Frankenthal Faires Turnier, verdienter Sieger

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FRANKENTHAL. „Das war doch ein sehr faires, ordentliches Turnier“, freute sich der stellvertretende Schiedsrichter-Obmann Ralf Klomann nach der Siegerehrung. Er und seine Mannen an der Seitenlinie haben ihren Beitrag dazu geleistet. Diskussionen um die Entscheidungen kamen kaum auf. Das Lob geht ebenso an die Spieler, die sich so weit im Griff hatten, dass alles im sportlichen Rahmen blieb. Ganz ohne Emotionen sollen die Auseinandersetzungen schließlich nicht ablaufen. Das i-Tüpfelchen des Fairness-Gedankens ist sicher der „Verzicht“ von Lukas Seif vom Sportclub Bobenheim Roxheim auf die Ehrung als Torschützenkönig. Freimütig bekannte er nach dem letzten Spiel, das er so viele Tore nicht geschossen habe. Nicht jeder hätte diese Ehrung – wohl auch unter diesen Umständen – abgelehnt. Hut ab! Sportlich hat sich das Turnier im Laufe der drei Tage gesteigert. Symbolisch steht dafür der VfR Frankenthal I, auch wenn er im Finale unterlag. Am Vorrunden-Spieltag „wackelten“ die Landesliga-Spieler am Ende doch ordentlich. Am Endrundentag waren sie deutlich besser aufgestellt. Dass sie wiederum ohne Titel nach Hause gingen – das letzte Mal ging der Pokal 2006 an den VfR –, das müssen sie sich selbst zuschreiben. Denn der Klassenprimus hätte wenige Minuten vor Ende der Partie in Überzahl den Ball und Gegner eigentlich nur laufen lassen müssen. Stattdessen kassierte Fabrizio Moncada eine unnötige Zeitstrafe – mit den bekannten Folgen. Bei allen Beteuerungen, das Turnier nicht so wichtig zu nehmen: Wer im Finale ist, der will gewinnen. Und die Spieler des VfR I haben sich mächtig geärgert über die Niederlage. Es wäre jedoch schön gewesen, wenn gerade sie als Finalist bis zum Ende der Siegerehrung auf der Spielfläche geblieben wären. Auch das gehört zum Fair-Play. Mit dem TuS Dirmstein hat – über alle Turniertage gesehen – das Team mit der konstantesten Leistung gewonnen. Überraschend war sicher der Einzug des C-Klassisten SV Studernheim in den Endrunden-Spieltag. Den Auftritt am zweiten Tag haben sich die Studernheimer redlich verdient. Schade, dass sie am Ende die Spiele ein wenig „abschenkten“ – auch, weil sie nicht mehr komplett antraten. So verwischte etwas der gute Gesamteindruck. Der SC Bobenheim-Roxheim sammelte sicher durch sein Auftreten insgesamt Sympathiepunkte. Da scheint etwas zu wachsen, auch weil mit Stephan Szymczak ein sehr besonnener Trainer an der Seitenlinie steht. Etwas enttäuschend dagegen die Visitenkarte der Eintracht aus Lambsheim. Beide Mannschaften kamen über die letzten Vorrundenplätze nicht hinaus. Da muss noch etwas wachsen. Auch wenn die DJK Eppstein I vielleicht enttäuscht ist – dass beide Teams im Spiel um Platz 3 standen, darf der Verein als Erfolg für sich werten. Die Zweite präsentierte sich und die DJK gut. Heßheim dagegen merkte, dass man nicht in jedem Jahr zu Höhenflügen ansetzen kann. Wenn es dafür im Freien nach der Winterpause weiter bergauf geht, wird es Trainer Uwe Meyer nicht unrecht sein. Doch die Heßheimer Fans sorgten mit dem Fanblock der Schwarz-Weißen für gute Stimmung in der Halle. Egal, wie der sportliche Verlauf ist. Das RHEINPFALZ-Hallenturnier hat an Anziehungskraft nicht verloren. Fans, Funktionäre, Trainer – alle waren sie vereint auf der Tribüne und in Fachgesprächen im Foyer oder im „Raucherzimmer“ vor der Halle. Mit Sicherheit wurden hier wieder neue Kontakte geknüpft. Meist dauert es gar nicht so lange, bis man diese an der Wechselbörse ablesen kann. Da ist es bei den Amateuren nicht viel anders als im großen Geschäft. Apropos Geschäft: Richtig arbeiten mussten an den drei Tagen die Mitglieder und Freunde des Christlichen Sportvereins (CSV). Mit gerade einmal rund 50 Mitgliedern hat der Verein die Ausrichtung des 31. RHEINPFALZ-Hallenfußballturniers sehr gut über die Bühne gebracht: sowohl am Tresen als auch im Eingangs- und Ordnungsbereich. Vorsitzender Christopher Klassen war stolz auf sein Team. Für den Verein war es die erste Turnier-Ausrichtung, und er setzte neue Akzente. Die Hälfte des Erlöses aus dem Verkauf von Getränken und Speisen geht an die Organisation Helping Hands – eine Aktion, die der Verein beispielsweise durch Plakate in der Halle hätte noch bewusster machen können. Vielleicht wäre dann die Kritik des ein oder anderen am Preis-Leistungs-Verhältnis bei den Speisen etwas milder ausgefallen. Klassen versicherte, dass es kein böser Wille oder gar Profitsucht gewesen sei, dass man anstatt der üblichen ganzen nur halbe belegte Brötchen verkauft habe. Zusammengekommen sind laut Klassen schließlich rund 3000 Euro, mit denen ein Kinderdorf in Uganda unterstützt werden soll, das ein ehemaliger CSV-Spieler leitet. Passend zum Fußballturnier soll im Kinderdorf dank der Spende ein Sportplatz gebaut werden, so Klassen. „Da wissen wir, dass das Geld richtig ankommt. Wir waren auch schon vor Ort und haben geholfen“, blickte CSV-Trainer Mario Weber in seiner Bilanz ebenfalls über den sportlichen Tellerrand. Sportlich war er („Ohne Floskel, auch wenn es hätte besser laufen können“) froh, dass sich nach der schwierigen Vorrunde des CSV in der B-Klasse kein Spieler verletzt hat. Mal abgesehen vom kleinen Lapsus beim Torschützenkönig alles im Griff und bestes Sitzfleisch hatten Hallensprecher Christian Schmitt und Statistiker Klaus Behringer in der Sprecherkabine und Helmut Oberthür als Turnierleiter, der am Ende mit Miss Strohhut Sandra Jäger die Pokale überreichte. Wenig Arbeit hatten zum Glück die Helfer des DRK – auch das ist ja Ausdruck für ein faires Turnier. Michael Baqué, Vorsitzender des SV Studernheim, tigerte schon durch die Halle, um sich fit zu machen – als als Ausrichter des RHEINPFALZ-Hallenfußball-Turniers 2015.

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