Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel EWF: Illegal abgelagerter Müll trübt Jahres-Bilanz

Fast 300 Tonnen illegal abgelagerter Restmüll mussten im vergangenen Jahr im Frankenthaler Stadtgebiet eingesammelt werden.
Fast 300 Tonnen illegal abgelagerter Restmüll mussten im vergangenen Jahr im Frankenthaler Stadtgebiet eingesammelt werden.

2024 hat jeder Frankenthaler statistisch gesehen 139 Kilogramm Restmüll produziert – weniger als 2023. Nicht nur das verrät die Bilanz des Eigen- und Wirtschaftsbetriebes.

Mit dem Durchschnittswert von 139 Kilogramm pro Person steht die Stadt recht gut da, liegt doch der Bundesdurchschnitt bei 151 Kilogramm pro Einwohner. zudem hat sich das Pro-Kopf-Aufkommen gegenüber 2023 um knapp 19 Kilogramm reduziert. Der Eigen- und Wirtschaftsbetrieb Frankenthal (EWF) führt den generellen Rückgang an Haushaltsabfällen in dem im Betriebsausschuss vorgelegten Bericht auf eine Kombination aus gesetzlicher Regulierung, besserer Infrastruktur, wachsendem Umweltbewusstsein und innovativen Lösungen zurück. Es gibt aber auch eine unerfreuliche Kehrseite: 2024 mussten im Stadtgebiet fast 300 Tonnen illegal abgelagerter Restmüll eingesammelt werden.

Im Gemeinschafts-Müllheizkraftwerk Ludwigshafen wurden im vergangenen Jahr 6696 Tonnen (2023: 7908 Tonnen) Hausabfall aus Frankenthal energetisch verwertet. Durch die Verbrennung wird eine wirksame Einsparung von Kohlenstoffdioxid generiert. Durch den Hochdruckdampf werden Fernwärme und Strom gewonnen und der Einsatz von etwa 60.000 Tonnen Steinkohle pro Jahr vermieden. Außerdem können aus der Schlacke jährlich rund 4000 Tonnen Metall zurückgewonnen werden.

Sperrmüll: Es wird mehr weggeworfen

Bei den vom EWF entsorgten sperrigen Abfällen ist gegenüber 2023 eine Zunahme zu verzeichnen. Sie wird als Indiz für ein geändertes Konsumverhalten gewertet. Vereinfacht ausgedrückt: Es wird mehr weggeworfen. Beim Sperrabfall auf Abruf stieg die Menge von 568 auf 611 Tonnen, beim Metallschrott von 148 auf 155 Tonnen und beim Altholz von 947 auf 1130 Tonnen.

Weitgehend konstant sind die über die Biotonne erfassten organischen Abfälle, während die Anlieferung von Grün- und Gartenabfällen auf der Kompostanlage Frankenthal eine leicht rückläufige Tendenz zeigt. In Zahlen: Der Bioabfall stieg von 2433 auf 2468 Tonnen, was einem Pro-Kopf-Aufkommen von 51,2 Kilogramm pro Jahr entspricht. Bei den Gartenabfällen reduzierte sich die Menge von 9938 auf 9423 Tonnen. Auf jeden Frankenthaler kamen somit im vergangenen Jahr 195 Kilogramm, fünf weniger als 2023.

Kaum Veränderungen gibt es bei den Abfällen aus den Dualen Systemen, die dem Entsorgungsweg Recycling zugeordnet werden. Die Menge der in gelben Säcken gesammelten Leichtverpackungen stieg von 1696 auf 1709 Tonnen. Eine ähnliche Entwicklung ist beim Altglas festzustellen. Das Aufkommen hat sich von 1185 auf 1214 Tonnen nach oben entwickelt. Bei Papier, Pappe und Kartonagen (gelbe Tonne) zeigt die durch den Versandhandel ausgelöste Verpackungsflut keine signifikanten Auswirkungen. Die in der Abfallbilanz erfasste Menge ist von 2804 auf 2696 Tonnen zurückgegangen.

Mehr zum Thema
x