Handball
Eckbachtal behält im Kellerduell gegen die HSG Nahe Glan die Nerven
Thorsten Koch, Trainer der HSG Eckbachtal, musste nach anstrengenden und wechselhaften 60 Minuten erstmal tief durchschnaufen. Seine Spieler sprangen singend im Kreis und strahlten über den so wichtigen Erfolg gegen den direkten Konkurrenten. Zufrieden mit der spielerischen Leistung seines Teams war der Übungsleiter zwar nicht, „aber das heute war ein ganz wichtiges Spiel und da muss man erst einmal bestehen. Das haben wir gemacht. Am Schönspielen arbeiten wir in den kommenden Wochen“, verspricht Koch. Zunächst waren es die zwei Punkte, die im Kampf gegen den Abstieg zählen.
Diese zu Hause zu behalten, war alles andere als einfach gegen das Schlusslicht der Liga. Erst zehn Sekunden vor dem Ende der Partie sorgte Julian Pozywio, der in der Rückraummitte spielt, für die endgültige Entscheidung, als er zum 27:25 traf. Ausgerechnet der Mann mit der Nummer 14 auf dem Rücken, dürften sich einige Zuschauer gedacht haben. Der hatte sicher nicht seinen besten Tag, fiel aber auch immer wieder mit guten Anspielen und wichtigen Siebenmeter-Treffern auf. „Es waren einige Situationen, die er anders lösen muss. Aber er hatte auch sehr gute Momente“, sagte Koch diplomatisch. Pozywio war auch nicht ganz zufrieden und haderte mit seiner Trefferquote. „Da muss ich auf jeden Fall eine Schippe drauflegen. Gerade in einem so wichtigen Spiel“, gab er zu.
Torwart Hahn und Linksaußen Kluzik stark
Wie wichtig die Partie für die Spieler HSG war, zeigten bereits die ersten Minuten der Partie. „Wir haben motiviert begonnen und ein bisschen überpaced, ein sehr hohes Risiko gefahren“, sagte Koch über den Start in die Begegnung. Auch dank Torhüter Rouven Hahn und den Treffern von Linksaußen Timo Kluzik gerieten die Gastgeber nicht Rückstand. Ersterer hielt direkt drei, vier Bälle und bewahrte sein Team vor einem größeren Rückstand. Letzterer war dafür als Torjäger erfolgreich. Mit sieben Treffern war er bester Werfer seines Teams. Dass er seinen solchen „Sahnetag“ erwischen würde, hatte sein Coach schon vor der Partie vermutet. „Vergangene Woche in Saulheim hat er, wie alle Außen, einen miserablen Tag gehabt. Ich war mir sicher, dass vor allem der Timo heute besonders motiviert war“, berichtete Koch.
Sein Team bestimmte die Partie ohne wirklich zu glänzen. Die Partie zwischen dem Tabellenelften und dem Letzten, war kein Leckerbissen für die circa 70 anwesenden Zuschauer. Vor allem in den ersten 30 Minuten reihten sich einige Fehler dem nächsten. Das sei – zumindest bei den Gastgebern – auch den vielen Verletzungen und der dementsprechend schwachen Trainingsbeteiligung geschuldet, vermutet Koch.
Beginn der zweiten Halbzeit verschlafen
Der musste nach der Pause zusehen, wie sein Team den Vorsprung nahezu herschenkte. Waren die „Gekkos“ zu Beginn des Spiels zu noch zu heiß und motiviert, verschliefen sie regelrecht den Beginn der zweiten Halbzeit. Innerhalb weniger Minuten drehten die Gäste das Spiel und führten nach zwischenzeitlichem 11:13-Pausenrückstand mit 16:14. „Das war ganz bitter. Da mussten wir erstmal wieder ins Spiel rein finden“, gab Koch zu. Das gelang den Hausherren über die Abwehr. Die „Gekkos“ ließen sich von dem Rückstand nicht verunsichern und glichen aus – 18:18. Eigentlich hätte die HSG Eckbachtal dann in Führung gehen müssen. Zahlreiche Chancen blieben ungenutzt, sodass sich am Zwischenstand für sieben (!) Minuten nichts änderte. „Wir haben da vier, fünf Dinger nacheinander weggeworfen. Ob das jetzt Fehler oder Würfe waren“, haderte Koch.
Einer, der in diesen Minuten besonders auffällig, aber auch eher unglücklich agierte, war Julian Pozywio. Er scheiterte mit einem Alleingang am Gästetorhüter Michael Schira. Seinen Frust ließ er danach an der Hallenwand aus. „Da sind die Emotionen etwas hochgegangen, aber der Hand geht’s gut“, sagte er nach Partie mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Kein Wunder. Schließlich gelang es seinem Team, das Spiel wieder unter Kontrolle zu bekommen und – vor allem über die Abwehr – zu gewinnen. „Das haben sie gut gemacht. Sie war ausschlaggebend, dass wir das Spiel gewonnen haben“, lobte Koch seinen Defensivverbund.