Frankenthal Ein Trompeten-Star und viele Jazz-Talente

Trompeter Wallace Roney traf diesmal die Auswahl der Finalteilnehmer beim Neuen Deutschen Jazzpreis in Mannheim.
Trompeter Wallace Roney traf diesmal die Auswahl der Finalteilnehmer beim Neuen Deutschen Jazzpreis in Mannheim.

150 Bands wollen dabei sein. Der Neue Deutsche Jazzpreis, der im März zum 13. Mal in der Alten Feuerwache in Mannheim verliehen wird, hat längst ein bundesweites Renommee. Das hat entscheidend mit den wechselnden Kuratoren zu tun: Prominente Jazzmusiker wie diesmal der amerikanische Trompeter Wallace Roney wählen die drei Finalisten aus, die sich dem Votum des Publikums stellen. Auch ein Solistenpreis und ein Kompositionspreis werden vergeben.

Die Suche nach einem namhaften Kurator sei ja gar nicht so einfach, meint Uli Holz, der Vorsitzende der IG Jazz, der Mannheimer Musikerinitiative, die Jazzpreis und Konzertwochenende organisiert. Der Name Wallace Roney, der mit Jazzlegenden wie Miles Davis, Tony Williams, McCoy Tyner und Chick Corea auf der Bühne stand und selbst längst Starimage genießt, stand jedenfalls schon lange auf der Liste, schien aber „jenseits des Budgets“, dachte Holz. Aber dann habe Roney plötzlich Interesse signalisiert. Der 57-Jährige aus Philadelphia ist auch mit seinem Quintett in der Alten Feuerwache zu erleben. Bei dem etwas komplizierten, aber bewährten Auswahlverfahren werden alle Bewerber von einer Jury aus Musikern, Veranstaltern und Journalisten anonym gesichtet. Ein Dutzend Vorschläge leitet die Jury dann an den Kurator weiter. Der wiederum trifft seine Auswahl der drei Finalisten, die sich am zweiten Konzertabend in der Alten Feuerwache in Mannheim vorstellen. Das Publikum entscheidet am Ende über die Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Bandpreises und des mit 1000 Euro ausgestatteten Solistenpreises. Beim Finale dabei sind diesmal die junge Band Salomea aus Köln, das Sebastian Böhlen Sextett aus Berlin und das Vincent Eberle Quintett aus München. Salomea mit der Sängerin und Komponistin Rebekka Salomea Ziegler macht eingängigen Popjazz mit frischem Sound zwischen Songstruktur und Improvisation. Der Gitarrist Sebastian Böhlen, 31 Jahre alt, in Schweinfurt geboren, Studium in Mannheim und New York, stellt seine durchaus rockig und ungestüm agierende E-Gitarre in einen fast klassischen Modern-Jazz-Kontext. Mit Matthias Bergmann ist in dieser Band auch ein Trompeter zu finden. Einen Bandleader, der Trompete spielt, hat Roney dann mit Vincent Eberle ausgewählt. Der junge Musiker studierte an der Münchner Musikhochschule, wo auch sein Quintett vor vier Jahren zusammenfand. Die Fünf spielen einen gepflegten Modern Jazz. Zum zweiten Mal wird auch der Neue Deutsche Kompositionspreis vergeben. Hier konnten Stücke für eine vorgegebene Besetzung eingereicht werden, deren Zusammenstellung oblag diesmal dem Mannheimer Trompeter Johannes Stange. Zu dessen Projekt M gehören Saxofon, Gitarre, Kontrabass und Violone, ein in der Barockmusik verwendetes tiefes Streichinstrument aus der Gambenfamilie. Ein „exotisches Instrument“ mit seiner besonderen Klangfarbe in einem Jazzkontext auszuprobieren, das gehöre zum Konzept des Komponistenpreises, erläuterte Uli Holz. 24 Ideen wurden eingereicht, zur Aufführung kommen am ersten Konzertabend die Werke von Birgitta Flick, Jakob Helling und der in der Region bestens bekannten Saxofonistin Alexandra Lehmler. Auch hier entscheidet das Publikum. Termine —Freitag, 23. März, 20 Uhr: Neuer Deutscher Kompositionspreis, Kuratorenkonzert mit dem Wallace Roney Quintett. —Samstag, 24. März, 20 Uhr: Wettbewerbskonzerte zum Neuen Deutschen Jazzpreis mit Salomea, Sebastian Böhlen Sextett und Vincent Eberle Quintett. —Im Netz: www.neuerdeutscherjazzpreis.de

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