Adventskalender
Eiercognac von Grabowsky-Musiker als Last-Minute-Geschenk
Mit knapp zehn Minuten Zubereitungszeit ist der Eiercognac, den der Frankenthaler Musiker Alexander Hüther und Gattin Friedlinde jahrelang großzügig unter Freunden und Verwandten verteilt haben, das ideale Geschenk für alle, die zwei Tage vor Heiligabend noch nichts unter den Christbaum legen können. Eigelb, Milch, Puderzucker, Cognac, Vanilleschote: Die meisten Zutaten hat man in der Vorweihnachtszeit mit etwas Glück sowieso im Haus. Einzig der hochprozentige Weingeist – 96-prozentiger Alkohol muss es sein – dürfte eher nicht zur haushaltsüblichen Grundausstattung gehören. Den bestellt Hüther in der Apotheke. Gut dran ist, wer über das Jahr hinweg schon leere Fläschchen gesammelt hat. Ansonsten ist vor dem Abfüllen noch ein Abstecher im Haushaltswarengeschäft fällig.
Die Herstellung der dickflüssigen gelben Masse ist simpel. „Wichtig ist es aber, die Reihenfolge genau einzuhalten“, sagt Hüther, der als Gitarrist, Songwriter und Produzent der Frankenthaler Band Grabowsky nicht zuletzt durch die Auftritte auf der großen Bühne beim Strohhutfest in der Region bekannt ist. Auch wenn die Combo in ihren Stücken den kulinarischen und alkoholischen Genüssen der Pfalz huldigt: Der Eiercognac ist eher ein Familiending, das aus einem uralten Rezeptbuch stammt. Mit dem, was als Eierlikör in den Supermarktregalen steht, sei die hochprozentige Süßigkeit nicht zu vergleichen. Darauf legt Hüther Wert.
Weingeist kommt zum Schluss
Als erstes wird eine halbe Vanilleschote mit dem Messer ausgekratzt. Das Vanillemark wird dann mit vier Eigelb, 250 Gramm Puderzucker und etwas Milch mit einem Schneebesen oder Handrührgerät schaumig gerührt. Der Rest von insgesamt etwa 125 bis 250 Millilitern Milch kommt jetzt mit 125 Millilitern Cognac zu der Masse. Ganz zum Schluss fügt man unter Rühren noch etwa 50 bis 60 Gramm Weingeist dazu. Ab in die Flasche, Korken oder Verschluss drauf und Prösterchen. Die angegebene Menge reicht für 300 Milliliter – wer mehr will, muss rechnen.
Selbstgemachte Geschenke haben im Hause Hüther Tradition, berichtet der 65-Jährige. Als Tochter Tina noch klein war, ging es in der Vorweihnachtszeit ins heimische Studio. Aufwendige Produktionen mit Hausmusik, besinnlichen Texten und Gedichten seien so entstanden – damals noch auf Kassette, erinnert sich Hüther, der als Soziologe am Pfalzinstitut für Hören und Kommunikation arbeitet. Die wurden in der Nacht vor dem 24. Dezember in der Nachbarschaft ausgefahren. Heute geht es der Frankenthaler Musiker ruhiger an. Am Weihnachtsfest schätzt er die Ruhe und das Beisammensein mit der Familie, zu der inzwischen ein eineinhalbjähriger Enkel zählt. Und falls in trauter Runde beim Fest der Eiercognac ausgeht: Nachschub ist schnell produziert.