Frankenthal Erinnerung an die Toten der Weltkriege

Mit einem Kollegen aus England hat Pfarrer Martin Henninger Dokumente der Großväter zusammengetragen, die sich im Ersten Weltkri
Mit einem Kollegen aus England hat Pfarrer Martin Henninger Dokumente der Großväter zusammengetragen, die sich im Ersten Weltkrieg als Feinde gegenüber standen. Konfirmanden lasen die Texte.

Dass der persönliche Kontakt und der Dialog zwischen Menschen wichtig ist, um Konflikte und Krieg zu vermeiden, das unterstrichen die Ansprachen und Vorträge bei der Gedenkstunde zum Volkstrauertag auf dem Hauptfriedhof am gestrigen Sonntag.

Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) berichtete von seinem Besuch in Frankenthals französischer Partnerstadt Colombes aus Anlass des 100. Jahrestages des Ersten Weltkrieges. Ihn beeindrucke, dass aus ehemaligen Feinden Freunde geworden sind. Die Bilder von der „Hölle von Verdun“ stünden stellvertretend für die Gräuel des Ersten Weltkrieges. Die Aussöhnung und die Idee des vereinten Europas seien die Quintessenz aus der Sinnlosigkeit der beiden Weltkriege, die viele Tote gefordert hätten. Gedacht werden solle allen Toten der Weltkriege, auch den Widerstandskämpfern, jenen, die aus rassistischen oder religiösen Gründen verfolgt worden seien, und jenen, deren Leben als nicht lebenswert erachtet worden sei. Kein Raum dürfe heute Nationalisten und Egoisten gegeben werden, die in Deutschland wieder verstärkt auftreten würden, betonte der OB. Leider gebe es Parteien, die Fremdenfeindlichkeit duldeten und eine Sprache wählten, die für nicht mehr möglich gehalten worden sei. Man dürfe nicht zulassen, dass diese gemeinsame Werte infrage stellten. „Nie wieder darf geschehen, was geschehen ist“, sagte Hebich mit Blick auf die Weltkriege. Jeder einzelne trage die Verantwortung für Friede, Freiheit, Recht und Menschlichkeit. Den persönlichen Austausch mit dem Pfarrer aus der Partnergemeinde in Leeds, St. Andrew Roundhay, stellte Pfarrer Martin Henninger von der evangelischen Lutherkirche in den Mittelpunkt seine Ansprache. Die zwei Seelsorger hätten festgestellt, dass sich ihre Großväter im Ersten Weltkrieg an der Somme in Frankreich gegenüberstanden. Beide besuchten das Gebiet. Entstanden ist ein Buch mit Erinnerungen, Briefen und Tagebuchauszügen, aus dem die Konfirmanden der Luther- und Friedenskirche Auszüge vorlasen. Musikalisch gestaltet wurde die Gedenkstunde von der Stadtkapelle Frankenthal.

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