahl von Kindern mit besonderem Förderbedarf und auf den wachsenden Bedarf an Schulkindbetreuung in der Kita im Mehrgenerationenhaus in der Mahlastraße.
Aufgelistet werden in der Vorlage auch die Baumaßnahmen, durch die neue Kita-Plätze geschaffen werden, namentlich durch den Waldorfschulverein und die katholische Kirchengemeinde Heilig Kreuz in Mörsch. Auch das Pfalzinstitut für Hören und Kommunikation plant eine Erweiterung um eine Gruppe. Seitens der Stadt werden derzeit die Voraussetzungen für den Neubau zweier Kitas östlich des Ostparkstadions geprüft. Als weitere Standorte kommen Mörsch (westlich des Friedhofs) sowie das Gebiet „Am Speyerbach“ in Betracht.