Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Erst das Dringlichste, dann die Generalsanierung (mit Bildergalerie)

Bleibt über den 31. Dezember hinaus für Besucher geöffnet: das Erkenbert-Museum am Rathausplatz.
Bleibt über den 31. Dezember hinaus für Besucher geöffnet: das Erkenbert-Museum am Rathausplatz.

Erst das Dringlichste, dann die Generalsanierung: Das ist die Marschroute der Stadt für das Erkenbert-Museum. Den im Kulturausschuss vorgelegten Plänen zufolge soll zunächst der marode Keller gerettet werden. Bis dahin wird das Haus für Besucher geöffnet bleiben. Beim großangelegten Umbau sollen Fördermittel des Landes helfen.

„Das muss jetzt mal gemacht werden.“ Diesem Satz von Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) hat angesichts der prekären Lage im Keller des Erkenbert-Museums am Dienstag im Kulturausschuss niemand ernsthaft widersprechen wollen. Feuchtigkeit und Schimmel an Wänden und Decken, verrostete Eisenträger und eine technisch vollkommen überholte Lüftungsanlage – das sind die Probleme im Tiefgeschoss des Gebäudes am Rathausplatz. Gelöst werden sollen sie unter anderem mit dem Einbau einer Klimaanlage. Deren Funktionsweise und Lage erklärte Ingenieur Johann Gutdeutsch (Bobenheim-Roxheim). Dem Fachmann zufolge müssen ein Kanal, über den die Klimaanlage Frischluft ansaugt, und ein weiteres Rohr für die Abluft innerhalb der Museumsmauern untergebracht werden, um die denkmalgeschützte Fassade nicht zu verändern. Für die Kanäle müssen allerdings Decken durchbrochen werden. Dies werde per Kernbohrung passieren, um Erschütterungen zu vermeiden, sagte Gutdeutsch. Statisch halte er die vorgesehenen Eingriffe für unbedenklich. Das erforderliche Außengerät soll auf dem Dach des Museums auf zwei Stahlträgern montiert werden. Dort ist im Fall einer möglichen Erweiterung der Klimaanlage Platz genug für ein zweites Gerät.

Exponate müssen aufwendig abtransportiert werden

Mit dieser Platzierung verknüpfte SPD-Fraktionssprecher Bernd Leidig die Frage, ob dadurch Optionen bei der späteren Generalsanierung des Museums verbaut würden. „Da gab es Bedenken im Museumsbeirat, ob das so stimmig ist“, sagte Leidig, der auch Vorsitzender des Altertumsvereins ist. Ingenieur Gutdeutsch betonte, dass es keinen Alternativplatz gebe, der mit dem Denkmalschutz in Einklang zu bringen sei. „Das ist ein Zwangspunkt“, sagte er. Der Keller und wohl auch Teile des Erdgeschosses werden für die auf acht Monate taxierten Sanierungsarbeiten ausgeräumt werden müssen. Exponate, die wie das Pferdeskelett „Lissy“ nicht ohne beträchtlichen Aufwand abtransportiert werden können, sollen vor Ort bleiben und entsprechend gegen Schäden gesichert werden. Es sei sehr schwierig, um größere Objekte herumzuarbeiten, warnte allerdings Johann Gutdeutsch. „Handwerker sind keine Uhrmacher.“

Über den 31. Dezember hinaus geöffnet

Starten könnten die Arbeiten frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2019 mit einer Vorlaufzeit von drei Monaten fürs Ausschreiben und Ausräumen. Insofern soll das Museum, anders als geplant, über den 31. Dezember hinaus geöffnet bleiben. Oberbürgermeister Hebich begründete diese Überlegung damit, dass die Einrichtung dann inklusive der Zeit für die im nächsten Schritt beabsichtigte Generalsanierung des Gebäudes zu lang würde. Bernd Leidig hakte nach: Die bisherige Marschroute sei gewesen, die Zeit der Schließung für die schleppend laufende digitale Inventarisierung des Bestands zu nutzen. „Da könnte das Tagesgeschäft im Weg sein“, sagte er. Weil Platz und EDV-Infrastruktur fehle, wäre es wohl gut, wenn das Erdgeschoss dafür zur Verfügung stünde, so Leidig. Monica Umstadt, Leiterin des Fachbereichs Schulen, Kultur und Sport, sagte, dass eine WLAN-Lösung den Museumsmitarbeiterinnen dezentrales Arbeiten im Haus ermöglichen soll. Um die Zeit bis zum Start der Kellersanierung zu überbrücken, werde nach Zwischenlösungen gesucht, erklärte Umstadt. Geplant sei im ersten Schritt, die aktuelle Karolinen-Ausstellung zu verlängern.

Vorgespräche beim Innenministerium

Bei der Finanzierung eines späteren Umbaus im großen Stil hofft die Stadtspitze auf Mittel aus einem Förderprogramm des Landes, das sich speziell an Mittelzentren richtet. Hinsichtlich der Erfolgschancen der eingereichten Bewerbung hat es OB Hebich zufolge Vorgespräche beim Innenministerium gegeben. Die Gespräche auf Arbeitsebene bezeichnete er als „gut“. Als wichtige Aspekte, die bei der Planung zu berücksichtigen seien, nannte er Barrierefreiheit und die Schaffung einer Art Tourist-Info für Besucher der Stadt.

Muss erstmal dringend saniert werden: der von Schimmel befallene Keller des denkmalgeschützten Gebäudes.
Muss erstmal dringend saniert werden: der von Schimmel befallene Keller des denkmalgeschützten Gebäudes.
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Der Lichthof im ersten Stock des Museums.
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Die Glaskuppel im Lichthof.
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So präsentiert sich das Museum im Eingangsbereich.
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Der Blick aus dem ersten Stock ins Erdgeschoss.
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Der Lagerraum des Erkenbert-Museums.
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Die Eröffnung der Ausstellung Geschichte Karolinen-Gymnasium mit dem Titel: »200 Jahre Patenkind der Königin Karoline«.
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Viele Probleme auf einmal: Schimmelbefall, rostige Stahlträger und eine fragliche Statik.
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Der Schimmelbefall im Keller des Erkenbert-Museums ist deutlich zu erkennen.
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