Frankenthal Erdiger Gospel, romantischer Pop

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Gospel und Pop sind das Metier der Chöre voices@heaven aus Bobenheim-Roxheim und SingApur aus Offstein. Schon beim ersten Lied war das Publikum in der gut besuchten Frankenthaler Zwölf-Apostel-Kirche am Samstag begeistert dabei.

„Come Let US Sing“ tönte es zum Auftakt durch das Gotteshaus. Rhythmisches Klatschen und sich im Takt Wiegen waren angesagt. „Wir wollen Spaß haben mit der Musik“, sagte Dirigent Frank Aiglstorfer. Das Versprechen löste er bei Akteuren und Zuhörern ein. Es sollte ein langer Abend werden, mit Begeisterungsausbrüchen und Bravorufen. Mit beiden Chören konnte Aiglstorfer aus den Vollen schöpfen. Ob sich im getragenen meditativen Choral die Stimmen zu einem einnehmenden, andächtigen Wohlklang vereinten, oder in dem Popsong „Only You“ (Flying Pickets) die Stimmigkeit rhythmisch akzentuiert und in einer raffinierten Zwiesprache daherkam, der junge Chorleiter erreichte immer einen ausgewogenen Klang. Dass in den Chören, anders als meist, auch viele Männer singen, trug dazu wesentlich bei. Obendrein waren die Anlage perfekt eingestellt und der Umgang mit den Mikros, die den Stimmen nichts von ihrer Natürlichkeit nahmen, professionell. Das E-Piano wollte dagegen mit der Raumakustik nicht recht harmonieren. Im Soloauftritt präsentierten sich die voices@heaven aus Bobenheim-Roxheim als ausgesprochener Gospelchor. Sie boten neben energiegeladenen und temperamentvollen Interpretationen auch eine schöne romantische Flöte, dezente Percussion und überzeugende Solisten auf. Hervorzuheben sind hier Tenor Steffen Meister und Sopranistin Sabine Haardt. Während Meister der impulsive, improvisations- und phrasierungsfreudige Gospelsänger ist, glänzt Haardt durch ihre bestechend klare, einnehmende Stimme und gibt einen schönen romantischen Kontrast zu Meisters erdigem, rauem Gospelton. Der Chor ist rhythmisch versiert und bietet Grooves, die das gerne mitklatschende Publikum auch mal auf die Probe stellen. SingApur ist der Pop- und Gospelchor des MGV Liederkranz 1856 Offstein und aus einem Projektchor entstanden. Seit 2005 singt er mit dem Schwerpunkt Popmusik, was am Samstag eindrucksvoll zum Ausdruck kam. Mit dem indianischen Song „Evening Rise“ waren die Herzen des Publikums sofort erobert. Die abwärts strebenden Töne des Abendliedes schienen die letzten Sonnenstrahlen des Tages bis unter den Horizont begleiten zu wollen. Das ansprechende Arrangement und die ausdrucksstarken Stimmen hinterließen einen tiefen Eindruck. Nicht minder ergreifend waren „Lenas Song“ aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“ und „The Rose“. Wieder zusammen agierend führte Frank Aiglstorfer seine Chöre zum großen Finale. Die Gospelhymne „Oh Happy Day“ mit einem knackigen Solo von Steffen Meister und dem Ausmarsch der Chöre zu „This Little Light/Amen“ markierten das Ende eines beeindruckenden Konzerts. Der Chorleiter und Klavierpädagoge griff bei seinem temperamentvollen Dirigat gerne in die Tasten und ließ dann auch immer wieder Sequenzen in der Art eines romantischen Klavierkonzerts oder süffisante, abwärtsstrebende Tonfolgen im Stile Richard Claydermans erklingen. Was hier und da ein schöner Effekt sein kann, wird aber bei inflationärer Wiederholung kontraproduktiv. Überall dort, wo er darauf verzichtete, hat das große Ganze davon profitiert.

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