Frankenthal
Frankenthal: Eigene Stabsstelle fürs Standortmarketing geplant
Mit einer Stabsstelle im Dezernat des Oberbürgermeisters sollen die Themen City- und Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung und Tourismus in Frankenthal mehr Gewicht bekommen. Die Aufgaben soll nach Vorstellung der Verwaltung ein vierköpfiges Team stemmen.
In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagabend war ziemlich oft von „weißen Flecken“ die Rede – Bereichen also, die bisher unzureichend oder gar nicht bearbeitet wurden, bearbeitet werden konnten. Denn: Wirtschaftsförderung und Standortmarketing im weitesten Sinn – das ist in Frankenthal bis dato Aufgabe einer einzigen Person. Daniel Strotmann agiert mit einer halben Stelle als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) und mit einer weiteren halben Stelle für den City- und Stadtmarketingverein.
Mit dieser Konstruktion sei die Stadt im Vergleich zu anderen Kommunen „unzureichend aufgestellt“, hielt Julia Bubbel vom Aalener Institut Imakomm Akademie in ihrer Präsentation vor dem Ausschuss fest. Insbesondere fürs Entwickeln einer Gesamtstrategie und für Abstimmung mit Akteuren in Wirtschaft und Verwaltung gebe es keine Kapazitäten. Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) konstatierte, dass mit den bisherigen Bordmitteln vieles „nur mit angezogener Handbremse“ passiert sei. Dies sei aber nicht als Kritik an Strotmanns bisheriger Arbeit zu verstehen.
Stadtrat muss zustimmen
Das soll sich nach seiner Vorstellung nun ändern: Es steht der Vorschlag im Raum, eine in seinem Dezernat angesiedelte Organisationseinheit zu bilden. In den kommenden beiden Jahren sollen dafür vier Stellen geschaffen und besetzt werden – zwei weniger, als in der von Imakomm entwickelten Neukonzeption vorgeschlagen. Die Stabsstelle Standortentwicklung bestünde – die Zustimmung des Stadtrats zum Haushalt 2020 und dem darin enthaltenen Stellenplan vorausgesetzt – im ersten Schritt aus einem Leiter (Vollzeit) und zwei halben Stellen für Tourismus und Stadtmarketing. Eine Vollzeitstelle, deren Inhaber sich ums Citymarketing kümmert, folgt nach Hebichs Plänen 2021.
Die WFG mit ihren Gesellschaftern Sparkasse Rhein-Haardt (46,61 Prozent), Stadt Frankenthal (27,12 Prozent), Vereinigte VR-Bank Kur- und Rheinpfalz (9,32 Prozent), Stadtwerke (9,32 Prozent) und Baugesellschaft (7,63 Prozent) bliebe nach den Vorstellungen der Verwaltung nur als Mantelgesellschaft und dem Mindestkapital von 25.000 Euro erhalten. „Die Betreuung, Ansiedlung und Pflege von Firmen – das sind originäre Aufgaben der Stadt“, begründete der Oberbürgermeister den Schritt. Die Anteilseigner hätten außerdem mehrfach deutlich gemacht, dass sie die WFG in ihrer bisherigen Form nicht „dauerhaft mittragen“ wollten.
Hebich erwartet Diskussionen
Hebich machte in der Ausschusssitzung am Dienstag aber auch keinen Hehl daraus, dass die Bildung der neuen Stabsstelle kein Selbstläufer wird. Er erwarte mit Blick auf die zusätzlichen Mitarbeiter Diskussionen mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die in Rheinland-Pfalz für die Genehmigung der kommunalen Haushaltspläne zuständig ist. Die Wirtschaftsförderung zähle zu den sogenannten freiwilligen Leistungen, die in Frankenthal derzeit bei rund acht Millionen Euro lägen.
Weil die Verwaltung die voraussichtlichen Sach- und Personalkosten noch nicht genau beziffern konnte, wird die Entscheidung über die zusätzlichen Planstellen auf Wunsch der SPD im Zusammenhang mit der anstehenden Beratung des Haushaltsplans 2020 fallen. Grundsätzliche Zustimmung signalisierten im Ausschuss CDU, SPD, FDP und Linke.
Stelle für Statistik
Ein Ausbau des Stellenplans ist auf Basis der Imakomm-Untersuchung auch bei einem anderen Thema geplant: Der ebenfalls zum OB-Dezernat zählende Fachbereich Zentrale Dienste soll Zuwachs in Form einer Fachkraft für Statistik und Demografie bekommen. Dies sei eine Querschnittsaufgabe für zahlreiche Planungsprozesse innerhalb der Verwaltung, sagte Hebich. Er nannte beispielhaft die Schulentwicklungs- und Kindertagesstättenplanung.